Ah OK, vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich verstehe dass jetzt so, dass wenn ich erst mit dem Gerät normal laufe und ich die Unterstützung erst nach z.b. 400m brauche, wird es mir nicht viel bringen.
Aber wenn ich von Beginn an schlecht laufe, kommt auch nicht selten vor. Dann bringt es mir etwas?
ich stehe eher auf der anderen Seite. Ich versuche gerade, ein Exoskelett zu entwickeln. Es freut mich natürlich zu lesen, dass das Hypershell eine so große Hilfe darstellt. Vor allem, da es ja wirklich nicht sonderlich teuer ist. Ich kenne es eher aus der technischen Perspektive.
Ergänzend zu Ottobock & Co und den exoribitanten Preisen: sobald etwas in Richtung Medizintechnik geht, treib die Zertifizierung von Firma und Produkt die Preise nach oben. Das ist tatsächlich nicht schön: nicht schön für die Kunden und die Krankenkassen, aber auch nicht schön für die Firmen, die diesen Aufwand erstmal stemmen müssen.
Ich gehe aktuell in die Richtung Knie-Exoskelett. Ich baue gerade zwei Exoskelette auf: das eine so ähnlich wie das Hypershell: eher als Muskelunterstützung, um evtl. einfach auch nur den richtigen Schubser zu geben. Das andere wird massiver sein: voll blockierend, dafür recht stark. Theoretisch könnten auch komplett gelähmte mit so einem Apparat gewegt werden (wenn denn auch die anderen Gelenke unterstützt würden). Ich weiß noch nicht so recht, welches der beiden Varianten praktischer ist.
Genauso auch eure Sicht. An MS habe ich bisher noch nicht ausreichend gedacht. Deshalb wollte ich einfach mal in die Runde fragen: ich bin ein Stück weit an euren Erfahrungen und Bedürfnissen interessiert. Wie sieht für euch ein “ideales” Exoskelett aus? Vmtl nicht nur auf’s Knie beschränkt…? Aber (an die Hypershell-Tester gerichtet): ist die Unterstützung an der Hüfte ausreichend? Was muss besser/anders sein. Gerne auch per Direktnachrichten an mich (falls das in diesem Forum geht).
Vielleicht kann ich mein Knie-Exoskelett nochmal überdenken. Evtl. weg vom Knie und hin zu einem anderen Gelenk? Evtl. weg von dem einen oder dem anderen Antrieb…
Der leichte Prototyp macht für eine Zielgruppe „MS Patienten“ mehr Sinn.
Das Problem ist meist gestörte Ansteuerung, nicht fehlende Kraft. Während der Standphase muss das Bein leicht gebeugt bleiben, um das Gewicht abzufedern – bei vielen MSlern versagt hier die ischiokrurale Muskulatur, das Bein bleibt durchgestreckt. Reine Kniestabilisierung reicht nicht, es braucht Unterstützung genau dieser Beugung.
Der massive, blockierende Typ ist eher was für fortgeschrittene Paresen oder komplette Lähmung – anderes Marktsegment, andere Anforderungen (Gewicht, Anziehzeit, Preis)
Vorschlag: Mal eine bestehende Lösung wie Hypershell so anpassen, dass es auch bei geringerer Gehgeschwindigkeit auslöst. Ist aktuell ja nicht vorgesehen, weil die Geräte bewusst nicht als ‘therapeutisch’ gelten sollen. Genau da liegt aber der Nutzen für Patienten.
Schaut euch mal das an. Das ist das modernste das es momentan gibt. Das ist das 21. Jahrhundert. Wurde erst voriges Jahr auf der Hilfsmittelmesse in Barcelona vorgestellt von einer Firma die sich mit Robotik beschäftigt. Das ist das erste Produkt was sie produzieren für den privaten Bereich. In Deutschland nicht erhältlich . Wäre wahrscheinlich auch hier unbezahlbar. Wer da die Aufmerksamkeit auf sich ziehen will kann hier zuschlagen. Reichweite 25 km. Wer da bei StarWars mitspielen möchteit mit diesen Teil bist du dabei. Ein interessanter Ausblick für die zukunft.
Danke Marc696 für die Infos und Hinweise. Das hilft erstmal sehr weiter. Ich versuche auch gerade etwas das Laufen zu verstehen - aus Sensorsicht, aus Energiesicht (Energie, die der Körper aufbringen muss) und aus Motorsicht. Keine allzu einfache Sache.
Ich bin natürlich gespannt, ob dann jemand hier auch das Halo-Exoskelett ausprobieren wird. Bin da natürlich auch auf Erfahrungsberichte gespannt. Es klingt ja erstmal nach Verbesserung für das Laufen.
Hatte deinen Beitrag nicht komplett gelesen und habe eben erst die Vorstellung des Halo auf der IFA vergangene Woche gesehen. Eine interessante Weiterentwicklung.
Also zu deiner Frage: Bei der klassischen X-Serie stimmt das, was du gelesen hast – die sitzt nur an der Hüfte und kann das Bein selbst nicht aktiv anheben. Sie unterstützt die Vorwärtsbewegung, sobald du das Bein bewegst, hebt es aber nicht. Beim Halo kommen zwei Motoren direkt am Knie dazu.
Laut Hypershell reagiert das Gerät auf die Bewegungsabsicht und greift auch im Stillstand, z. B. beim Aufstehen, ohne dass eine Mindestgeschwindigkeit nötig ist.
Selbst wenn es bei dieser Eigenschaft Bewegung gibt, wären andere Aspekte noch zu klären, z. B.:
Wie geht das Gerät mit Spastiken um: Jedes primitive Motomed oder Thera-Trainer hat eine Spastikerkennung. Wie reagiert das Hypershell? Stoppt es oder unterstützt es weiter?
Die Kraftübertragung beginnt bei der Hüfte, nicht beim Rumpf. Hypershell selbst beschreibt die Kette als “Hüfte, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel” – der Rumpf/Oberkörper ist mechanisch gar nicht Teil der Struktur. Heißt: Alles, was oberhalb der Hüfte passiert – Rumpfstabilität, Haltung, Balance, Ausgleichsbewegungen des Oberkörpers – muss der Träger komplett selbst leisten. Das bestätigt Hypershell auch selbst in den eigenen FAQ: Das Gerät übernimmt keine Haltungskontrolle oder Rumpfstabilität, das bleibt vollständig beim Nutzer.
Das Problem kann man hervorragend an Videos von Nutzern reiner Bein-Exoskelette wie dem ReWalk erkennen, bei denen 100 % der Beinbewegungen durch das Gerät erfolgen: Die Nutzer haben zwei Unterarmgehstützen und sind permanent am Stabilisieren mit den Armen.
Als praktische Konsequenz bedeutet das für manche: Wenn die Gangunsicherheit eher aus dem Rumpf kommt (Balance, Aufrichtung, Kompensation), hilft das Halo dabei nicht – es unterstützt nur die Beinbewegung selbst, nicht das, was den Rumpf während des Gehens stabil hält.
Hypershell schreibt auch selbst, dass es kein Medizinprodukt ist, und setzt voraus, dass man eigenständig gehen, die Beine selbst anheben und die Balance halten kann. Das Gerät verstärkt/unterstützt also eine vorhandene Bewegung, ersetzt sie aber nicht vollständig. Du wirst wohl einfach testen müssen, ob das bei deinem Problem – Bein nach einer Strecke nicht mehr anheben können – hilft, sobald es verfügbar ist. Die Auslieferung der ersten Halo-Geräte soll laut Hersteller erst Ende November starten.
Mein Exo Skelett “zieht” das linke Bein hoch. Aber das funktioniert nur, weil ich mein rechtes Bein noch ohne Hilfe anheben kann. Das Hypershell braucht also die Bewegungen vom rechten Bein. Es erkennt die Bewegung und überträgt es dann.
Ohne das Exo kann ich mein linkes Bein nur wenige Zentimeter anheben. Mit Exo und Rollator schaffe ich dann mehr als meine knappen 20 Meter.
Aber Wunder darf man natürlich nicht erwarten. Die Erschöpfung kommt trotzdem schnell.
Moin, danke für die ausführliche Antwort. Ich weiß natürlich das es kein Medizinprodukt ist, nur greift man in seiner Verzweiflung nach jedem Strohhalm, um endlich etwas zu finden was einem den Alltag erleichtern kann. Mein Problem ist tatsächlich der hüftbeuger, werde es testen.
Hat da vielleicht jemand den Link von Amazon wo man das hypershell x pro oder hypershell x pro s kaufen kann. Finde ich irgendwie nicht. Finde ich nur bei Galaxus. Wenn du direkt bei hypershell kaufst kannst es wenn es nicht funktioniert nicht kostenlos zurück schicken.
Mein Sohn hat mir heute was interessantes gezeigt,
Er sagte mir das kann man an mehreren Standorten in Deutschland kostenlos testen unter anderem in Berlin .
Wie ist es mit dem Treppensteigen. Aufwärts und abwärts. Ist das riskant . Oder ist der Schub nicht so heftig das man es kontrollieren kann. Ich kann ,10m laufen mit trekkingstöcken. Bekomme jetzt eine neue Apo orthese. Hoffe das ich da etwas besser laufen kann. Mein Ziel. Allein bis zum Auto . Das sind 20m. Wie muss man sich die Unterstützung vorstellen. Merkt man da jeden Schub oder ist die Unterstützung eher unauffällig. Habe da leichte bedenken beim Treppensteigen wenn der Schub so heftig kommt. Berichte mal. Mich interessiert das ein praktischer Bericht.