Ich denke jeder Mann, der vor der Jahrtausendwende schon die Pubertät hinter sich hatte, war zum Teil auch Täter in diesem patrichalen System, ausser man war auch damals schon Feminist…
In meinen Augen liegt es am Patriarchat selbst, dass viele Männer sich als “nur Opfer des Systems” ansehen. Ich z.B. war schon immer sehr klein und zierlich - das hatte z.b. zur Folge dass ich oft ausgegrenzt wurde und beim Sportunterrricht mit als letztes gewählt wurde - nicht weil ich unsportlich war sondern “unmännlich”.
Das hat mich aber trotzdem nicht abgehalten damals zu denken, jeder hat eine Frau verdient, Nein heißt eigentlich Ja etc. - so wurde man ja von den Geschlechtsgenossen indoktriniert - und das von Generation zu Generation zu Generation…
Ich persönlich war auch nicht immer nett zu meinen Freundinnen aus heutiger sicht, aber ich glaube, dass die meisten Männer nicht dazu fähig sind, die eigenen Schattenseiten zu erkennen und zu ändern.
Aber ich finde es schön, dass wenigstens Teile der Gesellschaft mittlerweile Verstanden zu haben scheinen, das respektvoller Umgang wichtig ist.
Ich bin auch vom Opfer zum Täter geworden, ohne es zu wollen, einfach durch den Versuch, der Gesellschaftlichen Norm von damals zu genügen, ohne darüber nachzudenken, wie Frauen sich damit fühlen könnten. Heute schäme ich mich für solche Menschen und meine damalige Ignoranz!