so wie andere geschrieben haben - am Ende ist es deine Entscheidung, da man die Medikamentwirkung bei dir nicht vorher sagen kann. Wenn die Ärzte allerdings der Meinung sind, dass Stufe I nicht ausreichend ist, und Stufe 3 wie Kesimpta vorschlagen, wäre es für mich durchaus ein gewichtiges Argument.

Bis auf das Problem, dass die Lymphos, die Kesimpta killt, bei einigen Patienten nach der Absetzung des Medikamentes nicht in der vorgesehenen Zeit wieder kommen, scheint es mir ein gutes Medikament zu sein. (Klar bezogen auf MS, da ist alles Pest und Cholera.) Zumindest wollte ich es nehmen und der Neurologe auch verschreiben, bis der Nachweis auf überstandene Hepatitis kam. Dann sind alle in Deutschland zugelassenen Stufe 3 Medikamente ausgeschlossen. Ansonsten ist der Ansatz moderner gleich mit den starken Mitteln zu starten, da man hier bessere Erfahrungen gesammelt hat. Zumindest gib es Studie(n) dazu.

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Danke.
Bin dankbar, das ich das Alles noch kann.

Meine Zufallsdiagnose ist erst 6 Jahre. 1999 Hörsturz und 2004 Sehnervenentzündung (war ich nicht beim Arzt). Mir ging es bis dahin überdurchschnittlich gut.
Der EDSS lag zuletzt bei 3,5. War auch mal bei 4. Da ging es mir sogar besser als heute.

Wie du zu der Aussage kommst, die MS sei stabil, wo die Diagnose gerade mal ein Jahr her ist, kann ich mir nciht erklären. Auf Basis des beschriebenne Befundes aber mit Stufe 3-Medikamenten zu behandeln ist komplett konform mit der Leitlinie (die manchen auch weiterhin mit dem Eskalationsschema zu zögerlich ist). Mit Daclizumab besteht hier kein Zusammenhang.

bei dem alten Rituximab ist das erhöhte Tumorrisiko nachgewisen, selbst der Gyn weiß darüber bescheid.

Dann hätte ich gern mal was konkretes dazu, statt nur die Aussage eines Gyn. Es stimmt dass es bei Ocrevus aufgrund der Studienlage Befürchtungen eines erhöhten Krebsrisikos gab. Dass hat sich statistisch aber nicht bestätigt. So kam aber der Warnhinweis in den Beipackzettel. Und kein Hersteller würde das wirtschaftliche Risiko eingehen, diese Angabe zu entfernen. Man gibt grundsätzlich lieber zuviel, als zu wenig Nebenwirkungen an. Aber das wird das sein, was der Gyn kennt.

Registerstudie von 2020 aus Schweden: Erhöhtes Krebsrisiko nur für Fingolimod, nicht für RTX oder Tysabri/Natalizumab
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ana.25701

Das muss man sich dann auch genau angucken. Bei Rheuma wird/wurde RTX wohl eher bei stärkeren Verläufen verordnet. Und Rheuma-Patient*innen haben grundsätzlich ein erhöhtes Krebsrisiko.

Was auch stimmt ist, dass man keine Daten über 50 Jahre dazu hat und ein erhöhtes Krebsrisiko rein theoretisch natürlich plausibel ist, wenn man einen Teil des Immunsystems unterdrückt. Also ausschließen kann man das keinesfalls. Aber bisher ist meines WIssens hier nichts entsprechendes beobachtet worden. Das muss man dann selbst abwägen. Auf 30-50-Jahres-Daten zu warten, heißt in der Regel dass man von neuen medizinischen Fortschritten ausgeschlossen bleibt. Denn nach dem Zeitraum bringt eine Behandlung oft nicht mehr viel.

Wer auf Langzeiterfahrungen >35 Jahre besteht, hat aktuell kein einziges verfügbares Medikament. Selbst Interferon wurde erst in den 90ern zugelassen.

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Für robustere Statistiken kann man gerne eine Auswertung der Europäischen Nebenwirkungs Datenbank fahren. Stand 14.12.25 ist bei den Haupt CD20-Therapien nicht viel Risiko zu finden. Einziges nennenswertes Signal ist die Nutzung von Rituximab im Rahmen von RA zu finden aber das wurde ja schon erwähnt.

Mavenclad / Cladribin habe ich hinzugenommen da früher das mögliche Krebsrisiko in Foren regelrecht als Fakt dargestellt wurde ohne zu erwähnen, daß das Gerücht damals durch eine fehlerhafte Berechnung in den Zulassungsstudien entstanden war.

Zusammenfassung Risiken:
Niedrig: Cladribin/Mavenclad (≈ 20 % der MS Basisinzidenz).
Mittel: Ocrevus/Kesimpta/Rituximab (MS) liegen ähnlich (≈ 35–45 % der MS Basisinzidenz).
Höher: Rituximab (RA) liegt deutlich höher und nahe der MS Basisinzidenz – andere Population (RA), oft andere Begleittherapien; nicht direkt mit MS DMTs vergleichbar.

Detailbewertung:
Ocrevus: Langzeit Sicherheitsdaten zeigen ~0,28–0,36/100 PY für Malignitäten (ohne NMSC; standardisiert auf externe Register) – das entspricht ~280–360/100.000 PY und liegt unter der MS Basisinzidenz. [fr-prod.as…rosoft.com]
Kesimpta: ALITHIOS Gesamtdatensatz weist ~0,32/100 PY aus → 320/100.000 PY, ebenfalls unter der MS Basisinzidenz. [fr-prod.as…rosoft.com]
Rituximab (MS): MS/NMOSD Kohorte zeigt ~3,5/1.000 PY → 350/100.000 PY; vergleichbar mit Ocrevus/Kesimpta. [adrreports.eu]
Rituximab (RA): ~7,4/1.000 PY → 740/100.000 PY; höher, aber RA ≠ MS. [ocrevus-hcp.com]
Cladribin/Mavenclad: Post Approval Analyse (MENACTRIMS 2024) 0,16/100 PY → 160/100.000 PY; am niedrigsten im Vergleichsfeld. 5

Referenzrahmen: Die MS Basisinzidenz liegt bei ca. 799/100.000 PY (10 Jahres Daten). Daher erscheinen die EAIRs der MS DMTs (Ocrevus/Kesimpta/Rituximab MS) moderat und unter dem epidemiologischen Referenzwert; Cladribin/Mavenclad ist niedrig. 67


Die berechneten ADR Reports Raten (EU Spontanmeldungen, SOC „Neoplasmen benign, malignant and unspecified“) liegen deutlich niedriger (z. B. Kesimpta ~195/100.000 PY, Ocrevus ~83/100.000 PY), da Spontanmeldungen die Inzidenz systematisch unterschätzen und nicht kausal sind—sie enthalten zudem benigne/unspezifische Neoplasmen. Als Zusatzkontext nützlich, aber nicht für Risiko Vergleiche geeignet.

Soviel jedenfalls zu Fakten und Statisiken. Diejenigen, die das anders sehen, werden sicherlich wieder ihre eigenen Fakten und Quellen haben…

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Stastische Auswertung zum Vergleich.

Kurz gesagt: Es gibt keine klaren, starken Hinweise darauf, dass Kesimpta (Ofatumumab) oder Ocrevus (Ocrelizumab) das Krebsrisiko deutlich erhöhen, und auch bei Cladribin („Caldibrin“) ist das Krebsrisiko in klinischen Studien nicht klar erhöht, aber die Datenlage ist unterschiedlich stark. Hier ein Überblick, verständlich und vergleichend:

:microscope: 1. Kesimpta (Ofatumumab)

  • Kesimpta ist ein Anti-CD20-Antikörper, der B-Zellen vermindert, ähnlich wie Ocrevus. ifap.de
  • In den Zulassungsstudien wurden einige Krebserkrankungen beobachtet (z. B. 5 in der Kesimpta-Gruppe vs. 4 in der Vergleichsgruppe mit Teriflunomid), aber keine bestimmte Krebsart gehäuft, und kein statistisch signifikanter Trend wurde bestätigt. ms-patientenhandbuch.de
  • Offizielle Patienteninformationen weisen darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen aufgrund der Wirkweise nicht völlig ausgeschlossen werden kann — regelmäßige Vorsorge wird empfohlen. ms-qualitaetshandbuch.de
  • Bisherige Langzeitdaten lassen nicht auf ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko schließen, aber da Kesimpta relativ neu ist, sind Langzeitdaten noch begrenzt. ms-patientenhandbuch.de

:point_right: Fazit: Kein klar bestätigtes erhöhtes Krebsrisiko, aber Vorsicht und ärztliche Überwachung empfohlen.

:microscope: 2. Ocrevus (Ocrelizumab)

  • Ocrevus ist ebenfalls ein Anti-CD20-Antikörper mit ähnlichem Wirkmechanismus wie Kesimpta. dmsg.de
  • In frühen Studien schien es in einzelnen Fällen mehr Krebsdiagnosen zu geben (z. B. in OPERA/ORATORIO-Daten), dies führte aber nicht zu einer Zulassungsverweigerung, da die Zahlen klein waren und ein eindeutiger kausaler Zusammenhang nicht bestätigt wurde. Ärzteblatt
  • Größere Auswertungen und Metaanalysen zeigen keine konsistenten, starken Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Ocrevus im Vergleich zu anderen MS-Therapien oder zur Allgemeinbevölkerung. Multiple Sklerose News - AMSEL+1

:point_right: Fazit: Ein potenzielles Krebsrisiko wird nicht als deutlich erhöht angesehen in der Standard-MS-Therapie mit Ocrevus.

:microscope: 3. Cladribin (z. B. „Mavenclad“) – vermutlich gemeint mit „Caldibrin“

  • Cladribin ist ein immunmodulatorisches Medikament, das ursprünglich auch zur Behandlung einer Krebsform (Haarzellleukämie) verwendet wurde. Wikipedia
  • In MS-Studien gab es früher Hinweise auf etwas höhere Raten von Krebserkrankungen im Vergleich zu Placebo, jedoch später keine eindeutigen Beweise für ein dauerhaft erhöhtes Risiko im zugelassenen Anwendungsbereich. ResearchGate+1
  • Manche Analysen zeigen, dass neuere MS-Medikamente im Allgemeinen kein deutlich höheres Krebsrisiko aufweisen als andere Therapien — mit Ausnahme bestimmter Wirkstoffe wie Alemtuzumab, die ein stärkeres Monitoring erfordern. Actas Dermo

:point_right: Fazit: Cladribin hatte früher einmal Bedenken bezüglich Krebsrisiko, diese haben sich in der Standard-MS-Therapie größtenteils nicht bestätigt, aber auch hier ist ärztliche Überwachung sinnvoll.

:bar_chart: Vergleich: Krebsrisiko Kesimpta vs. Ocrevus vs. Cladribin

Therapie Mechanismus Hinweis auf erhöhtes Krebsrisiko
Kesimpta (Ofatumumab) Anti-CD20 B-Zell-Therapie Nicht klar erhöht, Studien zeigen keine deutliche Signalanomalie; Überwachung empfohlen ms-patientenhandbuch.de
Ocrevus (Ocrelizumab) Anti-CD20 B-Zell-Therapie Kein konsistent erhöhtes Risiko bestätigt Multiple Sklerose News - AMSEL
Cladribin (Mavenclad) Lymphozyten-Reduktion Früher Hinweise, später Analysen eher kein signifikant erhöhtes Risiko ResearchGate

:brain: Wichtige Punkte

  • MS selbst scheint nicht generell ein deutliches Krebsrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zu haben. DeutschesGesundheitsPortal
  • Bei allen immunmodulierenden Therapien ist eine gewisse theoretische Möglichkeit eines erhöhten Krebsrisikos vorhanden, weil das Immunsystem eine Rolle bei der Erkennung entarteter Zellen spielt. Frontiers
  • Langzeitdaten sind begrenzt, besonders bei neueren Medikamenten wie Kesimpta.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und ein Gespräch mit deinem/ deiner Neurolog:in sind wichtig, um individuelle Risiken besser einzuschätzen.

:pushpin: Empfehlung

Sprich mit deinem Neurologen bzw. Ärzteteam über:

  • Deine individuellen Risikofaktoren (z. B. familiäre Krebsvorgeschichte).
  • Ob und wie oft Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind.
  • Welche Therapie für dich hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit am besten passt.

Hier sind konkrete Studien-Ergebnisse und Zahlen zum Thema Krebsrisiko bei Kesimpta (Ofatumumab), Ocrevus (Ocrelizumab) und Cladribin, damit du ein besseres Gefühl für tatsächliche Daten aus klinischen Studien bekommst:

:test_tube: 1. Kesimpta (Ofatumumab) – Daten aus Zulassungsstudien

:pushpin: In den Phase-III-Studien ASCLEPIOS I & II (fast 1.900 MS-Patient*innen):

  • 5 Krebserkrankungen traten unter Kesimpta auf.
  • In der Vergleichsgruppe mit Teriflunomid gab es 4 Krebserkrankungen.
  • Keine bestimmte Krebsart war gehäuft oder statistisch signifikant häufiger unter Kesimpta.
  • Schwerwiegende Nebenwirkungen, einschließlich Krebs, traten nicht häufiger als im Vergleichsarm auf. ms-patientenhandbuch.de

:arrow_right: Ergebnis: Kein statistisch belegter Anstieg des Krebsrisikos im Vergleich zur Kontrolltherapie.

:bar_chart: 2. Ocrevus (Ocrelizumab) – Daten aus Zulassungsstudien

:pushpin: In den Zulassungsstudien (z. B. OPERA I/II und ORATORIO):

  • In einer der Studien traten 11 mal bösartige Tumoren bei Ocrelizumab auf, 2 mal im Placebo-Arm.
  • Dazu gehörten Fälle von Brustkrebs, Hautkrebs und anderen Tumoren.
  • Diese Unterschiede waren nicht statistisch eindeutig, und sowohl regulatorische Behörden als auch Leitlinien sehen kein klar erhöhtes Risiko. DMSG

:pushpin: Leitlinien/Reviews erwähnen, dass Ocrelizumab eine Warnung bzgl. möglichem Krebsrisiko hat, z. B. für Brustkrebs, basierend auf Studiendaten. Springer Link

:arrow_right: Ergebnis: Hinweise aus Studien auf einzelne Tumorfälle, aber kein klarer, statistisch bestätigter Anstieg des Krebsrisikos.

:chart_with_upwards_trend: 3. Cladribin – Zulassungsstudien und Analysen

:pushpin: Mehrere große Auswertungen zeigen folgendes:

  • Cladribin hat in früheren Daten und Produktinformationen eine „Boxed Warning“ bzw. Warnhinweise bzgl. Malignomen (Krebserkrankungen) – vergleichbar oder stärker als bei Ocrevus. Springer Link
  • Eine integrierte Sicherheitsanalyse von über 1.500 MS-Patient*innen in verschiedenen Cladribin-Studien fand:
    • Krebsrate unter Cladribin: ca. 0,26 Fälle pro 100 Patienten-Jahre
    • Vergleich mit Placebo: ca. 0,12 Fälle pro 100 Patienten-Jahre
    • Vergleich mit allgemeiner Bevölkerung (GLOBOCAN-Daten): standardisierte Inzidenzrate 0,88 (95 % CI 0,44–1,69), also kein signifikanter Anstieg. PMC

:arrow_right: Ergebnis: Obwohl Cladribin strengere Warnhinweise hat, zeigen die Daten keine statistisch eindeutige Erhöhung des Krebsrisikos im Vergleich zu Placebo oder zur allgemeinen Bevölkerung.

:pushpin: Was bedeutet das praktisch?

:round_pushpin: Kesimpta (Ofatumumab)

  • Studien zeigen keinen deutlich erhöhten Krebsrisiko-Trend im Vergleich zur Kontrollgruppe.
  • Langzeitdaten sind noch begrenzt, daher wird regelmäßige Vorsorge empfohlen. ms-patientenhandbuch.de

:round_pushpin: Ocrevus (Ocrelizumab)

  • In Zulassungsstudien gab es mehr Tumorpunkte im Therapiearm als im Placebo-Arm, jedoch nicht statistisch eindeutig.
  • Offizielle Warnhinweise zur Beobachtung bestehen, aber kein klar belegter Risikozuwachs. Springer Link+1

:round_pushpin: Cladribin

  • Hat strengere Warnhinweise (Boxed Warnings), aber große Auswertungen zeigen keine signifikant höhere Krebsrate.
  • In einigen Analysen lag die Krebsrate sogar vergleichbar zur allgemeinen Bevölkerung. PMC

:pushpin: Einordnung im Vergleich

Therapie Datenlage Krebsrisiko (Studien) Konkrete Hinweise
Kesimpta (Ofatumumab) Keine statistisch erhöhte Rate im Vergleich zu Kontrollarm 5 vs. 4 Fälle in Studien; keine Häufung bestimmter Krebsarten ms-patientenhandbuch.de
Ocrevus (Ocrelizumab) einzelne Fälle mehr im Therapiearm, aber nicht klar kausal 11 vs. 2 Tumoren in einer Studie, keine eindeutige Signifikanz DMSG
Cladribin keine signifikant höhere Rate im Vergleich zu Placebo oder Allgemeinbevölkerung Standardisierte Inzidenzrate nicht erhöht PMC

:brain: Wichtige Ergänzungen

:white_check_mark: MS-Patient*innen insgesamt haben nach großen Beobachtungsdaten kein allgemein erhöhtes Krebsrisiko durch MS oder ihre Therapie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. DeutschesGesundheitsPortal

:microscope: Immunmodulierende Therapien können theoretisch das Immunsystem beeinflussen, was die Krebsabwehr etwas verändert, aber klinische Daten zeigen bisher keine klare, starke Erhöhung des Krebsrisikos für diese drei Therapien. PubMed

:stethoscope: Langzeit-Überwachung und regelmäßige Vorsorge sind wichtig, insbesondere bei Personen mit familiärer oder persönlicher Krebsanamnese.

:pushpin: Praxis-Empfehlungen für dich

:point_right: Sprich mit deinem Neurologen über:

  • Individuelle Krebsrisikofaktoren (Familienanamnese, eigene Vorgeschichte)
  • Empfohlenes Screening-Programm (z. B. Mammografie, Hautkrebsscreening, Darmkrebsvorsorge)
  • Wie lange und mit welchen Kontrollintervallen du überwacht werden solltest

Wow, das ist ja umfangreich und sehr übersichtlich!

Hast du auch eine Übersicht für Alemtuzumab?

ja aber Infos ohne Garantie ob das alles richtig ist

Ja — bei Alemtuzumab (Lemtrada®) für MS-Patienten besteht ein potenzielles Krebsrisiko, allerdings ist das Risiko insgesamt eher selten und nicht eindeutig stark erhöht, und Untersuchungen zeigen gemischte Ergebnisse: Drugs.com+1

:pushpin: Was berichten Studien und Zulassungsdaten?

1. Malignitäten wurden beobachtet

  • In klinischen Studien und in der Post-Marketing-Erfahrung traten verschiedene Krebsformen auf, darunter:
    • Schilddrüsenkrebs
    • Melanome (Hautkrebs)
    • lymphoide Erkrankungen / Lymphome
    • andere Tumoren (z. B. Brust- oder Basalzellkarzinome) Drugs.com+1

Diese Beobachtungen führten zu entsprechenden Warnhinweisen in Fachinformationen, und es wird ausdrücklich zur Haut- und Schilddrüsenkontrolle geraten (z. B. jährliche Hautuntersuchungen) sowie zu Vorsicht bei Patienten mit bestehender oder früherer Krebserkrankung. Drugs.com

2. In Studien war kein klar signifikanter Anstieg gegenüber Vergleichsgruppen

  • Einige Studien konnten keine statistisch gesicherte Erhöhung des Krebsrisikos im Vergleich zu Interferon-beta-Behandlung zeigen – aber:
    • Die Studien sind nicht groß genug, um seltene Ereignisse wie Krebs vollständig auszuschließen
    • Langzeitdaten fehlen noch, und manche Krebsarten entwickeln sich über viele Jahre msddjournal.biomedcentral.com+1

:pushpin: Warum kann es theoretisch ein Risiko geben?

Alemtuzumab wirkt durch eine Depletion (Reduktion) von T- und B-Lymphozyten, was das Immunsystem stark verändert. Dadurch kann:

  • die Immunüberwachung von entstehenden Tumorzellen zeitweise reduziert sein
  • Autoimmunprozesse (z. B. gegen die Schilddrüse) auftreten, die theoretisch das Krebsrisiko beeinflussen könnten MDPI

Nicht klar ist jedoch, ob die beobachteten Krebsfälle direkt durch das Medikament verursacht wurden oder mit anderen Faktoren (z. B. erhöhter Überwachung, familiärer Risiko, Zufall) zusammenhängen. NICE

:pushpin: Wie wird das Risiko praktisch gemanagt?

Weil mögliche Spätfolgen nicht ausgeschlossen werden können, gilt bei Alemtuzumab ein enges Monitoring-Programm:

  • Regelmäßige Blutuntersuchungen
  • Schilddrüsen- und Hautkontrollen
  • Bei Auffälligkeiten frühzeitige Diagnostik
    Diese Überwachung wird meist mehrere Jahre nach der letzten Alemtuzumab-Gabe fortgeführt. NICE

:brain: Kurz gesagt

:white_check_mark: Es gibt Hinweise auf Krebserkrankungen bei einigen Patienten nach Alemtuzumab-Therapie. Drugs.com
:warning: Ein klar erhöhtes allgemeines Krebsrisiko ist derzeit nicht eindeutig wissenschaftlich belegt, zumal Daten begrenzt sind. msddjournal.biomedcentral.com
:clipboard: Trotzdem wird vorbeugend eine engmaschige Überwachung empfohlen, insbesondere für Schilddrüse und Haut. Drugs.com

Wenn du eine individuelle Einschätzung möchtest (z. B. basierend auf Alter, Familienanamnese, Vorbelastungen), kann ich das auch gerne erklären oder dir helfen, konkrete Fragen für deinen Arzt vorzubereiten.

Vielen Dank!

Ich fühle mich ganz gut beraten von meiner Neurologin. Fand es aber trotzdem spannend, das zu lesen.

Schilddrüse ist schon entfernt nach Schilddrüsenerkrankung durch Lemtrada. Der Rest wird regelmäßig kontrolliert.

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Gerne!
Weiter alles Gute,
VG

Zunächst, irgendwie schon erfreulich zu sehen das LLMs wie ChatGPT immer deutlicher in der Gesellschaft angelangen. Bedingt. Ich weiche vllt ab, aber vllt als Tipp versucht mal zwei LLMs gegeneinander spielen zu lassen. Und lasst euch am Ende des kurzen Copy-paste hin und her ein Prompt/Frage geben. Das ist vllt etwas aufwendiger, aber lieber 10-15min so, als 2-4 Stunden beim Arzt auf blauen Dunst. So ist zumindestens eine Schilddrüsen Überfunktion bei mir überhaupt ins Spiel gekommen… Und ich weiß nicht wieso vorallem ChatGPT es dann immer besser wissen will, vorschläge liefert mit denen dann Gemini vorwärts kommt und ChatGPT macht weiter, usw, usf.

Aber ich kann mir gut vorstellen wieso es genau durch sowas gelungen ist eine LLM-KI mit Hilfe einer anderen “zu hacken”. Ohne so’n Quatsch, insbesondere bei GPT-5.2, und es funktioniert, es wäre weder der AUC noch der BRIER in meiner Bewertungslogik gelandet, oder die Schilddrüsen Fehlfunktion überhaupt aufgefallen.

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Du kannst ja dene Ki mal Fragen weshalb die B Zellen im Immunsystem ausser Kontrolle geraten und solchen neurologischen Schaden anrichten.
Sind die B Zellen seit geburtauf in Schieflage oder unter welchen Einfluss beginnen die autoimmun zu werden?

Sorry aber MelanieAnnemarie hat nach Erfahrungen gefragt weil sie mit der Aussage ihrer Ärzte verunsichert ist, und dann schmeißen hier ein paar mit Chatqpt Verläufe und Statistiken aus dem Internet herum und diskutieren was meiner Meinung nach hier nicht her passt bzw. die eigentliche Frage nicht beantwortet, eher noch mehr verunsichert.

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Erst kurz vor dem Therapiestart bekommst du einen medizinischen Aufklärungsbogen, indem auf mehreren Seiten die Risiken der Therapie beschrieben sind.
Diesen Bogen muss jeder Patient vor Therapiebeginn unterschreiben.

Desweiteren wurde mir z.B. nahegelegt, dass vor Therapiebeginn wichtige Impfungen gemacht werden sollen um vor Infektionen geschützt zu sein.
Lebendimpfstoffe dürfen unter der Therapie nicht gegeben werden.

Da das ganze Vorspiel zur Therapie Entscheidung noch mehr verunsichern kann, wird wohl der Arzt erst mal deine Entscheidung abwarten.

Gegen die viralen Infekte geschützt zu sein oder wenn der Titer bereits eine Immunität nachweist, sollte das prinzipiell ein Vorteil sein.

VG

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Deshalb nur der Hinweis. Wenn schon denn schon es bitte an irgendwelche Werte zu knüpfen die letztlich zeigen “Halluziniert? Wieviele?”

Danke ihr Lieben für eure wertvollen Beiträge! Am 08.01.2026 hab ich einen Termin bei einer Neurologin die sich auf MS spezialisiert hat und werde mir dort noch eine dritte Meinung einholen. Ist zwar privat zu zahlen aber am Telefon meinte sie, es werden so um die 150 Euro werden - das ist es mir auf jeden Fall wert.
Danach werde ich euch Bericht erstatten wie due Entscheidung ausfällt und aus welchen Gründen. :slight_smile:

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Danke für die Rückmeldung.
Finde ich eine gute Entscheidung.
Weiterhin alles Gute.

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Ich bin keine Ärztin nur Patientin aber kurz und knapp, was ich wohl in deiner Lage in Betracht ziehen würde: Jeder Wechsel einer Immuntherapie irritiert natürlich dein Immunsystem, das sich wieder umstellen muss.

Du scheinst mit Tecfidera momentan gut zu fahren (wenn du weder Schub noch Progression noch MRT Änderungen hattest). Ich würde also eventuell noch ein Jahr dabei bleiben (um ständige Wechsel zu vermeiden). Ein Wechsel ist aber selbstverständlich normalerweise auch kein Problem.

Tecfidera geht vor allem auf die T Zellen daher würde ich statt Ocrevus eher Mavenclad anschließen, da es auf die B Zellen (wie Ocrevus) jedoch auch auf die T Zellen geht (womit du ja anscheinend gut fährst). Es ist weniger immunosupressiv als Ocrevus und nach ca 1,5 Jahren Mavenclad kannst du schwanger werden. Falls es tatsächlich zu schwach sein sollte ist der Umstieg auf Ocrevus meist problemlos möglich.
Da dir Tysabri nicht empfohlen wurde gehe ich davon aus, dass du JC positiv bist. Dann würde ich Tysabri nur nehmen wenn die MS eskaliert.

:wink: Ich kann aber auch mit allem falsch liegen - tu was dir Kopf & Bauch sagen

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Gibt es diesen Wert im Blut, im Liqor oder woraus leitet er sich ab? Ich habe noch nie davon gehört.
Anne

(GCIPL <77 beidseits) - meinst du diesen Wert? Laut Google ist der vom OCT. Also Messwert von der Retina des Auges. Hoffentlich okay, wenn ich antworte :sweat_smile: hat mich jetzt nämlich auch interessiert was das sein soll