Von Tysabri habe ich noch nie gehört. Danke dir für die ganzen Infos!

Ich werde mir noch einen Termin bei einer weiteren Neurologin vereinbaren, die auf MS spezialisiert ist. Sie ist leider keine Kassenärztin und etwas weiter von mir entfernt, aber ich denke, dass es mir das wert ist.

1 „Gefällt mir“

Hallo Konny,
ja, ich hatte, im Februar 25, eine SNE auf beiden Augen, sichtbar sogar im MRT mit KM, B Zellen waren unter Ocrevus nicht mehr nachweisbar. Ich erhalte Ocrevus seit Mai 24.
Deshalb haben mir die Neurologen in der MS Ambulanz zuerst nicht geglaubt und waren plötzlich überrascht, da das Gerücht sich hartnäckig hält, unter Ocrevus gibt es keine Schübe. Neurologen glauben das scheinbar wirklich, lesen scheinbar keine Leitlinien.
Aber vielleicht wäre es ohne Ocrevus viel schlimmer ausgefallen.
Liebe Grüße

Danke für die Antwort.
Das wird weniger Publik gemacht. Generell sind Viele mit der Therapie zufrieden.
Natürlich fange ich sofort eine Therapie an, wenn mir so eine Prognose gegeben wird…
Ich bin auch bei diesen ganzen Prophylaxen(Impfungen) zurückhaltend.
Ich bin gespannt, wie MelanieAnnemarie entscheidet.
So jetzt muß ich raus…SONNE

2 „Gefällt mir“

Wie Sonne? Schick sie mal nach Nordhessen :joy:.

Zu Ocrevus kann ich nur schreiben, ich denke ohne Ocrevus wäre es vielleicht noch schlimmer ausgefallen. So wie der Chefarzt, er musste einspringen, im September, in der MS Ambulanz sagte, es schlägt an, stabiler Befund. Die B Zellen waren im November 25 weiterhin nicht nachweisbar. Daran halte ich mich fest🥰. Liebe Grüße und genieß die Sonne.

1 „Gefällt mir“

Ein erhöhtes Krebsrisiko wurde bisher NICHT für Ocrevus/Kesimpta beobachtet! Das betrifft mehr die „Stufe 2“-Kategorie wie Gilenya. Meine unqualifizierte Vermutung ist, dass dafür vor allem die Unterdrückung der T-Zellen das Risiko erhöht. Ocrevus und Kesimpta richten sich aber nur gegen B-Zellen.

Ich selbst komme Kesimpta super klar. Hat man selbst massive Angst vor einem Medikament ist es in der Tat schwierig.
Ansonsten würde ich der Meinung der Ärzte schon mehr Gewicht beimessen als Forenbeiträgen. Manche sind hier davon überzeugt besser so früh wie möglich hocheffektiv zu behandeln um dauerhafte Behinderungen zu vermeiden (so sehe ich das). Andere halten alle MS-Medikamente für eine Verschwörung der Pharmaindustrie. Und dann gibt es viel dazwischen. Und genau diese Grundhaltungen wirst du hier relativ zufallsbedingt als Rückmeldung bekommen.

5 „Gefällt mir“

Hi myelino,

bei dem alten Rituximab ist das erhöhte Tumorrisiko nachgewisen, selbst der Gyn weiß darüber bescheid.

Zuverlässige Daten gibt es leider erst nach 20 Jahre nach der Zulassung und breiter Anwendung.

Der Immundefekt ist zumindest bei Ocrevus belegt und bei Kesimpta fehlt noch der Faktor Zeit.

Ich weiß zwar nicht, wie das in Österreich ist, aber normalerweise schlägt man nicht nur ein Wirkprinzip vor, sondern nennt auch Alternativen. Und bei Kinderwunsch ist das Tysabri wesentlich besser erforscht als die ganzen CD20 Wirkstoffe.

Bei mir gehen seit Jahren die Arlamglocken an, wenn bei einer aktuell scheinbar stabilen MS auf einmal eskaliert werden soll. Gerade wenn es aus der Klinik kommt, kommen bei mir Erinnerungen an Daclizumab hoch.

Grüße
LucyS

2 „Gefällt mir“

Hallo,

Bei mir hat die MS 2020 begonnen, ich hatte einen Nystagmus, danach Doppelbilde, rechts Schwäche im Bein, Gleichgewichtsstörung ( bin ständig nach rechts umgekippt), Kribbeln und brennen in der gesamten rechten Körperhälfte. Nach etwa 4 Monaten hat sich alles zurück gebildet. Ich hatte anfangs die Medikamente abgelehnt da bei mir die Diagnose nicht wirklich ausgesprochen wurde. Nach 6 Monaten hatte ich einen zweiten Schub. Nach der richtigen Diagnose habe ich mit Tecfidera begonnen, habe aber nach einem Jahr abgebrochen da meine Flushs extrem waren. Wie wenn ich in Brennnessel geflogen wäre. Anschließend Zeposia, was ich aber nicht vertragen habe. Nun nehme ich seit etwa drei Jahren Kesimpta und habe wenig bis gar keine Probleme damit. Die Ärzte meinten bei mir seien die Läsionen an ungünstigen Stellen und das es besser wäre hier Medikamente mir höherer Wirksamkeit zu nehmen.

Lg Hohe

5 „Gefällt mir“

Meine Neurologin hat mir aus diesem Grund von Ocrevus abgeraten, da ich aus einer Krebsfamilie komme und selbst Trägerin des HPV 16 bin.

2 „Gefällt mir“

Danke. War hier am Hohen Peißenberg mit dem MTB. Oben kurzärmelig. Tut einfach gut, die liebe Sonne. Hier war es bis heute auch trüb und grau.

Ocrevus hilft ja Vielen für einen stabilen Verlauf, sowie Kesimpta. Ich denke, es ist positiv für eine Therapie, wenn man selbst “dahinter” steht.
Man muß bei mir ja wirklich sehen, daß ich wohl mittlerweile seit 26 Jahren ohne Therapie mit der Erkrankung lebe.

4 „Gefällt mir“

Und dann mit dem Fahrrad auf den bairischen Rigi!

Respekt!

2 „Gefällt mir“

Das ist lange ohne BT. Edss?

so wie andere geschrieben haben - am Ende ist es deine Entscheidung, da man die Medikamentwirkung bei dir nicht vorher sagen kann. Wenn die Ärzte allerdings der Meinung sind, dass Stufe I nicht ausreichend ist, und Stufe 3 wie Kesimpta vorschlagen, wäre es für mich durchaus ein gewichtiges Argument.

Bis auf das Problem, dass die Lymphos, die Kesimpta killt, bei einigen Patienten nach der Absetzung des Medikamentes nicht in der vorgesehenen Zeit wieder kommen, scheint es mir ein gutes Medikament zu sein. (Klar bezogen auf MS, da ist alles Pest und Cholera.) Zumindest wollte ich es nehmen und der Neurologe auch verschreiben, bis der Nachweis auf überstandene Hepatitis kam. Dann sind alle in Deutschland zugelassenen Stufe 3 Medikamente ausgeschlossen. Ansonsten ist der Ansatz moderner gleich mit den starken Mitteln zu starten, da man hier bessere Erfahrungen gesammelt hat. Zumindest gib es Studie(n) dazu.

1 „Gefällt mir“

Danke.
Bin dankbar, das ich das Alles noch kann.

Meine Zufallsdiagnose ist erst 6 Jahre. 1999 Hörsturz und 2004 Sehnervenentzündung (war ich nicht beim Arzt). Mir ging es bis dahin überdurchschnittlich gut.
Der EDSS lag zuletzt bei 3,5. War auch mal bei 4. Da ging es mir sogar besser als heute.

Wie du zu der Aussage kommst, die MS sei stabil, wo die Diagnose gerade mal ein Jahr her ist, kann ich mir nciht erklären. Auf Basis des beschriebenne Befundes aber mit Stufe 3-Medikamenten zu behandeln ist komplett konform mit der Leitlinie (die manchen auch weiterhin mit dem Eskalationsschema zu zögerlich ist). Mit Daclizumab besteht hier kein Zusammenhang.

bei dem alten Rituximab ist das erhöhte Tumorrisiko nachgewisen, selbst der Gyn weiß darüber bescheid.

Dann hätte ich gern mal was konkretes dazu, statt nur die Aussage eines Gyn. Es stimmt dass es bei Ocrevus aufgrund der Studienlage Befürchtungen eines erhöhten Krebsrisikos gab. Dass hat sich statistisch aber nicht bestätigt. So kam aber der Warnhinweis in den Beipackzettel. Und kein Hersteller würde das wirtschaftliche Risiko eingehen, diese Angabe zu entfernen. Man gibt grundsätzlich lieber zuviel, als zu wenig Nebenwirkungen an. Aber das wird das sein, was der Gyn kennt.

Registerstudie von 2020 aus Schweden: Erhöhtes Krebsrisiko nur für Fingolimod, nicht für RTX oder Tysabri/Natalizumab
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ana.25701

Das muss man sich dann auch genau angucken. Bei Rheuma wird/wurde RTX wohl eher bei stärkeren Verläufen verordnet. Und Rheuma-Patient*innen haben grundsätzlich ein erhöhtes Krebsrisiko.

Was auch stimmt ist, dass man keine Daten über 50 Jahre dazu hat und ein erhöhtes Krebsrisiko rein theoretisch natürlich plausibel ist, wenn man einen Teil des Immunsystems unterdrückt. Also ausschließen kann man das keinesfalls. Aber bisher ist meines WIssens hier nichts entsprechendes beobachtet worden. Das muss man dann selbst abwägen. Auf 30-50-Jahres-Daten zu warten, heißt in der Regel dass man von neuen medizinischen Fortschritten ausgeschlossen bleibt. Denn nach dem Zeitraum bringt eine Behandlung oft nicht mehr viel.

Wer auf Langzeiterfahrungen >35 Jahre besteht, hat aktuell kein einziges verfügbares Medikament. Selbst Interferon wurde erst in den 90ern zugelassen.

6 „Gefällt mir“

Für robustere Statistiken kann man gerne eine Auswertung der Europäischen Nebenwirkungs Datenbank fahren. Stand 14.12.25 ist bei den Haupt CD20-Therapien nicht viel Risiko zu finden. Einziges nennenswertes Signal ist die Nutzung von Rituximab im Rahmen von RA zu finden aber das wurde ja schon erwähnt.

Mavenclad / Cladribin habe ich hinzugenommen da früher das mögliche Krebsrisiko in Foren regelrecht als Fakt dargestellt wurde ohne zu erwähnen, daß das Gerücht damals durch eine fehlerhafte Berechnung in den Zulassungsstudien entstanden war.

Zusammenfassung Risiken:
Niedrig: Cladribin/Mavenclad (≈ 20 % der MS Basisinzidenz).
Mittel: Ocrevus/Kesimpta/Rituximab (MS) liegen ähnlich (≈ 35–45 % der MS Basisinzidenz).
Höher: Rituximab (RA) liegt deutlich höher und nahe der MS Basisinzidenz – andere Population (RA), oft andere Begleittherapien; nicht direkt mit MS DMTs vergleichbar.

Detailbewertung:
Ocrevus: Langzeit Sicherheitsdaten zeigen ~0,28–0,36/100 PY für Malignitäten (ohne NMSC; standardisiert auf externe Register) – das entspricht ~280–360/100.000 PY und liegt unter der MS Basisinzidenz. [fr-prod.as…rosoft.com]
Kesimpta: ALITHIOS Gesamtdatensatz weist ~0,32/100 PY aus → 320/100.000 PY, ebenfalls unter der MS Basisinzidenz. [fr-prod.as…rosoft.com]
Rituximab (MS): MS/NMOSD Kohorte zeigt ~3,5/1.000 PY → 350/100.000 PY; vergleichbar mit Ocrevus/Kesimpta. [adrreports.eu]
Rituximab (RA): ~7,4/1.000 PY → 740/100.000 PY; höher, aber RA ≠ MS. [ocrevus-hcp.com]
Cladribin/Mavenclad: Post Approval Analyse (MENACTRIMS 2024) 0,16/100 PY → 160/100.000 PY; am niedrigsten im Vergleichsfeld. 5

Referenzrahmen: Die MS Basisinzidenz liegt bei ca. 799/100.000 PY (10 Jahres Daten). Daher erscheinen die EAIRs der MS DMTs (Ocrevus/Kesimpta/Rituximab MS) moderat und unter dem epidemiologischen Referenzwert; Cladribin/Mavenclad ist niedrig. 67


Die berechneten ADR Reports Raten (EU Spontanmeldungen, SOC „Neoplasmen benign, malignant and unspecified“) liegen deutlich niedriger (z. B. Kesimpta ~195/100.000 PY, Ocrevus ~83/100.000 PY), da Spontanmeldungen die Inzidenz systematisch unterschätzen und nicht kausal sind—sie enthalten zudem benigne/unspezifische Neoplasmen. Als Zusatzkontext nützlich, aber nicht für Risiko Vergleiche geeignet.

Soviel jedenfalls zu Fakten und Statisiken. Diejenigen, die das anders sehen, werden sicherlich wieder ihre eigenen Fakten und Quellen haben…

1 „Gefällt mir“

Stastische Auswertung zum Vergleich.

Kurz gesagt: Es gibt keine klaren, starken Hinweise darauf, dass Kesimpta (Ofatumumab) oder Ocrevus (Ocrelizumab) das Krebsrisiko deutlich erhöhen, und auch bei Cladribin („Caldibrin“) ist das Krebsrisiko in klinischen Studien nicht klar erhöht, aber die Datenlage ist unterschiedlich stark. Hier ein Überblick, verständlich und vergleichend:

:microscope: 1. Kesimpta (Ofatumumab)

  • Kesimpta ist ein Anti-CD20-Antikörper, der B-Zellen vermindert, ähnlich wie Ocrevus. ifap.de
  • In den Zulassungsstudien wurden einige Krebserkrankungen beobachtet (z. B. 5 in der Kesimpta-Gruppe vs. 4 in der Vergleichsgruppe mit Teriflunomid), aber keine bestimmte Krebsart gehäuft, und kein statistisch signifikanter Trend wurde bestätigt. ms-patientenhandbuch.de
  • Offizielle Patienteninformationen weisen darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen aufgrund der Wirkweise nicht völlig ausgeschlossen werden kann — regelmäßige Vorsorge wird empfohlen. ms-qualitaetshandbuch.de
  • Bisherige Langzeitdaten lassen nicht auf ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko schließen, aber da Kesimpta relativ neu ist, sind Langzeitdaten noch begrenzt. ms-patientenhandbuch.de

:point_right: Fazit: Kein klar bestätigtes erhöhtes Krebsrisiko, aber Vorsicht und ärztliche Überwachung empfohlen.

:microscope: 2. Ocrevus (Ocrelizumab)

  • Ocrevus ist ebenfalls ein Anti-CD20-Antikörper mit ähnlichem Wirkmechanismus wie Kesimpta. dmsg.de
  • In frühen Studien schien es in einzelnen Fällen mehr Krebsdiagnosen zu geben (z. B. in OPERA/ORATORIO-Daten), dies führte aber nicht zu einer Zulassungsverweigerung, da die Zahlen klein waren und ein eindeutiger kausaler Zusammenhang nicht bestätigt wurde. Ärzteblatt
  • Größere Auswertungen und Metaanalysen zeigen keine konsistenten, starken Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Ocrevus im Vergleich zu anderen MS-Therapien oder zur Allgemeinbevölkerung. Multiple Sklerose News - AMSEL+1

:point_right: Fazit: Ein potenzielles Krebsrisiko wird nicht als deutlich erhöht angesehen in der Standard-MS-Therapie mit Ocrevus.

:microscope: 3. Cladribin (z. B. „Mavenclad“) – vermutlich gemeint mit „Caldibrin“

  • Cladribin ist ein immunmodulatorisches Medikament, das ursprünglich auch zur Behandlung einer Krebsform (Haarzellleukämie) verwendet wurde. Wikipedia
  • In MS-Studien gab es früher Hinweise auf etwas höhere Raten von Krebserkrankungen im Vergleich zu Placebo, jedoch später keine eindeutigen Beweise für ein dauerhaft erhöhtes Risiko im zugelassenen Anwendungsbereich. ResearchGate+1
  • Manche Analysen zeigen, dass neuere MS-Medikamente im Allgemeinen kein deutlich höheres Krebsrisiko aufweisen als andere Therapien — mit Ausnahme bestimmter Wirkstoffe wie Alemtuzumab, die ein stärkeres Monitoring erfordern. Actas Dermo

:point_right: Fazit: Cladribin hatte früher einmal Bedenken bezüglich Krebsrisiko, diese haben sich in der Standard-MS-Therapie größtenteils nicht bestätigt, aber auch hier ist ärztliche Überwachung sinnvoll.

:bar_chart: Vergleich: Krebsrisiko Kesimpta vs. Ocrevus vs. Cladribin

Therapie Mechanismus Hinweis auf erhöhtes Krebsrisiko
Kesimpta (Ofatumumab) Anti-CD20 B-Zell-Therapie Nicht klar erhöht, Studien zeigen keine deutliche Signalanomalie; Überwachung empfohlen ms-patientenhandbuch.de
Ocrevus (Ocrelizumab) Anti-CD20 B-Zell-Therapie Kein konsistent erhöhtes Risiko bestätigt Multiple Sklerose News - AMSEL
Cladribin (Mavenclad) Lymphozyten-Reduktion Früher Hinweise, später Analysen eher kein signifikant erhöhtes Risiko ResearchGate

:brain: Wichtige Punkte

  • MS selbst scheint nicht generell ein deutliches Krebsrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zu haben. DeutschesGesundheitsPortal
  • Bei allen immunmodulierenden Therapien ist eine gewisse theoretische Möglichkeit eines erhöhten Krebsrisikos vorhanden, weil das Immunsystem eine Rolle bei der Erkennung entarteter Zellen spielt. Frontiers
  • Langzeitdaten sind begrenzt, besonders bei neueren Medikamenten wie Kesimpta.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und ein Gespräch mit deinem/ deiner Neurolog:in sind wichtig, um individuelle Risiken besser einzuschätzen.

:pushpin: Empfehlung

Sprich mit deinem Neurologen bzw. Ärzteteam über:

  • Deine individuellen Risikofaktoren (z. B. familiäre Krebsvorgeschichte).
  • Ob und wie oft Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind.
  • Welche Therapie für dich hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit am besten passt.

Hier sind konkrete Studien-Ergebnisse und Zahlen zum Thema Krebsrisiko bei Kesimpta (Ofatumumab), Ocrevus (Ocrelizumab) und Cladribin, damit du ein besseres Gefühl für tatsächliche Daten aus klinischen Studien bekommst:

:test_tube: 1. Kesimpta (Ofatumumab) – Daten aus Zulassungsstudien

:pushpin: In den Phase-III-Studien ASCLEPIOS I & II (fast 1.900 MS-Patient*innen):

  • 5 Krebserkrankungen traten unter Kesimpta auf.
  • In der Vergleichsgruppe mit Teriflunomid gab es 4 Krebserkrankungen.
  • Keine bestimmte Krebsart war gehäuft oder statistisch signifikant häufiger unter Kesimpta.
  • Schwerwiegende Nebenwirkungen, einschließlich Krebs, traten nicht häufiger als im Vergleichsarm auf. ms-patientenhandbuch.de

:arrow_right: Ergebnis: Kein statistisch belegter Anstieg des Krebsrisikos im Vergleich zur Kontrolltherapie.

:bar_chart: 2. Ocrevus (Ocrelizumab) – Daten aus Zulassungsstudien

:pushpin: In den Zulassungsstudien (z. B. OPERA I/II und ORATORIO):

  • In einer der Studien traten 11 mal bösartige Tumoren bei Ocrelizumab auf, 2 mal im Placebo-Arm.
  • Dazu gehörten Fälle von Brustkrebs, Hautkrebs und anderen Tumoren.
  • Diese Unterschiede waren nicht statistisch eindeutig, und sowohl regulatorische Behörden als auch Leitlinien sehen kein klar erhöhtes Risiko. DMSG

:pushpin: Leitlinien/Reviews erwähnen, dass Ocrelizumab eine Warnung bzgl. möglichem Krebsrisiko hat, z. B. für Brustkrebs, basierend auf Studiendaten. Springer Link

:arrow_right: Ergebnis: Hinweise aus Studien auf einzelne Tumorfälle, aber kein klarer, statistisch bestätigter Anstieg des Krebsrisikos.

:chart_with_upwards_trend: 3. Cladribin – Zulassungsstudien und Analysen

:pushpin: Mehrere große Auswertungen zeigen folgendes:

  • Cladribin hat in früheren Daten und Produktinformationen eine „Boxed Warning“ bzw. Warnhinweise bzgl. Malignomen (Krebserkrankungen) – vergleichbar oder stärker als bei Ocrevus. Springer Link
  • Eine integrierte Sicherheitsanalyse von über 1.500 MS-Patient*innen in verschiedenen Cladribin-Studien fand:
    • Krebsrate unter Cladribin: ca. 0,26 Fälle pro 100 Patienten-Jahre
    • Vergleich mit Placebo: ca. 0,12 Fälle pro 100 Patienten-Jahre
    • Vergleich mit allgemeiner Bevölkerung (GLOBOCAN-Daten): standardisierte Inzidenzrate 0,88 (95 % CI 0,44–1,69), also kein signifikanter Anstieg. PMC

:arrow_right: Ergebnis: Obwohl Cladribin strengere Warnhinweise hat, zeigen die Daten keine statistisch eindeutige Erhöhung des Krebsrisikos im Vergleich zu Placebo oder zur allgemeinen Bevölkerung.

:pushpin: Was bedeutet das praktisch?

:round_pushpin: Kesimpta (Ofatumumab)

  • Studien zeigen keinen deutlich erhöhten Krebsrisiko-Trend im Vergleich zur Kontrollgruppe.
  • Langzeitdaten sind noch begrenzt, daher wird regelmäßige Vorsorge empfohlen. ms-patientenhandbuch.de

:round_pushpin: Ocrevus (Ocrelizumab)

  • In Zulassungsstudien gab es mehr Tumorpunkte im Therapiearm als im Placebo-Arm, jedoch nicht statistisch eindeutig.
  • Offizielle Warnhinweise zur Beobachtung bestehen, aber kein klar belegter Risikozuwachs. Springer Link+1

:round_pushpin: Cladribin

  • Hat strengere Warnhinweise (Boxed Warnings), aber große Auswertungen zeigen keine signifikant höhere Krebsrate.
  • In einigen Analysen lag die Krebsrate sogar vergleichbar zur allgemeinen Bevölkerung. PMC

:pushpin: Einordnung im Vergleich

Therapie Datenlage Krebsrisiko (Studien) Konkrete Hinweise
Kesimpta (Ofatumumab) Keine statistisch erhöhte Rate im Vergleich zu Kontrollarm 5 vs. 4 Fälle in Studien; keine Häufung bestimmter Krebsarten ms-patientenhandbuch.de
Ocrevus (Ocrelizumab) einzelne Fälle mehr im Therapiearm, aber nicht klar kausal 11 vs. 2 Tumoren in einer Studie, keine eindeutige Signifikanz DMSG
Cladribin keine signifikant höhere Rate im Vergleich zu Placebo oder Allgemeinbevölkerung Standardisierte Inzidenzrate nicht erhöht PMC

:brain: Wichtige Ergänzungen

:white_check_mark: MS-Patient*innen insgesamt haben nach großen Beobachtungsdaten kein allgemein erhöhtes Krebsrisiko durch MS oder ihre Therapie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. DeutschesGesundheitsPortal

:microscope: Immunmodulierende Therapien können theoretisch das Immunsystem beeinflussen, was die Krebsabwehr etwas verändert, aber klinische Daten zeigen bisher keine klare, starke Erhöhung des Krebsrisikos für diese drei Therapien. PubMed

:stethoscope: Langzeit-Überwachung und regelmäßige Vorsorge sind wichtig, insbesondere bei Personen mit familiärer oder persönlicher Krebsanamnese.

:pushpin: Praxis-Empfehlungen für dich

:point_right: Sprich mit deinem Neurologen über:

  • Individuelle Krebsrisikofaktoren (Familienanamnese, eigene Vorgeschichte)
  • Empfohlenes Screening-Programm (z. B. Mammografie, Hautkrebsscreening, Darmkrebsvorsorge)
  • Wie lange und mit welchen Kontrollintervallen du überwacht werden solltest

Wow, das ist ja umfangreich und sehr übersichtlich!

Hast du auch eine Übersicht für Alemtuzumab?

ja aber Infos ohne Garantie ob das alles richtig ist

Ja — bei Alemtuzumab (Lemtrada®) für MS-Patienten besteht ein potenzielles Krebsrisiko, allerdings ist das Risiko insgesamt eher selten und nicht eindeutig stark erhöht, und Untersuchungen zeigen gemischte Ergebnisse: Drugs.com+1

:pushpin: Was berichten Studien und Zulassungsdaten?

1. Malignitäten wurden beobachtet

  • In klinischen Studien und in der Post-Marketing-Erfahrung traten verschiedene Krebsformen auf, darunter:
    • Schilddrüsenkrebs
    • Melanome (Hautkrebs)
    • lymphoide Erkrankungen / Lymphome
    • andere Tumoren (z. B. Brust- oder Basalzellkarzinome) Drugs.com+1

Diese Beobachtungen führten zu entsprechenden Warnhinweisen in Fachinformationen, und es wird ausdrücklich zur Haut- und Schilddrüsenkontrolle geraten (z. B. jährliche Hautuntersuchungen) sowie zu Vorsicht bei Patienten mit bestehender oder früherer Krebserkrankung. Drugs.com

2. In Studien war kein klar signifikanter Anstieg gegenüber Vergleichsgruppen

  • Einige Studien konnten keine statistisch gesicherte Erhöhung des Krebsrisikos im Vergleich zu Interferon-beta-Behandlung zeigen – aber:
    • Die Studien sind nicht groß genug, um seltene Ereignisse wie Krebs vollständig auszuschließen
    • Langzeitdaten fehlen noch, und manche Krebsarten entwickeln sich über viele Jahre msddjournal.biomedcentral.com+1

:pushpin: Warum kann es theoretisch ein Risiko geben?

Alemtuzumab wirkt durch eine Depletion (Reduktion) von T- und B-Lymphozyten, was das Immunsystem stark verändert. Dadurch kann:

  • die Immunüberwachung von entstehenden Tumorzellen zeitweise reduziert sein
  • Autoimmunprozesse (z. B. gegen die Schilddrüse) auftreten, die theoretisch das Krebsrisiko beeinflussen könnten MDPI

Nicht klar ist jedoch, ob die beobachteten Krebsfälle direkt durch das Medikament verursacht wurden oder mit anderen Faktoren (z. B. erhöhter Überwachung, familiärer Risiko, Zufall) zusammenhängen. NICE

:pushpin: Wie wird das Risiko praktisch gemanagt?

Weil mögliche Spätfolgen nicht ausgeschlossen werden können, gilt bei Alemtuzumab ein enges Monitoring-Programm:

  • Regelmäßige Blutuntersuchungen
  • Schilddrüsen- und Hautkontrollen
  • Bei Auffälligkeiten frühzeitige Diagnostik
    Diese Überwachung wird meist mehrere Jahre nach der letzten Alemtuzumab-Gabe fortgeführt. NICE

:brain: Kurz gesagt

:white_check_mark: Es gibt Hinweise auf Krebserkrankungen bei einigen Patienten nach Alemtuzumab-Therapie. Drugs.com
:warning: Ein klar erhöhtes allgemeines Krebsrisiko ist derzeit nicht eindeutig wissenschaftlich belegt, zumal Daten begrenzt sind. msddjournal.biomedcentral.com
:clipboard: Trotzdem wird vorbeugend eine engmaschige Überwachung empfohlen, insbesondere für Schilddrüse und Haut. Drugs.com

Wenn du eine individuelle Einschätzung möchtest (z. B. basierend auf Alter, Familienanamnese, Vorbelastungen), kann ich das auch gerne erklären oder dir helfen, konkrete Fragen für deinen Arzt vorzubereiten.

Vielen Dank!

Ich fühle mich ganz gut beraten von meiner Neurologin. Fand es aber trotzdem spannend, das zu lesen.

Schilddrüse ist schon entfernt nach Schilddrüsenerkrankung durch Lemtrada. Der Rest wird regelmäßig kontrolliert.

1 „Gefällt mir“