Hei ihr
Hab mal eine allgemeine Frage
Habe schon öfter mit Familie und bekannten über meinen Kinderwunsch gesprochen …
Nun hat mir die Ms da irgendwie reingegrätscht
Ich bin 37, habe seit ~2,5 Jahren Ms
Aktuell in Partnerschaft , bei ihm steht erstmal Karriere an , also Kinder sind bisher kein Thema bei uns
Nunja
Meine Familie meint die Gesundheit sei wichtiger , ich würde es gar nicht schaffen diesen Schlafmangel mit einem Baby , der Stress wenn ich selber mit mir so viel Stress habe

Wie war das bei euch ?
Hattet ihr die Diagnose bereits und habt euch vielleicht dagegen entschieden ?
Um mich rum bekommen alle derzeit Kinder , wie das so üblich ist macht es mich oftmals sehr traurig …
Hab den Zeitpunkt irgendwie verpasst das alles mit Mitte 20 über die Bühne zu bringen - tja nun steht man da hätte würde könnte ….
Vielleicht wäre es egoistisch zu sagen auch ich will Mama werden
Ja ich weiß die Ms ist kein ausschlusskriterium dennoch hinterfragt man ja schon , ob man dem ganzen gewachsen wäre ….

Lasst mal Meinungen da :slight_smile:

Sehe ich definitiv und zu 100% so!!!, ist sicher nicht zum Wohle des zukünftigen Kindes (da kenne ich genügend Beispiele), aber da wird sicher gleich dagegen gehetzt :wink:

Edit:
Kinder bekommen ist per se schon egoistisch. Und in dem Fall, verdammt egoistisch.

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Eine Bekannte (ohne MS o.ä.) spielt seit geraumer Zeit die sehr engagierte Tante und hat aufgrund des mit dem Kinderkriegen und - erziehen einhergehenden Stresses (den sie bei den Müttern beobachten konnte) Abstand von ihrem Kinderwunsch genommen.
Also wenn du eh schon ein Nervenbündel bist… :woman_shrugging:t2:

Ich habe mich trotz MS Diagnose für ein Kind entschieden. Aber nach langer Beratung mit meinen Ärzten, in einer langjährigen Partnerschaft und mit einem guten sozialen Netzwerk. Außerdem war mir auch wichtig, dass die Erkrankung stabil ist.

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Genau da liegt das Problem, weil nach der Schwangerschaft (statistisch hoch) die Krankheit stark ausbricht (auch wenn es nicht immer ist)

Ich bleib dabei, es ist in keinem Fall was gutes für das Kind. Was ich schon für psychisch geschädigte Kinder von MS - Patientinnen kennengelernt habe, nur weil die guten Damen unbedingt ihren Kinderdrang nachgehen wollten. :frowning:
Das schlimme daran ist ja auch, dass die Mütter das nichteinmal selbst sehen. (Überlege einmal was mit einem Kind (in der Psyche) passiert, wenn die Mutter schwer krank ist, vlt einen Rolli benötigt usw. usf.)
Sehr sehr traurig was ich da schon erlebt habe.

Da geht es einfach nicht um einen selbst, und ob man eine Erziehung schaffen kann oder ob es gesund ist für einen, ob man genug Unterstützung hat, oder whatever, sondern es geht rein um das zukünftige Kind und dessen Psyche!

Bin da auch eher bei:
Kinder unterstützen, Patentante usw.
Gibt genug andere Möglichkeiten!

Ich kann dich so gut verstehen!

Wichtig ist, dass drumherum alles soweit in trockenen Tüchern ist, also Arbeit, familiäre Situation, gute Partnerschaft, Familie, die unterstützen kann, geregeltes Einkommen und Wohnen.
Bei mir ist die Erkrankung sehr aktiv geworden, ich bin eigentlich seit der Geburt Dauer krank. Trotzdem habe ich es nicht bereut, so eine kleine süße Maus!
Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich eine kleine GmbH geleitet habe, und das auch rund um die Geburt! Such dir auf jeden Fall genug Unterstützung, damit du auch mal 1 Stunde durchatmen kannst! Bespricht das vorher mit deinen lieben!
Und natürlich nicht arbeiten gehen! Ein weiterer Tipp um gut durch die Geburt zu kommen, wäre Akupunktur!

Ich kenne einige MS ler, die komplett alleine und egoistisch durchs Leben gehen, die fragen sich den ganzen Tag, was würde mir jetzt gefallen oder gut tun. Aber das ist nicht meins, ich bin ein Familienmensch, das brauche ich zum glücklich sein.

Mit allgemeinen Aussagen wie “Kinder bekommen ist egoistisch und mit MS erst recht” kann ich nicht viel anfangen.

Wie meist - die eine richtige Antwort gibt es für mich nicht - für mich hat es mit Kindern und MS wunderbar funktioniert.
Ich habe aber auch bisher keine Einschränkungen und war “normal” blastbar und relativ jung.

Das muss wohl jeder für sich entscheiden und seine Bedingungen abwägen.

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Hm dann kann man ja auch sagen dass niemand mit einer Behinderung es würdig ist Mama oder Papa zu werden
Was ist wenn ich nach einem Unfall
Im
Rolli sitze ?
Eine Freundin der Familie sitzt im Rollstuhl
Nach einem schweren Autounfall
Sie hat einen Mann kennengelernt see all
Das auf sich genommen hat , sie haben zwei wunderbare Kinder bekommen und es funktioniert

Meine Freundin ebenfalls hat auch zwei Kinder , Erkrankung danach weiterhin stabil

Also es funktioniert

Aber natürlich muss das jeder für sich entscheiden

Mein Umfeld ist stabil
Wohnung
Sicherer Job
Familie

Und dennoch …. Die Sorgen schwingen einfach mit dass es für mich in diesem Leben vielleicht einfach nicht sein soll …:’(

Es ist auch richtig anstrengend aber schön! Hör auf dein Gefühl!

Ich glaube, niemand kann sagen was richtig oder falsch ist. Das müsst ihr wissen.
Bei MS kann viel passieren, muss es aber nicht, generell ist das Leben risikobehaftet.
Um nach der Geburt nicht in das Hormonloch und Schubrisiko zu rutschen, kann man auch abpumpen bis die Medis wieder einen ausreichenden Schutz bieten.
Gruß Anne

P.S. Im Nebenjob Lieblingstante

Ein Kinderwunsch ist immer egoistisch.

Ich wollte Kinder, weil ich die Erfahrung von Schwangerschaft und dem Aufwachsen eines kleinen Menschen, der zu mir gehört, machen wollte, und ich wollte aufgrund meiner eigenen Erfahrungen als Einzelkind auf keinen Fall nur ein Kind.

Die Frage ist, ob man einem Kind zusammen mit dem Partner und der Umgebung gerecht werden kann, nicht nur als kleines süßes Baby (und die sind auch nicht alle nur pflegeleicht), sondern auch, wenn es Probleme gibt und noch 15 Jahre später in der Pubertät und darüber hinaus.

Ich denke, die Voraussetzung dafür ist, stabil zu sein und mit sich selbst und seinem eigenen Leben klarzukommen.

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Ich kenne jemanden mit MS, wo das Kümmern nach 10 Jahren nicht mehr verantwortungsvoll funktioniert hätte. Also hätte der Partner mehr übernehmen müssen. Nun endstanden da auch ernsthafte Gebrechen und es wäre dann ein logischer Schritt gewesen, ein Kind zur Adoption freizugeben.

Ob man so eine Sitution provozieren muss? Ich meine nein!

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Wegen körperlicher Gebrechen, die irgendwann auftreten und wovor niemand gefeit ist, muss kein Kind zur Adoption freigegeben werden. Dafür gibt es Lösungen, man bleibt weiterhin Eltern, auch mit (professioneller) Unterstützung.

Wichtiger erscheint mir die psychische Stabilität und Belastbarkeit.

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Um mich herum bekommt auch gerade gefühlt jeder fröhlich Kinder. Der Rest macht Karriere. Mit MS bei mir beides aktuell nicht möglich, fühlt sich ein bisschen nach Arschkarte an :wink:

Mittlerweile kenne ich eine MS Patientin mit leichtem Verlauf, sie hat beide Kinder erst nach der Diagnose bekommen. Beide sind inzwischen erwachsen, ihr gehts immer noch gut. Sie kann noch gehen und ist berufstätig.

Ich würde die Entscheidung ein Stück weit davon abhängig machen, wie sich der eigene Verlauf bisher abbildet. Und auch davon, wie es dir aktuell geht.

Bei mir ist es zB so, dass es mir aufgrund von Schmerzen und Blasenstörungen nicht so berauschend geht. Außerdem bin ich extrem lärmempfindlich, Kindergebrüll treibt mich ehrlich in den Wahnsinn. Ergo: mich würde ein Kind vermutlich ziemlich stressen. Abgesehen davon ist es unter Ocrevus sowieso ausgeschlossen, wenn man nicht gerade ein Kind mit schweren Immundefekten auf die Welt bringen möchte. Deshalb hat sich das Thema bei mir erledigt.

MS und Schwangerschaft ist also eine sehr individuelle Sache. Bei leichten Verläufen mit leichten Medikamenten etc. - würde ich es wagen, wenn der Wunsch tieferliegend ist und ein stabiles familiäres Umfeld da ist, das ggfls einspringen kann, wenn es mal notwendig sein sollte.

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Ich persönlich wollte nie Kinder, da ich nach der Wende unbedingt mein Leben leben wollte.
Wäre es passiert, wäre mein Kind schon selbstständig, denn meine Diagnose kam mit 51.
Trotzdem hätte ich Probleme, das mein Kind mit dem Risiko leben müßte, auch diese “tolle” Diagnose zu bekommen…
Ich bin dankbar und froh, das ich unbewußt alles richtig gemacht habe. Mein Leben war bis dahin phantastisch.
Ich sehe es auch als egoistisch an.
Außerdem zweifelst Du selbst daran.
Lebe das Leben, genieß die Zeit mit Deinem Partner.
Vielleicht bist Du bald eine intensive Patentante…es gibt soviel Möglichkeiten.

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Das zählt für mich auch zu den Gebrechen zumindest hier pauschal formuliert. Und da gibt es weitaus mehr als eine Depression.

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Ich habe ein Jahr vorm schwanger werden Gilenya abgesetzt und hatte dann einen schlimmen Rebound Effekt.
Habe mich davon erholt und mir dann gedacht: Jetzt erst recht.

Hast du das Gefühl, daß die Lärmempfindlichkeit was mit der MS zu tun hat?
Ich bin auch sehr empfindlich geworden, Kindergeschrei streßt mich, Dauerberieselung vom Radio mag ich auch nicht. Ich fühle mich besser, wenn ich jeden Tag ein paar Stunden in Ruhe verbringen kann, also arbeiten in ruhigem Raum oder draußen.

Ich denke, das muss man immer sehr individuell entscheiden.
Mein Neurologe meinte, aufgrund der MS von Kindern abzuraten, sei überholt.

Ich habe mich dann für Kinder entschieden. Allerdings dennoch gut überlegt und mit einem guten familiären Hintergrund.

Und man muss sich auch dessen bewusst sein, dass nicht alle Babys Buddha Babys sind…
Verkraftest du auch ein Schreibaby? Das ist selbst für gesunde eine Herausforderung (war es für mich auch, aber er entwickelt sich total gut)

Eine Freundin von mir bekam ihre Diagnose innerhalb des ersten Jahres nach der Entbindung ihres zweiten Kindes… Der ist jetzt 10 und es geht ihnen allen gut.

Gibt sicher auch andere Schicksale…

Aber das gilt auch für gesunde. da kann plötzlich ein unglücklich passieren.
Wir können unsere Krankheit auch als die Chance nutzen, alles besser abzusichern. Besser zu hinterfragen, ob im Ernstfall jemand da ist.

Ja, hab schon das Gefühl! Radio/Fernsehen stresst mich auch total! Wenn Musik an ist, schaffe ich es nicht mehr einen Text nebenbei zu lesen und dann auch inhaltlich zu erfassen. Das hab ich seit ein paar Jahren so.

Früher konnte ich im Flieger, Waschsalon und quasi überall lernen, mittlerweile wäre das undenkbar für mich…