Hallo Nick,
danke für deinen Hinweis. Allerdings rennst du damit offene Türen ein. In den letzten ca. vier Wochen gab es zum Thema “Venöse MS”, zu Dr. Zamboni, Dr. Simka und Co. eine ziemlich hitzige Diskussion im DMSG-Forum.
Zu den Begriffen “CCSVI”, “Zamboni”, “Simka” findest du mit der dortigen Forensuche eine ganze Menge.
Venöse Abflusstörungen waren schon Anfang der 1980er Jahre als MS-Ursache im Gespräch. Dass die Hypothese wieder verworfen wurde, wird - wieder mal - auf die Große Pharmaverschwörung zurückgeführt.
Is ja gut, natüüürlich wurde “die Wahrheit” von “der Pharma” unterdrückt, die durch die Heilung unheilbarer Krankheiten ihre Gewinne schrumpfen sähe, und sie darum verhindere. Diese Verschwörungstheorie ist mindestens so alt wie der medizinische Fortschritt. Je nach politischem System hieß der Feind abwechselnd “Großkapital”, “IG Farben”, “jüdische Schulmedizin”, “Big Pharma” …
Das Ärgerliche an der jüngsten Diskussion im DMSG-Forum war, dass die sogenannte Venen-Dilatation mit Ballons oder Stents von ihren Befürwortern rasch als hundertprozentiges Allheilmittel gegen alle Formen der MS hingestellt wurde. So pauschale Heilsversprechen bringt nicht mal die Pharmaindustrie raus.
Sehr lesenswert fand ich diesen Beitrag von “Tilia”:
http://dmsg.de/foren/index.php?kategorie=msforen&kategorie2=forum&tnr=8&mnr=94734&beitragnr=94806&aktpos_nav=2&thread_aktpos_nav=0&thread_showtheme=&archiv_flag=2
Ich habe das Thema “Durchblutungsstörungen in den Halsgefäßen” vor gut zwei Monaten mit meinem Neuro besprochen, der seinerzeit auch gerade darüber gelesen hatte, und er hat sich dann meine Gefäße mal mit seinem Ultraschall angesehen.
Damit werden bei ihm meistens Schlaganfall- und Schlaganfallrisiko-Patienten untersucht (vom Hirninfarkt bis zur Hirnblutung). Resultat: Ohne Befund, alles altersentsprechend-regelrecht.
Es lässt sich vielleicht nicht ausschließen, dass eine der vielen verschiedenen Krankheiten, die unter den Oberbegriff “MS” subsumiert werden, ihre Ursache in Durchblutungsstörungen hat.
Aber ich glaube, dass das nur eine von mehreren Möglichkeiten ist, und dass das nicht bei jedem MS-Patienten die Ursache sein muss - wie die Anhänger der Venentheorie rundumschlagmäßig behauptet haben.
Nach meinem Eindruck ist der erste Entdecker- und Medizinnobelpreisrausch, zu dem es um die “Venöse MS” gekommen ist, inzwischen bei einigen schon einem kräftigen Kater gewichen.
Zur weiterführenden Lektüre:
http://chefarztfrau.de/?page_id=714
Liebe Grüße
Renate