Mit Fenebrutinib (Roche) hat nun ein erster BTKi (Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor) die primären Ziele einer Phase-III-Studie sowohl für schubförmige MS (RRMS), als auch für primär progrediente MS (PPMS) erreicht. Für RRMS war das Evobrutinib (Merck) 2023 und Tolebrutinib (Sanofi) 2024 jeweils nicht geglückt. Für den Sanofi BTKi laufen jedoch nach vielversprechenden Ergebnissen für SPMS ohne aufgesetzte Schübe (nrSPMS) aktuell Prüfverfahren für eine Zulassung in den USA und in der EU.
Gestern erschien ein Artikel mit neuen Langzeitdaten zu Ofatumumab (Kesimpta) über einen Zeitraum von mittlerweile 7 Jahren. Innerhalb dieser Zeitspanne erreichten 95 % der von Anfang an mit Ofatumumab behandelten und 93,8 % der im 2. und 3. Jahr von Teriflunomid auf Ofatumumab umgestiegenen Studienteilnehmer NEDA-3-Status. NEDA-3 bedeutet keine Anzeichen von Krankheitsaktivität (No Evidence of Disease Activity) in 3 Kategorien: 1. keine Schübe, 2. keine Verschlechterung der Behinderung gemessen am EDSS, 3. keine neuen oder wachsenden Läsionen im MRT.
Aufgrund kumulativ steigender Langzeitrisiken ist fraglich, wie lang eine laufende B-Zell-Depletion fortgeführt werden kann. Daher stellt sich irgendwann wohl die Frage nach möglicher De-Eskalation im Anschluss an eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern. Mavenclad (Cladribin) scheint sich hierfür zunehmend als eine geeignete Option darzustellen. Real-World-Studien zufolge kann Cladribin den IgG-Spiegel nach Therapiewechsel von einem Anti-CD20-Antikörper rekonstitutieren. Außerdem wurde gezeigt, dass Cladribin die Krankheitsaktivität nach Switch von Ocrelizumab oder Natalizumab stabilisieren kann.


IDK.