Hallo, hat jemand Erfahrung mit lowdose naldextron bei der Behandlung von fatigue?
Welche Art der Fatique? Es gibt bei der MS mehrere Arten/Untergruppen…
Hast du ungewöhnliche Tagesschläfrigkeit, sprich bei mangelnder Körperlicher Tätigkeit schläfst du bei Ruhe kurzerhand ein und das ohne Müdigkeit, unbegründete zeitgleiche Aggressionen bzw Gähnst du deutlich vermehrt?
Ich nehme kein Naltrexon. Modafinil schlägt hingegen bei mir voll an. Aber gehöre auch zu dieser Subgruppe die damals nicht weiter betrachtet wurde(siehe oben). Trotz dessen das sich diese dort bereits herauskristallisierten.
Wichtig zu wissen: Naltrexon blockiert Opioidrezeptoren. Es sollte deshalb nicht zusammen mit Opioid-Schmerzmitteln eingenommen werden; auch bei bestimmten anderen Medikamenten bzw. Lebererkrankungen muss man vorher ärztlich prüfen, ob es geeignet ist.
Nebenwirkungen sind z.B. lebhafte Träume, Schlafstörungen, Übelkeit etc.
Zu (LDN) dazu gibt es inzwischen einige Erfahrungen und erste Studien speziell bei Fatigue – allerdings ist die Evidenz noch nicht besonders robust.
Sehe die Einnahme eher als Versuchskaninchen als ein renommiertes Medikament.
Ne bei mir ist es eher so, dass ich von kleine Anstrengungen schnell erschöpft bin, ich selten das Gefühl von Energie habe. Also arbeiten zum Beispiel geht nur Teilzeit und auch da bin ich danach immer so erschöpft das ich erstmal schlafen muss
Ich nehme Amantadin Off Label, mir reicht eine halbe nach Bedarf. Ich werde nach ca 4 Stunden nach dem Aufwachen wieder extrem müde, kann dann auch schlafen für ein bis zwei Stunden. Das vermeide ich damit, nehme es aber nicht später als 11 Uhr, dann habe ich meine normale Schlafenszeit.
Pusht nicht so extrem wie Modafinil, ist aber gut ausreichend und man kann es täglich nehmen
Hi Briga,
so wie Du es beschreibst, ist es bei mir auch. Trotz ausreichender Nachtruhe (ca. 8 Std.) zieht´s mir gegen 11 oder 12:00 dermaßen die Schuhe aus. Das stört ganz schön die Tagesplanung.
Leider hab ich bis jetzt einen heiden Respekt vor zentralwirksamen Medikamenten dagegen. Das von Dir genannte behalte ich mal auf dem Plan.
Habe ich während der Komplextherapie bekommen, sollte eigentlich 100 mg, 1 Tablette, nehmen. Ich habe mit der halben erfolgreich gestartet.
Bei mir auch, aber eher gegen 14–15 Uhr. Sprich: Ohne Modafinil steigt zu diesem Zeitpunkt schlagartig dieses „Einschlafen bei Inaktivität ohne Müdigkeitsgefühl“ an, ebenso das unbegründete Gähnen. Dazu kommt bei mir neuropsychiatrisch eine unbegründete Impulsivität – überspitzt gesagt: „Ich könnte jedem an die Gurgel springen.“
Ein weiterer günstiger Nebeneffekt ist, dass sich meine Feinmotorik unter Modafinil signifikant verbessert. Vereinfacht gesagt: Das Nervensystem scheint die vorhandenen Schäden funktionell besser beziehungsweise schneller zu kompensieren.
Modafinil wirkt bei mir verzögert, deshalb nehme ich es gegen 12 Uhr mittags ein: 1 × 100 mg. Versuchsweise hatte ich auch 200 mg genommen; dabei war die Wirkung auf die Motorik noch einmal deutlich stärker. Da die Einnahme bei MS allerdings Off-Label erfolgt und mich die aktuelle Packung rund 107 € für etwa 40 Tage kostet, ist das finanziell natürlich ein Thema. Mit der Krankenkasse möchte ich mich wegen einer möglichen Kostenübernahme im kommenden Jahr auseinandersetzen.
Methylphenidat und Amantadin sprechen mich dagegen weniger an. Einerseits ist die Wirkweise im Detail eine andere – und irgendwo stellt sich für mich die Frage: Wozu wechseln, wenn Modafinil bereits funktioniert? Andererseits spielen für mich auch die Wirkdauer sowie bei Methylphenidat das höhere Craving-/Abhängigkeitspotenzial eine Rolle.
Aktuell wird außerdem noch ein weiterer Wirkstoff untersucht: Solriamfetol
https://clinicaltrials.gov/study/NCT06170970
Ich vermute allerdings, dass man auch dort Gefahr läuft, wieder am gleichen Problem zu scheitern wie bei vielen früheren Versuchen: Kleine Sub- bzw. Sub-Sub-Gruppen werden nicht ausreichend getrennt betrachtet und am Ende landet alles gemeinsam in einer Schublade.
Hier sieht man eigentlich schon ganz gut, dass die Fatigue von @Briga offenbar anders ausgeprägt ist als bei mir. Stark vereinfacht gesagt: Bei ihr wirkt Amantadin, bei mir Modafinil. Ich wäre froh, ihre Medikamentenkosten zu haben. 