Hallo Ria,
sorry, aber du verwechselst da wahrscheinlich zwei verschiedene Dinge, die schubhemmende Therapie (z.B. mit einem Interferon oder Copaxone) und die symptomatische Therapie.
Wie loni schon geschrieben hat, brauchen die schubhemmenden Therapien ein paar Monate, bis sie anschlagen. Da deine Freundin die Diagnose erst seit einem Jahr hat, dürfte sie noch nicht viele davon “ausprobiert” haben, höchstens zwei. Erst nach einem halben bis ganzen Jahr lässt sich sagen, ob eine schubhemmende Therapie anschlägt. “Unverträglichkeit” stellt man am Blutbild fest; Nebenwirkungen in der Eingewöhnungszeit sind ziemlich normal, die kann man behandeln!
Mit hektischem Herumprobieren kommt man nicht weit. Was sind denn das für Ärzte, die ständig die Therapie umstellen? Das machen sie nach meinem Eindruck erst, seit es die (monatlich rund 1.000 Euro teureren) Eskalationstherapien gibt. Ich habe das Gefühl, viele können es kaum erwarten, den Basistherapien gerade mal acht Wochen nach Therapiebeginn schon “Therapieversagen” zu bescheinigen und zu eskalieren.
Schade, dass du nicht weißt, welche Medikamente deine Freundin gegen die Nervenschmerzen bekommen hat. Bei Nervenschmerzen, unter denen mindestens zwei Drittel der MS-Patienten leiden, nützen normale Schmerzmittel nichts, das sollte ein Neurologe wissen.
“sovieles versucht , und dennoch keine linderung in sicht ist seid 1 Jahr!” klingt eigentlich nach neuropathischen Schmerzen. Die werden meist mit Antiepileptika behandelt, z.B. mit Gabapentin. Wenn das nichts hilft, kommt Pregabalin in Frage, und bei ganz schlimmen Schmerzen auch Opioide.
Ich nehme gegen meine neuropathischen Schmerzen abends 75 mg Amitriptylin. Einem Arzt, der von mir verlangt, ich solle “Schmerzen aushalten”, würde ich wegen Unfähigkeit fristlos kündigen. Schmerzen, die nicht gelindert werden, können chronisch werden - ein Neurologe sollte das wissen. “Halt Geduld haben”, das darf ja wohl nicht wahr sein!!!
Helfen kannst du ihr wohl vor allem durch Informationen. Wir MS-Patienten müssen gut informiert sein, um beurteilen zu können, ob unsere Ärzte was taugen und ob sie uns passende Medikamente verschreiben oder irgendwelchen Unsinn. Solange du nicht sagen kannst, womit deine Freundin behandelt wird, kann man euch hier leider nicht viel weiterhelfen. Vielleicht kannst du es herausfinden?
Liebe Grüße
Renate