Ich lese seit Jahren viel zur MS-Forschung und möchte ein paar Gedanken teilen – nicht als Therapieempfehlung, sondern als Einordnung, wo wir meines Erachtens wirklich stehen.
Aus meiner Sicht ist die Immunmodulation weitgehend ausoptimiert. T- und B-Zell-Strategien, Antikörper, Eskalation – das hat viel gebracht, vor allem Stabilität. Aber strukturell sind das Varianten desselben Prinzips: Entzündung bremsen, Schaden begrenzen. Das funktioniert, ersetzt aber keine Reparatur.
Remyelinisierung ist ein anderes Problem. Kein „mehr vom Gleichen“, sondern ein Paradigmenwechsel. Es geht nicht darum, Prozesse dauerhaft anzuschalten, sondern sie präzise zu steuern. Die aktuellen Forschungsrichtungen deuten genau darauf hin:
– nicht Daueraktivierung, sondern zeitlich begrenzte Reparaturfenster (On-Off-Prinzip)
– nicht globale Effekte, sondern lokale, kontrollierte Eingriffe
– nicht nur „ob Myelin entsteht“, sondern wie stabil und funktionell es ist
– keine systemische Suppression, sondern reversible, fein dosierte Modulation
Das zentrale Nervensystem ist kein normales Organ. Fehler sind dort teuer. Deshalb ist Vorsicht berechtigt – aber Vorsicht darf nicht mit Stillstand verwechselt werden. Auch Immuntherapien, Stammzelltransplantationen oder Organtransplantationen sind nicht „natürlich“ – sie funktionieren, weil man Sicherheitsarchitekturen gebaut hat.
Der eigentliche Engpass scheint mir weniger biologisch als technisch und systemisch zu sein: – fehlende präzise Messmethoden für Myelinqualität im Menschen
– fehlende lokale Delivery-Konzepte
– fehlende Reversibilität und klare Stop-Mechanismen
– und ein Forschungsumfeld, das stark auf inkrementelle Pharmamodelle optimiert ist
Große Durchbrüche entstehen selten durch permanente Optimierung bestehender Systeme. Irgendwann stößt jedes Paradigma an eine Wirkungsgrenze. Dann braucht es neue Architektur, nicht nur bessere Varianten.
Ich halte es aus rationalen Gründen nicht für unmöglich, Remyelinisierung im bestehenden Organismus sicher zu adressieren – aber nur, wenn man sie als Steuerungs- und Engineering-Problem begreift, nicht als klassisches Wirkstoffthema.
Das ist keine Hoffnung, kein Versprechen und kein „Wundermittel-Denken“.
Es ist eine nüchterne Einschätzung dessen, wo die eigentliche Baustelle liegt.
Mich würde interessieren, wie andere das sehen – insbesondere diejenigen, die sich länger mit dem Thema beschäftigen.

3 „Gefällt mir“

Moin,
hat jemand, am liebsten mit ppMS, in der Anwendung von aus eigenem Bauchfett gewonnenen Stammzellen, die in’s Rückenmark gespritzt wurden, Erfahrungen gemacht?
Positive - negative?
Außerdem besteht die Möglichkeit, diese Zellen direkt an die geschädigten Nervenwurzeln zu spritzen.
Ich habe keine Läsionen im Gehirn, sondern ausschließlich Läsionen in der HWS.
Ich würde mich über Rückmeldungen sehr freuen, da ich gerade dabei bin, mich auf eine solche Behandlung in Österreich, Armona Klinik, Thiersee einzulassen.
Wenn ich das richtig begriffen habe,

  • ist die Entnahme der Zellen aus dem Bauchfett und deren Aufbereitung und sofortiges Wiedereinspritzen in den Patieten in Deutschland als Medikament zugelassen.
  • Dies wird wohl in z.B. orthopädischen Fällen nicht so selten gemacht.
  • Die Behandlung darf in Deutschland bei MS wohl nicht durchgeführt werden, wohl aber in Österreich.

Für Interessierte gibt es diesen Podcast:

Außer der hier im Forum genannten kleinen Studie aus Tel Aviv finde ich nirgendwo Studien oder auch nur Erfahrungsberichte von MS- Patienten.
Mir wäre es am liebsten, mit Jemandem zu kommunizieren, der die Erfahrungen am eigenen Leib gemacht hat , positiv wie negativ -.
Mich überzeugt die Idee dahinter sehr.

Einen sonnigen Wintertag wünsche ich in die Runde.

Sanna

Hallo Axonas,
danke für Deine Überlegungen.
Ich habe heute einiges im Internet aus “Brain” zu MS - Forschung mit salopp “Stammzellen” gefunden.
Unabhängig von dem Stand der Wissenschaft zu der Thematik, ist ein entsprechend groß aufgestelltes Forschungsprojekt bei dieser Erkrankung der „1000 Gesichter" und insgesamt einem nicht so großen Patientenumfang - ich meine, es sind rund 250.000 Betroffene in Deutschland - schwierig aufzustellen. Insbesondere bei der PP MS - Form geht die Entwicklung ja nun auch sehr langsam, was dann auf eine sorgfältig betreute Langzeitstudie herausläuft. Das ist teuer und bekommt zumindest aus der Pharmaindustrie keine Forschungsgelder.
Mal sehen, ob ich mich entscheide, die Behandlung durchführen zu lassen. Dann werde ich ja selbst erleben, ob sich etwas verändert, in welcher Qualität und in welchem Umfang und wie lange.
Schönen Wochenanfang!

Sanna

Hallo Sanna,

da ich nicht den gesamten Beitrag von gut 1 Stunde anhören möchte: kannst du angeben, wann etwa das Thema MS zur Sprache kommt ?

Michael

Hallo Michael,
…so präzise kann ich Dir das auch nicht vorgeben. MS ist auch nur am Rande der möglichen Anwendungen erwähnt.
Wichtig an dem Interview scheint mir der Werdegang der Anwendungen zu sein, zuerst alte, nicht mehr heilende Wunden, dann der Bereich der Orthopädie (detailiiert vorgetragen), dann MS, dann Querschnittslähmung, verursacht durch Infarkt und dann Herzschäden (Kardiologie).
Spannend jst die Wirkungsweise durch gezielte, lokale Injektion, (Rückenmark, Nervenwurzel etc.) alternativ durch intravenöse Injektion, dabei wird die Gefahr der Tumorunterstützung aufgezeigt.
Eine heilende Wirkung scheint meist gegeben. Unberechenbar ist der Umfang/ Grad der Heilung und die Dauer des Heilungsprozesses. Langzeitstudien scheint es noch nicht zu geben.
Alte Stammzellen sind nicht so wirkungsvoll wie embryonale. Die Menge und die Qualität der gewonnenen Stammzellen ist von Individuum zu Individuum verschieden, abhängig von Alter, Lebensweise etc.
Außerdem gibt es verschiedene Stammzellen. Bei der Gewinnung aus dem Bauchfett wird ein Zellcocktail , isoliert in einer Zentrifuge, wieder gespritzt.

Mein Arzt hat Erfahrung mit einem MS-Patienten, der in den USA sich Stammzellen aus der Nabelschnur/ embryonale Stammzellen hat spritzen lassen (in der EU aus ethischen Gründen nicht zugelassen) und bezeichnet ihn als wieder gesund.
Außerdem hat er von einem älteren Patienten - älter 70 Jahre - mit deutlich beginnender Demenz erzählt, der sich die aus eigenem Bauchfett gewonnenen Stammzellen hat spritzen lassen, dessen Gehirnfähigkeiten nach Aussage des Patienten auf rd. 70% seiner ursprünglichen Fähigkeiten wieder hergestellt wurde, als Nebeneffekt keine Brille und kein Hörgerät mehr benötigt und wieder als Steuerberater arbeitet.

Übrigens man hört sich in den Podcast ein.
Viele Grüße

Sanna

Ist das jetzt eine Empfehlung für Therapien mit embryonalen / Nabelschnur-Stammzellen?

Zunächst mal gibt es keine Publikation, geschweige Studie, mit Wirksamkeit. Solche Behandlungen mit Zellcocktails aus Fettgewebe oder MSC-ähnlichen Zellen sind bestenfalls experimentell.

Im Forum findest du gelegentlich Berichte von welchen, die mal in entsprechenden Kliniken in Übersee waren, wo anhand von wahllosen Protokollen vorgegangen wird. Irgendein Beleg, daß sowas helfen soll, ist aber bestenfalls Hörensagen, wie bei dir hier.

Der einzige wissenschaftliche Ansatz in diesem Bereich ist mit Mesenchymalen Stammzellen. Dazu wird aber schon seit über 10 Jahren geforscht ohne nennenswerte Ergebnisse.

Ohne validiertes Protokoll ist ein Besuch in solchen Kliniken bestenfalls ein teurer Urlaub, der schlimmsten falls zu Infektionen, Entzündungsreaktionen, Immunabstoßungen, etc. führen kann.

Hallo Marc,
ich bitte Dich, meinen Text sorgfältig zu lesen. Von einer Empfehlung, die ich da ausspreche, steht nirgendwo etwas. Ich bin Ingenieur und kein Mediziner, ich habe nur dummerweise seit 20 Jahren MS und justiere seit 20 Jahren daran herum. Meine Intention ist die Sammlung von Informationen.
Wir leben erfreulicher Weise im Land der Meinungsfreiheit, das bedeutet, dass jeder eine andere Meinung haben und auch formulieren darf. In einer Demokratie ist das sogar förderlich.
Sollte Dich an meinem Text etwas getriggert haben, kannst nur Du dafür die Ursache wissen.
Schönen Abend.
Sanna

…so, ich habe meinen Stammzellengewinn und -input hinter mir.
Mal sehen, ob und welche Veränderungen sich, beginnend wohl ab rund in 3 Monaten, entwickeln.
Sanna

Hallo Sanna,

ich habe deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen und möchte dich fragen wie es dir nun geht?
3 Monate sind nun schon rum.

Viele Grüße

Hallo
Sende Ihnen die MS news

Gruß Adam

1 „Gefällt mir“

Hallo Bodensee 1,
Ich habe erst jetzt Deine Nachfrage gelesen will Dir aber gerne antworten.

Die Behandlung war Anfang 02–2026 mit der Prognose, dass

  • Veränderungen frühestens 8-10 Wochen später beginnen,
  • dass sich die Feinmotirik meiner linken Hand verbessern wird,
  • dass sich mein Gehen verbessern wird
    Alles unter der Voraussetzung, dass ich dazu aktiv und intensiv trainiere.
    Der weiter betreuende Arzt hat mir gesagt, dass die Stammzellen cs. 1 Jahr wirken,

Behandlung selbst:
Ich habe rd. 250 ml Bauchfett entnommen bekommen - das ist viel, Dieses wurde in einer speziellen Zentrifuge ( Patent Prof. Alt - Zulassung als Medikament - wurde mir auf meinen Wunsch hin gezeigt und erklärt)) dahingehend bearbeitet, dass bestimmte Stamm- und noch andere Zellen herausgefiltert wurden.
Mein Bauchinnenleben regenriert immer noch - es fühlt sich asymmetrisch und holprig an, aber bereits nach wenigen Tagen nach dem Eingriff schmerzfrei.

Aufgrund der Voruntersuchungen - bei mir hoch differenziertes Blutbild und MRT Aufnahmen und unter Berücksichtigung weiterer Befunde, die ich habe - wurde in Abstimmung mit mir festgelegt, die gewonnenen Stammzellen an 6 Stellen einzuspritzen (1 x Nervenwasser, 1x Fusshebernerv Ansatz im Bereich LWS, 3 x Nervenansätze linker Arm/ Hand HWS, 1x HWs Gelenk zwischen 2 Wirbelfortsätzen - fällt mir gerade der Fachbegriff nicht ein)-
Auf das sonst wohl übliche zusätzliche Einspitzen in die Blutbahn wurde bei mir aus Sicherheitsgründen verzichtet, da das Blutbild einen geringfügig erhöhten Tumormarker hatte.
Ich nehme keine Medikamente, allerdings etliche Nahrungsergänzungsmittel.
Eigene Stammzellen meines Alters sind nicht mehr so super aktiv. Diese Stammzellen bleiben dort, wo sie eingespritzt werden, ausgenommen in der Blutbahn.

Danach gab es noch eine Spritze - Inhalt weiss ich nicht - als Wegbereiter( mein Begriff), die sofort und über die nächsten 6 Wochen extrem wirkungsvoll war, die Wirkung war positive Lebensgrundstimmung und bereits viel Freude an Bewegung.

Ergebnis nach insgesamt 7 Monaten,

  • Mein Gesamtkörpergefühl ist leichter geworden, die widerliche, schwere Zähigkeit gegen die Schwerkraft mich zu bewegen, hat sich deutlich verbessert,
  • Die Finger der linken Hand sind deutlich besser, ich kann besser greifen, ich kann die einzelnen Finger der linken Hand deutlich schneller und besser ansteuern und die linke Hand öffnen, schließen,
  • Im Rahmen der stark eingeschränkten linken Schulterbewegung ist der linke Arm besser beweglich, die Spastik zurückgegangen, wir bekommen aber die bereits seit langer Zeit in großen Teilen steife linke Schulter nur wenig verbessert.
  • Meine Stabilität und damit Ausdauer im Stehen hat sich deutlich verbessert,
  • Ich kann stabiler Gehen ( ich nutze links Fussheberorthese und rechts einen Unterarmstock - ich kann mich mit einem Rollator nicht anfreunden), ( ich sitze ansonsten für die Überwindung von Strecken im Rollstuhl)
  • Meine Regenerationspausen sind viel kürzer
  • Meine Kraft für das Gehen und Stehen, Radfahren, Reiten hat sich erhöht,

Ich fahre mein Liegendreirad, ich sitze im Schritt auf dem Pferd und longiere mein Pferd auf einem Stuhl sitzend mit der rechten Hand ( immer über den Kopf weg um mich herum - danach ist der Brustkob beweglich), ich habe 2 - 3 x Physio/ Woche- ZNS , Lymphdrainage, MT, KG- ZNS, Ostheopathie, ich führe in einem Rollstuhl mit einem leistungsstarken Zuggerät unsere Hunde spazieren, ich nache Feldenkrais zu Hause - alles das hilft mir.
Ich sitze viel am Schreibtisch, da ich noch arbeite - langes Sitzen tut mir ganz und gar nicht gut,)

Stammzellen von jungen Menschen sind aktiver als die von alten ( ich bin jetzt 68 Jahre)!!!

Mal sehen wie es weitet geht.

Ich habe versucht, Dir einen Überblick zu geben.
Letztendlich ist der Maßstab immer das subjektive Empfinden, die subjektive Lebenskonstellation und die subjektive Wahrnehmung.Objektive Angaben für Steigerung von Wegelängen, Zeiteinheit, Häufigkeit et . habe ich nicht aufgestellt. Meine engereUmgebung spiegelt mir meine Wahrnehmung, ich hoffe nicht nur, um mir Mut zuzusprechen.

Viele Grüße

Sanna
(meine Hündin hat sich gerade neben mich in mein Bett geschlichen, ich dachte die ganze Zeit sie ist zu alt dafür, aber vielleicht nicht mehr nach 14 Tagen Urlaub…)

1 „Gefällt mir“

Was hat’s gekostet?

Das Thema Remyelenisierung wird grad diskutiert, aber NUR mit medizinischer Industrie.
Dass auch Ernährung und Lebensstil unterstützend sein können, blendet man gern aus. Da wär ja wieder selbst was zu machen und nicht nur irgendwas einzuschmeissen.

Empfohlene Lebensmittel

Pflanzliche Öle: Nutzen Sie hochwertige Öle mit einem günstigen Verhältnis wie Olivenöl, Rapsöl oder Leinöl.

Frisches Gemüse und Obst: Essen Sie täglich reichlich buntes Gemüse und etwas Obst für Antioxidantien.

Vollkorn und Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen und Haferflocken liefern wertvolle Ballaststoffe und Mikronährstoffe.

Fisch: Integrieren Sie, ähnlich wie bei der [Mediterranen Kost]

Zu meidende Lebensmittel

Arachidonsäure: Reduzieren Sie fettes Fleisch (besonders Schweinefleisch) und Wurstwaren, da diese Entzündungen anheizen können.

Hochverarbeitete Produkte: Meiden Sie Fast Food, Fertiggerichte und Weißmehlprodukte.

1 „Gefällt mir“