Hallo schönen guten Morgen zusammen,
Mein Name ist Mathias, ich bin mittlerweile 53 Jahre alt und habe seit 26 Jahren Multiple Sklerose. Ich arbeite seit 17 Jahre für eine Großbank in Frankfurt. Während der letzten sieben Jahre haben wir ständig Anpassungen an den Arbeitsplatz vornehmen müssen. heute bin ich dauernd im Home-Office gelandet. Nach und nach sind die Aufgaben weggebrochen. Vor zwei Jahren bin ich aus der Arbeitsgruppe rausgeflogen wegen mangelnder Arbeitsergebnisse. Meine Psychotherapeutin meint, dass ich ganz gute Chancen auf eine volle Erwerbsminderungsrente hätte. Nun ist es ja so, dass ich im Rhein-Main-Gebiet von der Erwerbsminderungsrente nicht leben kann. 1900 € brutto und eine private Krankenversicherung, die mittlerweile 1300 € verschlingt, reichen da wohl nicht für den Lebensunterhalt aus. Ferner habe ich einen elfjährigen Sohn. Vor drei Jahren hat sich meine Partnerin von mir getrennt. 50 % der Zeit ist mein Junge natürlich nicht da. Da ist er dann bei Mama wegen Wechselmodell. Ich fühle mich in dieser Zeit im Home-Office wirklich isoliert und sehr einsam, es erinnert mich teilweise an Isolationshaft. Körperlich sieht man mit nichts an aber ich leide unter starker Erschöpfung. Konzentrations Abbrüche Erschöpfung, Fatigue. Regelmäßiges spontanes unwillkürlich einschlafen in unterschiedlichsten Situationen in der Betriebsversammlung, im Büro auf dem Stuhl regelmäßig in der Bahn. Wie soll ich das alles machen? Mir wird wird der Arbeitsdruck zu viel. Wie wird auch der finanzielle Druck zu viel? Ich hätte gerne etwas mehr Ruhe in meinem Leben. Die letzten zweieinhalb Jahre waren ganz krass ich habe faktisch ohne Aufgaben im Home-Office rum gesessen. Das war auch wohl dem geschuldet, dass mein Chefin Rente gegangen ist und ich dann einige Zeit im Home-Office etwas rumgedümpelt bin. Aber teilweise noch einige Hilfsarbeiten gemacht aber das war’s dann auch. Teilweise bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Tag durch die Gegend gefahren, um mich etwas selbst zu aktivieren und auch um etwas rauszukommen.
Insgesamt habe ich das Bahn fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln in dieser Zeit für mich entdeckt. Ich habe in Rhein-Main eigentlich alle Strecken mal ausprobiert. Jetzt im Emsland fahre ich häufig die Emslandlinie von Münster nach Emden und zurück. Ist das eine sinnvolle Beschäftigung für jemanden der 26 Jahre MS hat? Ich habe ein total schlechtes Gewissen. Ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst gemessen an den Tätigkeiten, die ich im Stande war, zu leisten. Ich bin gelernte Bankkaufmann und habe Betriebswirt mit Abschluss studiert. Mal bin ich ein paar Tage leistungsfähig ohne ein Einbrüche und Schlafattacken dann wieder untertägig bis zu vier mal.Sind meine Schilderungen konsistent und plausibel?
Ich würde mich über Austausch freuen mit anderen Betroffenen. Als bekomme ich seit Jahren Aubagio 14 mg.
Viele Grüße
Mathias.