Hallo zusammen :slight_smile:

Ich hätte eine Frage bezüglich der Lumbalpunktion…

Vor 2 Monaten ist mir der Mittelfinger bei der Arbeit taub geworden, erst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber die Taubheit hat mehrere Tage angehalten. daraufhin bin im zum Hausarzt gegangen und dieser hat mir eine Überweisung zum Neurologen gegeben. Ich musste leider über 2 Stunden zum Neurologen fahren, da ich auf die schnelle in der Nähe keinen Termin bekommen habe. bis zum Termin war mein Mittelfinder zwar nicht mehr taub aber 2 Tage vorher ist mir noch der Daumen Taub geworden. verbunden war das alles mit Schmerzen im Arm. Der Neurologe hat die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen und diese war rechts vermindert. um sicherzugehen, hat er mir eine Überweisung für ein MRT des Kopfes gegeben. bis zum MRT sind wieder ca. 2 Wochen vergangen (Taubheit war vollständig wieder weg). Der Befund war wie folgt: "für das alter der Patientin (26) auffallend viele Gliose im periventrikulären und subkortikalen Marklager supratentoriell rechtsbetont, DVA zerebellär rechts, vereinbar mit demyelinisierender ZNS Erkrankung.

Mit dem Befund hat der Neurologe mir gesagt ich soll eine Lumbalpunktion machen lassen, jedoch habe ich dann bei einem Neurologen in der Nähe einen Termin bekommen. Dieser meinte aber dass solche Läsionen auch einfach nichts sein können und er eher keine Lumbalpunktion machen würde, Nervenleitgeschwindigkeit hat er auch gemessen, diese hat wohl wieder gepasst. Sehnerv hat er auch gemessen, ebenfalls ok. auf meine Frage woher solche Läsionen sonst kommen können, hatte er nicht wirklich eine Antwort. Er hat erstmal ein MRT der HWS und teils der BWS veranlasst und dann sehen wir weiter, wenn er nichts darauf sieht, würde er keine LP machen und eben ein Jahr warte, ausser ich möchte eine…

Jetzt bin ich ratlos ob ich in dem Fall darauf pochen soll oder eher nicht, bzw welchem Neurologen ich eher vertrauen soll?
zusätzlich zum Arm habe ich sehr häufig Kopfschmerzen, Kieferschmerzen (auch beim Berühren) und starke Müdigkeit (ich arbeite im Schichtdienst).

was würdet ihr an meiner Stelle machen?

Sorry für den langen Text und vielen Dank für eure Antworten vorab. :slight_smile:

Hallo lera, zuerst mal ein Hallo hier in der Runde! Ich denke, ich würde auch erstmal das MRT HWS und BWS abwarten und dann weiter sehen. Sollte das unauffällig sein, kannst du immer noch überlegen, ob du eine LP machen möchtest. Wenn du Sicherheit brauchst, ja.
Kopfschmerzen und Müdigkeit können auch von der Belastung durchs Wetter kommen.

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Die Kopfschmerzen und die Müdigkeit hab ich ca. seit 2 Jahren… ebenso wie die kieferschmerzen. Die Taubheit ist neu dazu gekommen. Erst beim auffälligen Befund haben mich die Ärzte ernst genommen, vorher hieß es immer „bist ja noch jung, kann ja garnichts sein“. Der neue Neurologe ist aber auch eher auf dem Trichter „wird schon nichts sein“

Okay, dennoch würde ich die MRTs abwarten, MS ist auch ohne positiven OKBs möglich. Die LP dient überwiegend dazu, andere Krankheiten auszuschließen, wie z.B. Borreliose.

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Liebe @lera ich bin da mit @Briga in einem Boot. MRT Wirbelsäule- vlt sind auch da Läsionen und damit Space und Time Kriterium schon erfüllt. Mach erstmal das!

(Persönlich würde ich mir bei “nur” tauben Finger keine Lumbalpunktion abtun. Ich fand das echt ungut trotz Schmerz und Beruhigungsmittel i.v. Sieht anders aus, wenn du beide Arme nimmer spüren würdest.)

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Abgesehen davon: Kopfschmerzen können auch eine Haltungssache sein. Physiotherapie und Massagen hast du schon durch?
Bei mir war es mal ein “nuchaler Hartspann”-Muskeln so verspannt, dass es dauerhaftes Kopfweh des Todes war.

Ja, beim Orthopäden war ich des Öfteren wegen Verspannungen, habe diese aber ganz gut im Griff mit Yoga usw… hab bloß ein bisschen Paranoia wegen der Läsionen im Gehirn und dass es eben von dem einen Neurologen ernst genommen wird und vom anderen als nichts abgetan wird. Ich frage mich halt woher solche Läsionen sonst kommen können :thinking:

Schaut man bei Erwachsenen nach, haben ab zunehmendem Alter nicht wenige irgendwelche Auffälligkeiten in der Bildgebung. Ganz ohne Beschwerden je zu haben auch.
Nur- wie meine Rheumatologin immer sagt (ich hab eine A*karte in mehrfacher Hinsicht): wir therapieren keine Werte sondern Beschwerden und das, was wir in der Klinik am Patienten sehen.

@lera , bist du dir sicher, du willst echt eine Lumbalpunktion machen und ggfs diese Diagnose, solang es keine argen Symptome gibt bei dir?
Zu Tode gefürchtet, ist genauso tot- aber ohne das Leben genossen zu haben.

Wegen der Läsionen im Hirn musst du keine Angst haben, sie sind da und du bist doch jetzt symptomfrei.
An denen kann man eh nichts mehr ändern.
Versuche ruhig zu bleiben, auch der zweite Neurologe nimmt dich ernst, er geht nur den angenehmeren Weg.
Auch wenn bei mir die LP easy war, sie ist unangenehm und ich hätte sie nicht machen müssen, wäre ich deinen Weg gegangen.

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Hallo lera :hugs: mich würde das auch verunsichern, wenn ich unterschiedliche Fachmeinungen zu ein und dem selben Befund bekommen würde :thinking:

die Narbenbildung im Gehirn könnte mit der Durchblutung zusammen hängen, insbesondere da du eine DVA (also angeborene venöse Anomalie hast). Gliose können aber auch durch beispielsweise Migräne entstehen. Es gibt verschiedene mögliche Ursachen, aber das alles sind nur Möglichkeiten und Spekulativ (sagt nicht viel über deinen Befund).
Ich würde wohl auch erstmal das MRT von HWS/BWS abwarten und dann weiter schauen :thinking:
hoffentlich klärt sich alles, sodass du nicht mehr darüber grübeln musst :four_leaf_clover:

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Ich würde das mit einer Punktion abklären. Dann weißt Du Bescheid. Such Dir einen Arzt oder ein Neurologisches Krankenhaus die das können. Deine Symptome sind ja gerade nicht akut, du musst Dich also nicht beeilen.

Grüsse aus Ulm

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Hallo zusammen :slightly_smiling_face:
Das wäre der Befund des BWS/HWS MRTs:

Muskuloskelettal unauffälliger Befund.

  • Minimal betonter Zentralkanal vom Hirnstamm bis etwa BWK2
  • Von Mitte HWK 5-BWK 2 minimale fleckige T2 STIR Signalanhebungen in der Umgebung des Zentralkanals vorwiegend dorsal, die Läsionen sind iedoch in der T2 und in der T2 transversal nicht eindeutig korrelierbar (DD Artefakte).
  • Initiale Gliosen (im Sinne der an gefragten chronisch entzündlichen ZNS-Erkrankung) jedoch nicht sicher auszuschließen.
    • Übrige Anteile des erfassten Myelons unauffällig.

Jetzt wäre eine LP schon sinnvoll, wenn ich das richtig verstanden habe, oder? Könnten Artefakte sein aber auch eben nicht, was würdet ihr tun?

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Ich würde eine machen, hatte aber auch keine Beschwerde nach der LP. War ambulant und fix erledigt. Der Eingriff selbst war etwas unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Ich weiß aber auch, dass es nicht immer so unkompliziert abläuft und es zu Beschwerden kommen kann.
Dennoch würde ich das für mich klären wollen, da beide MRT’s eine ZNS-Erkrankung nicht ausschließen können und die LP der nächste Schritt in der Diagnostik ist.
Warst du mit dem Befund schon beim Neurologen?

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ne ich habe erst nächste Woche einen Termin. Er meinte ich hab da ein Mitspracherecht wegen der Lumbalpunktion, also könnte ich eine machen lassen auch wenn er es nicht empfielt, aber erstmal sehen, was er dazu sagt :slight_smile:

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:question::question::question:

Vertraust du deinem Arzt nicht?

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Ich war bisher nur einmal bei ihm. Da meinte er es ist nichts und hatte aber auch leider keine andere Erklärung für meine tauben Finger und die Schmerzen im Arm. Er hat sich mehr damit beschäftigt den 1. Neurologen in Frage zu stellen als mich zu untersuchen. Aber wie gesagt, nach einem Termin kann ich das schlecht beurteilen. Wird sich nächste Woche zeigen🤷‍♀️
Ich wurde leider schön öfter von Ärzten abgespeist mit “du bist noch jung, da kann nichts sein”. Bin sogar schon im Krankenhaus gelandet, weil man mich nicht richtig untersuchen wollte. Daher ist mein Vertrauen in Ärzte generell nicht so toll…

Was ich annehme:

Der Zentralkanal ist nur minimal betont. Das allein ist kein typischer MS-Befund.

Die beschriebenen fleckigen T2/STIR-Signalanhebungen von HWK5 bis BWK2 sind ausdrücklich nicht eindeutig in den anderen Sequenzen nachvollziehbar. Der Radiologe hält deshalb Artefakte für möglich.

Bei mir hatte der Radiologe einen Riss am Hinterhorn des Innenmeniskus gesehen. Als mein Prof. der das Knie operierte sagte wortwörtlich, jaaa die Radios…
können nicht unterscheiden ob ein Riss oder eine frühere Naht vorliegt.

Gleichzeitig kann er frühe Gliosen im Sinne einer chronisch-entzündlichen ZNS-Erkrankung nicht sicher ausschließen.

Der übrige Rückenmarkbefund ist unauffällig.

Da die Erstmanifestation einer MS Erkrankung nicht so einfach klar definiert werden kann würde ich mich persönlich zu einer erfahrenen MS Uniklinik einweisen lassen und nicht einzelne Neurologen “abklappern”.

Nichts gegen Neurologen aber MS Neuro Unikliniken haben eben alle professionellen Möglichkeiten die Puzzleteile zu sammeln und zu sortieren um das MS Bild zu schärfen.
Genauso haben die Kliniken erfahrene Anästhesisten die Erfahrungen mit den Nervenmark bei der Entnahme der LP haben, hier lasse ich sonst niemanden rumstochern.

Die neuen McDonald-Kriterien berücksichtigen sowohl Liquor-spezifische oligoklonale Banden als auch den κ-FLC-Index als wichtige Hinweise auf eine intrathekale Immunaktivität.
Der kappa Index ist sehr aussagekräftig über die Schubaktivität und spätere Entwicklung der MS Schwere.
Kappa-FLC zur Prognoseabschätzung - Neurologie - Universimed - Knowledge that matters Kappa-FLC zur Prognoseabschätzung - Neurologie - Universimed - Knowledge that matters

Aber nur meine bescheidene Meinung.

Alles Gute dir,
VG