Multiple Sklerose: Kein klarer Vorteil der hochwirksamen Therapie bei Menschen über 52 Jahren
Ein Beginn der Therapie bei Multipler Sklerose mit einer hochwirksamen MS-Arznei verspricht besonders guten Schutz vor neuen Schüben und der Krankheitsprogression. Bei Patienten über 52 Jahren zeigten sich in einer Registeranalyse aber keine Vorteile mehr gegenüber einer moderat wirksamen Behandlung.
Das Wichtigste in Kürze
Frage: Profitieren ältere therapienaive Patientinnen und Patienten mit schubförmiger MS noch von einer hochwirksamen gegenüber einer moderat wirksamen krankheitsmodifizierenden Therapie (DMT)?
Antwort: Nach einer Auswertung der Austrian MS Database ist ein Vorteil der hochwirksamen DMT beim Schubrisiko ab einem Alter von etwa 52 Jahren nicht mehr nachweisbar – jüngere Patientinnen und Patienten profitieren hingegen erheblich stärker von der hochwirksamen DMT.
Bedeutung: Die Ergebnisse legen nahe, dass eine hochwirksame DMT bei Therapiebeginn ab 50 Jahren nicht automatisch die Erstlinienoption sein sollte. Eine mögliche Strategie wäre der Start mit einer moderat wirksamen DMT bei engmaschigem Monitoring und Eskalation bei fortbestehender Krankheitsaktivität.
Einschränkung: Die Studie war recht klein, was die Ergebnisse verzerrt haben könnte.
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