Mich beschäftigt dabei eine grundsätzlichere Frage: Könnte man politische Vorhaben systematisch historisch auswerten, statt sie immer nur als isolierte Einzelereignisse zu betrachten?
Also frühere Gesetzesinitiativen, Aussagen, Positionspapiere, Koalitionsverträge, Anfragen und spätere Umsetzungen zeitlich zusammenführen und mithilfe von KI auf wiederkehrende Muster, Umbenennungen und Widersprüche prüfen.
Ziel wäre kein automatisches Urteil über politische Absichten, sondern ein nachvollziehbares Frühwarn- und Dokumentationssystem. Damit ließe sich bereits während einer laufenden Debatte zeigen, ob ein Vorhaben tatsächlich neu ist oder schon seit Jahren schrittweise vorbereitet wird.
Aus meiner eigenen Arbeit mit datenbasierter Forensik weiß ich, dass solche Rekonstruktionen grundsätzlich funktionieren können. Der Aufwand liegt allerdings weniger in der KI selbst als in vollständigen Quellen, sauberer zeitlicher Zuordnung und überprüfbaren Belegen.
