Hallo
Ich bräuchte etwas Rat, da ich mich aktuell sehr überfordert fühle.
Ich habe bereits seit 25 Jahren MS. Als die Diagnose gestellt wurde war ich 15.
Die ersten Jahre bekam ich Interferone. Nach 4 Jahren brach ich die Therapie ab. Mir ging es mit dieser Entscheidung tatsächlich besser.
Zwischendurch, aber nur aufgrund Gewissensbisse (Geburt von Tochter) versuchte ich neue Therapien zb. Tecfidera. Aufgrund NW wieder abgebrochen.
Ich muss dazu schreiben das ich mich Neurologisch nie gut aufgehoben gefühlt habe. Ich habe ca 6 verschiedene Neurologie Praxen über gewisse Zeiträume aufgesucht. Entweder wurden Beschwerden nie ernst genommen und abgetan oder es hieß nur “friss oder stirb”.
Nach nun 18 Jahren bekam ich vor 2 Wochen einen Schub. Rechte Hand motorisch eingeschränkt, Missempfindungen Fuß und Bein rechts.
Es folgte Hochdosiert Cortison für 5 Tage stationär und nun der erneute Versuch einem Neurologen treu zu werden und eine Therapie zu beginnen. Das Cortison hat bisher nur minimal Erfolg erzielt.
Mittlerweile gibt es ja doch ganz schön viele Wirkstoffe und das überfordert mich. Mein Neuro (Praxis im behandelnden Krankenhaus) hat mir 3 Medikamente der Stufe 3 und eines der Stufe 2 empfohlen. Mit den Stufen musste ich mich erstmal beschäftigen, die gab es damals noch nicht. Wir sprachen nur kurz am Krankenbett. Ich solle mich bis zum Termin belesen.
Ich denke der Arzt wird wissen was für mich das beste wäre, obwohl ich persönlich noch nicht erkennen kann welche Verlaufsform ich nun habe. Die aktuellen MRT Aufnahmen werden seine Empfehlung aber sicher unterstützen.
Es geht um
Cladrbin
Natalizumab
Ocrelizumab
und Ofatumumab
Ich gebe zu, ich habe Angst.
Angst vor Nebenwirkungen. Ich lese Gürtelrose, Krebs, Luftnot und noch einiges mehr. Ich bin mental schon lange nicht mehr die stabilste unter anderem weil ich in den letzten 18 Jahren die ein und andere Diagnose sammeln durfte aber das jetzt nimmt mir den Boden unter den Füßen. Ich bin nur am weinen und fast schon verzweifelt. Mir wird alles momentan zu viel. (Psychisch hole ich mir gerade wieder unterstützung)
Ich habe am 1.April meinen ersten Neurotermin. Bis dahin sollte eine Entscheidung stehen und ich weiß nicht was ich wählen soll.
Stundenlange Infusionen - mit Begleitung? Bin nicht mobil. Öffentliche Verkehrsmittel? Oder doch selbst spritzen? Tabletten wäre von der Einnahme her das einfachste. NW’s…Angst.
Immer die gleichen Gedankengänge ohne Entschluss.
Meine Hausärztin hat mich soweit aufgeklärt was die vorherigen Impfungen anbelangt. Diese kann ich aber erst starten sobald meine Hand wieder funktionsfähiger ist, falls es mich doch “umhaut” damit ich ohne Hilfe für mich und meine Tiere Sorgen kann. Das dies der neue Arzt befürwortet bezweifle ich und ich habe Angst vor Konfrontation - das ich dann wieder nicht zum nächsten Termin gehe weil ich auf Verständnislosigkeit treffe.
Darf es mir erstmal egal sein?
Kann ich meine Hand als Priorität sehen, dann die Impfungen, dann die Therapie beginnen? Ich fühle so viel Druck - mach ihn mir selber?
Was sind Eure Erfahrungen mit den genannten Medikamenten? Meinungen? Alternativen?
Ich hoffe mir kann jemand den Kopf gerade rücken.
Liebe Grüße May.




