Hallo :),
ich habe im Januar meine MS-Diagnose erhalten und bekomme aktuell meine Impfungen. In 2 Monaten erhalte ich dann Ublituximab zur Schubprophylaxe. Ich habe mein Studium 2025 abgeschlossen und hatte eigentlich vor im Anschluss in einer Kinderarztpraxis zu arbeiten. Jetzt bin ich mir allerdings sehr unsicher, ob das eine gute Idee ist in Anbetracht des erhöhten Infektionsrisikos unter Ublituximab.
Wie sind eure Erfahrungen mit Ublituximab oder einem der anderen B-Zell-Antikörpern? Wie häufig werdet ihr im Jahr krank und was habt ihr da so für Infekte? Würdet ihr mir davon abraten, in einer Kinderarztpraxis zu arbeiten?

Liebe Grüße
Marie :slight_smile:

Hi FragenzumThemaMS,

solange deine Igs unter einer CD-20 Therapie nicht stark abfallen, sollten die Infekte nicht so schlimm werden.

Wurdest du auch über alternativen zu den CD20 Therapien aufgeklärt? Oder wurde nur das empfohlen?

Denn unter Tysabri z.B. ist die Infektneigung nicht so ausgeprägt wie unter den CD20 Therapien.

In der Kinderarztpraxis von meinen Kindern wird sehr stark auf das Trennen der Kinder je nach Terminart geachtet, haben zwei Wartezimmer, eines für die Vorsorge- und Impf Kinder und das andere für die kranken Kinder.

Zudem wird versucht, die kranken Kinder erst nach 11 Uhr einzubestellen, damit haben die noch weniger Kontakt.
Und meistens haben alle Praxismitarbeiter ab 11 Uhr dann eine Maske auf…

Grüße
LucyS

Danke dir :slight_smile:
Mir wurde nur die B-Zell Therapie empfohlen, da meine MS sehr aktiv ist und ich auch ziemlich viele Läsionen habe. Die Ärzte wollen deshalb mit einem hoch wirksamen Medikament starten.

Hi FragenzumThemaMS,

auch Tysabri ist ein Kategorie 3 Medikament und falls es nicht wirken sollte, kann man relativ schnell (3 Monate) auf einen anderen Wirkstoff welchseln.

Bei den CD20 Medikamenten ist das mind. 6 Monate, oder bist die B-Zellen wieder da sind… und das kann auch mal durchaus länger dauern.

Vor allem, wirken unter Tysabri die Impfungen noch gut, bei CD20 Therapien ist das ehr ein Glücksspiel. Und da kann es mit Kindern in der Grippezeit schon Sinnvoll sein, eine Grippeimpfung zu haben…

Grüße
LucyS

Hallo, zum einen: Wenn man anfängt, mit Kindern zu arbeiten, egal wie (Kita oder in einer Praxis), ist es anfangs recht normal, auch als “Gesunder” öfter krank zu werden, da man mit Viren, Bakterien konfrontiert wird, die der Körper nicht kennt, wurde mir mal von einem Arzt gesagt, als ich vor Ewigkeiten den Job gewechselt hatte.
Ich selbst bin nicht öfter krank, schütze mich auch nicht extra, auch wenn ich Menschen, die viel husten und die Nase zu haben, schon mal umrunde. Ich habe ständig Kundenkontakt, ist also nicht immer möglich

2 „Gefällt mir“

Hi Briga,

welches Medi nimmst Du? Ich bin jetzt, nach einem schweren Schub, auf meine alten Tage auf Ocrevus gesetzt worden und noch am Einschätzen hinsichtlich der Infektanfälligkeit.

Grüsse MiaH

Hallo MiaH, ich mache eine Basistherapie mit Teriflunomid, eigentlich experimentell, da ich keine RRMS habe, ob es wirkt? Habe jedenfalls keine entzündlichen Läsionen :grin:
Vielleicht liegt es daran, dass ich im Sommer gestartet habe. Letzten Winter hatte ich, eigentlich wie immer, 2 Infekte, einer davon Corona, davor der Winter nur einen.
Infektfrei bin ich nie durch die Jahre gegangen, liegt aber auch am Job.
Ocrevus wurde mir aufgrund der Verschlechterungen auch empfohlen, aber das habe ich abgelehnt aus verschiedenen Gründen.
Und wer sagt, dass Teriflunomid MIR nicht helfen sollte? Vielleicht habe ich dadurch keine neuen Läsionen/Entzündungen.
Fakt ist, ich werde wechseln, wenn Fenebrutinib kommt, da es wohl gerade bei meiner Form der MS helfen könnte.

Hallo, ich bekomme seit Januar 2024 Kesimpta. Ich arbeite als Fachlehrerin in einer Mittelschule und war seit Therapiebeginn nur einmal leicht erkältet, von Infektanfalligkeit bemerke ich nichts. Alles Gute und liebe Grüße!

1 „Gefällt mir“

Hallo Briga, danke für Deine Antwort. Leider gab´s bei mir nicht all zu viele Alternativen, da ich keine leberbelastenden Medis nehmen darf.
Über irgend ein NW-Stöckchen muss man ja ohnehin bei den derzeit verfügbaren Therapien springen.
Da ich derzeit noch in REHA bin und es reihenweise um mich rumgeschnieft und gehustet wird, nehme ich das einfach mal gleich als Live-Test. Und ich nehme mal die Arztaussage: „es wird ja nicht das ganze Immunsystem platt gemacht, nur ein Teil.“ (trotzdem kein sooo prickelnder Gedanke, aber Thema „Stöckchen“).
Alles Gute Dir und schöne Feiertage.

1 „Gefällt mir“

Bekomme ebenfalls seit Januar 2024 Kesimpta, merke ebenfalls (noch) nichts von einer erhöhten Infektanfälligkeit. So lange die IgG nicht absinken, ist eine höhere Infektanfälligkeit unter Anti-CD20-Therapien offenbar oftmals gar nicht gegeben. Außer Maske im Winter in Arztpraxen ergreife ich keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Hab genauso viele Kontakte zu Menschen wie vor der Therapie.

Was ja auch stimmt und man merkt auch, dass Abwehrkraft erhalten bleibt. Hatte z. B. im Januar Corona und es war kaum mehr als ein kurzer Schnupfen. Ungeimpft und nach vollen 2 Jahren Anti-CD20-Therapie und vollständig depletierten B-Zellen (nicht mehr nachweisbar).

Danke, Cosmo, auch Deine Anmerkungen helfen mir weiter beim Einschätzen des Infektionsrisikos. Also mach ich mich erstmal nicht verrückt. Und ne Maske zum Arztbesuch während der Erkältungshochzeit hab ich auch ohne Immunsuprimierung getragen.

Grüsse in die Runde
MiaH

2 „Gefällt mir“