Hallo,

weil ich gerade drüber gestolpert bin ein Zitat aus dem MS-Docblog:

» Zum einen werden die Diagnosekriterien nach McDonald revidiert werden – ich verspreche mir dadurch eine pragmatischere Anwendung

‘Revidieren’ klingt so nach “Da war was falsch!”.

Hat da jemand was Konkreteres zu gelesen oder gehört?

Hallo msb,

die letzte Revision war 2017. Es ging in erster Linie darum, den amerikanischen Neurologen die Bedeutung der Liquoranalyse beizubringen. In USA wird relativ selten lumbalpunktiert und der Liquor analysiert, daher kommt es häufiger zu Fehldiagnosen als hier. Sie trauen sich nicht, wegen der in USA anders gestalteten Arzthaftung.

Guckst du hier: https://mein.sanofi.at/service/msinside-digital/neue-mcdonald-kriterien

Liebe Grüße
Renate

Hallo msb,

die MS soll noch früher erkannt werden und deshalb werden laufend die Kriterien aufgeweicht - was stören da mehr Fehldiagnosen, wenn man immer mehr Leute früher mit teilweise tödlichen Medikamenten (siehe Zinbryta) behandeln kann?

Hallo Renate,

dank dir für die Antwort. Irgendwie habe ich - als Laie - den Eindruck, dass man wieder dahin geht, was man schonmal hatte, jetzt vielleicht ohne zeitliche Dissemination ?

Wie auch immer, “reflexartiges Zucken”, weil Produkte an den Menschen gebracht werden sollen, dafür lohnt sich für mich der Satz dann doch (noch) nicht.

Hallo Eva,

eine frühe Erkennung halte ich für die Psyche des Patienten dienlich, weil m.E. der “Prozess der Ungewissheit im Vorfeld” dem Patienten über Gebühr zusetzen kann.

Was dann passiert, steht auf einem anderen Blatt. :frowning:

Nach “Aufweichen” kommt mir das gerade nicht vor. Eher nach “Zurückrudern”. Aber auch hier kann ein Gesichtspunkt sein, den Patienten schnell an “Hammermedikamente” zu bringen.

Alles nicht zufriedenstellend für den Patienten, finde ich. :frowning:

> Aber auch hier kann ein Gesichtspunkt sein, den Patienten schnell an “Hammermedikamente” zu bringen.

So schauts aus: “Hit hard and early” und “je mehr Patienten desto besser”

> Alles nicht zufriedenstellend für den Patienten, finde ich. :frowning:

Aber äusserst zufriedenstellend, dass die Kasse klingelt

Hallo msb,

schon möglich. Aber ich sehe eher die gegenteilige Chance: dass durch die Propagierung der Liquordiagnostik in USA, wo sie bisher nicht zur MS-Diagnose-Routine gehörte, diejenigen PatientInnen aus dem großen MS-Topf aussortiert werden, die keine MS haben, sondern z.B. eine NMO.

Bekanntlich sind MS-Medikamente bei NMO kontraindiziert.https://nemos-net.de/therapie.html Diese Erkenntnis hat sich bei den europäischen Neuros inzwischen durchgesetzt. Aber in USA, wo sich viele von ihnen wegen der strengeren Arzthaftung nicht trauen, eine Lumbalpunktion durchzuführen? Ein Arzt, der an einen “Whiplash Willie” gerät, kann ruiniert werden. Dann lässt man die Lumbalpunktion lieber bleiben

Liebe Grüße
Renate

Kann ich nur beipflichten. Und so ein scheiss(sorry) wird dann von der dmsg noch zertifiziert.

Hallo Renate,

meinen Standpunkt zur LP läßt sich ganz schnell “erklären”. Mein Haupt"argument" dabei ist, dass ich schiss vor Nadeln habe.
Nichtsdestotrotz wurde bei mir auf Aquaporine getestet.