Auf mich wirkt dein nettes und offenes Schreiben irgenwie so gar nicht wie das eines schwer depressiven Menschen. Du denkst nach, suchst nach Möglichkeiten und scheinst durchaus bereit, was zu tun. Und du hast einen Entertainer und Therapeuten mit 70 Kilo auf der Waage, der dich doch auch sicher jeden Tag auf Trab hält und raustreibt. Mit Hund hast du an jeder Ecke die Möglichkeit , mit Leuten in Kontakt zu kommen. Wenn du in der Nähe wohnen würdest, würd ich dich direkt schnappen und mit raus nehmen. Es ist so schön draußen. Mit Ideen ist so viel möglich. Hast du Dinge, die dich interessieren, Hobbys? Gibt es Gruppen in deiner Nähe, wo du mal zu Gleichgesinnten reinschnüffeln könntest. Abgesehen davon finde ich, dass Eigenbrödlerei auch keine Schande ist. Ich mach viele Dinge und Basteleien sehr gern allein und brauche da keinen um mich rum, der reinredet.
Ich muss aber gestehen, dass Psychoklempner ein rotes Tuch für mich sind und schon das Wort Psychiatrie mir dir Nackenhaare aufstellt. Daher kann meine Denke da auch durchaus verkehrt und alles hier gesagte Mist sein.
Psychotherapie plus Medikamente ausprobiert
Psychotherapie fortgesetzt , Medikamente waren nichts für mich
Hatte zu starke Nebenwirkungen
Ich hatte durch die Diagnose eine PTBS mit Anpassungsstörung / Depression
Aber glaube meine Persönlichkeit war scbln immer so
Hier wurden ja schon viele sehr gute Ratschläge genannt, also wiederhole ich das jetzt nicht noch, obwohl ich vielem zustimme.
Etwas, das mir geholfen hat, aber eventuell etwas absurd klingt, ist das Beobachten von Vögeln.
Das habe ich vor ein paar Monaten für mich entdeckt, nach einer extrem schlimmen Trennung, von der ich mich immer noch nicht ganz erholt habe
.
Grundsätzlich habe ich ein tolles Umfeld, aber ich wusste nicht, was ich in der Zeit machen soll, in der ich alleine und nicht mit Lernen/Arbeiten beschäftigt bin, weil mein Kopf mich da fertig gemacht hat.
Ich habe mir zuhause an den Fenstern Vogelhäuser angebracht und auf einer Fensterbank Walnüsse für Krähenvögel ausgelegt.
Für mich hat es etwas tröstliches, den kleinen Vögeln beim Schnabulieren zuzuschauen und ihr Verhalten zu beobachten.
Am meisten hat mir aber das Füttern der Krähen geholfen. Ich glaube, das hat was damit zu tun, dass sie sehr scheu sind und erst langsam Vertrauen entwickeln. Mir das Vertrauen eines wilden Tieres erarbeiten zu müssen, hat irgendwas. Das kann ich gar nicht so gut beschreiben.
(Krähen können sich auch Gesichter merken. Die hocken mittlerweile oft auf dem Zaun vor dem Haus, wenn ich nach draußen gehe. )
In der Nähe meines Hauses ist ein kleines Regenrückhaltebecken, da setze ich mich auch mittlerweile fast jeden Tag für eine halbe Stunde hin, um die Vögel zu beobachten. (Ich bin immer wieder überrascht, was für Seltenheiten ich am Stadtrand sehe.)
Ein netter Nebeneffekt davon ist auch, dass ich dadurch dann täglich raus gehe, was mir gut tut, ich aber ohne “extrinsische Motivation”, in depressiven Episoden oft schleifen lasse.
(In Deinem Fall dürfte dieser Punkt nicht so relevant sein, das ist ja durch Deinen Hund abgedeckt.)
Das ist vielleicht nichts für Dich persönlich, aber ich wollte den Tipp trotzdem da lassen. Vielleicht hilft er ja Dir oder jemandem anderen, der darüber stolpert.
Hast Du diese Ausbrüche konstant oder nur in Deinen depressiven Phasen?
Mir kommt das etwas bekannt vor, solche Ausbrüche habe ich oft gehabt, bevor mein ADHS behandelt wurde und selten noch in hypomanischen Epsioden.
Ich hatte schon schwere Depressionen bevor ich die Diagnose MS bekam und ich nehme morgens und abends 20mg Paroxetin was bei mir gut funktioniert. Negative Begleiterscheinungen sind mir keine aufgefallen.
Ich nehme das Medikament jetzt über 20 Jahre und habe es gelegentlich abgesetzt was problemlos möglich war. Aber letztendlich geht es mir mit Paroxetin besser.
Ich habe chronisch starke Muskel- und Nervenschmerzen und nehme 3x täglich 200/16mg Tilidin retard Tabletten. Das sorgt für einen gleichmäßigen Spiegel und sorgt anders als die Tropfen nicht für ein Hochgefühl nach der Einnahme.
Früher nahm ich die Tropfen und habe sie dann suf eigenen Wunsch abgesetzt und letztendlich durch die Kombination von den Retardtabletten mit Paroxetin ersetzt. Ohne Paroxetin hatte ich tagelang ohne konkreten Anlass geweint bis ich mich schließlich mit dem Antidepressivum angefreundet habe.
Guten Tag und hallo,
durfte doch glatt 22 Stunden hier nicht schreiben weil ich zuviel geschrieben hatte.
Ich möchte mich für die vielen Antworten herzlich bedanken und werde sicher einige davon versuchen zu berücksichtigen.
Dazu wollte ich noch berichten wie es bei der Hypnose Therapeutin lief.
Das Gespräch war angenehm, hab ihr erzählt was los is und war.
Aufgrund meines Zustandes war auch ihr Rat erst die Arztschiene abzuarbeiten und wenn ich im Februar Lust habe kann ich mich bei Ihr melden.
SIe sagte das man alles was nicht so gut lief im Leben und zu dem jetzt führte, korrigieren kann.
Da ich Ihr glauben will, hab ich das so hingenommen und werd das auf jeden Fall ausprobieren.
Bin gespannt und werde berichten.
mfg John
Hallo. Das ist nicht absurd. Du bist nicht die Einzige, die Vögel beobachtet. Manchmal, wenn es mir ganz schlecht geht und ich nicht raus fahren kann, mache ich das auch. Wir haben auch eine Vogeltränke.
Ich nehme niedrigdosiert duloxetin. Die ersten Wochen waren hart. Gerade als msler ist man sensibel bezüglich Nebenwirkungen .
Mittlerweile bin ich zufrieden. Hilft mir auch gegen nervenschmerzen.