Hallo zusammen,

ich habe die Gelegenheit in Kürze an einer ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) teilzunehmen. Das Konzept der interdisziplinären Betreuung klingt sehr sinnvoll.

Außer allgemeinen Informationen habe ich dazu allerdings weder hier im Forum, noch im Internet relevante Beiträge mit persönlichen Erfahrungsberichte gefunden.

Falls da irgendjemand von euch aktuell teilnimmt, teilgenommen hat, würde mich interessieren, wie eure Eindrücke sind – insbesondere zur Organisation, Zusammenarbeit der Fachärzt*innen und zur allgemeinen Betreuung.

Danke vorab. :slight_smile:

Viele Grüße
Patrick

Ja. Da bin ich seit gut vier Jahren.
Ich kann da nur für mich sprechen, aber hier wurde eigentlich bei allem, was die interdisziplinäre Zusammenarbeit angeht, übertrieben.

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Unsere ASV ist eingegliedert ins ortsansässige Klinikum, in dem sich auch die MS Ambulanz befindet.
Meine Neurologin hat mich heuer angemeldet. Mrt Termin hatte ich nach 2 Wochen.

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Du meinst in Bezug auf die Versprechen? Das ist zumindest meiner Erfahrung. Meine MS Ambulanz ist zu einer ASV geworden. Was sich für mich verändert hat:

  • ich brauche für jedes Quartal eine Überweisung der Hausarztpraxis

(wodurch der kurze Vorteil, dass Rezepte einfach auf die Karte geladen werden können, wieder zunichte gemacht wurde. Ich muss davor die Überweisung abgeben)

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Genau das wird im nächsten Jahr auch mein Schicksal werden.
Quartalsweise ne Überweisung, da die Ambulanz eine bestimmte Zulassung verliert.
Dann darf mein Neurologe auch nur noch Medikamente gegen MS verschreiben.

Die Flyer und Patienteninfos lesen sich schon fast zu gut und daher bin ich auch ein wenig skeptisch und schraube meine Erwartungshaltung erstmal ein wenig herunter.

In meinem Fall ist die ASV auch in einem Klinikum. Erhoffe mir, dass meine ganzen zusätzlichen Regeltermine wie z.B. Radiologie dort immer gebündelt erfolgen können und alles zentral zusammenläuft.

Ach ja, wir haben da manchmal schon ein paar ganz tolle Prozesse…

Auf den Ersttermin lasse ich mich sicherlich ein und hoffe im Erstgespräch herauszufinden, ob ich überhaupt einen Nutzen über diese Versorgung habe. Liest sich halt alles gut, aber wie es dann in der Praxis aussieht ist ja noch eine andere Sache.

Ich muss immer pro Quartal eine Überweisung in die MS Ambulanz bringen, auch ohne ASV, ich bekomme nur von denen die MS Medikamente. Hausarzt hält sich raus.

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Das mit der Radiologie stimmt. Das geht wirklich viel schneller, als wenn du so angewackelt kommst.
Aber die Versprechen von Neurourologie, Neuropsychologie… konnten bisher in Berlin zwei MS Ambulanzen die damit angeben, nicht halten

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Da habe ich das Glück, dass die MS Ambulanz und die Radiologie in einem Haus sind und der gleiche Träger. Die machen für den MRT Termin aus. Sogar als ich jetzt neulich mit ner Überweisung wegen der LWS angerufen habe, bin sehr schnell dran gekommen, weil ich oben in der ms Ambulanz bin. Die schicken dann die Bilder nach oben und ich erhalte die CD und den Bericht. Selbst einen Radiologen bekomme ich nach dem MRT zu greifen. Das ist echt vorteilhaft.
Habe am 17.11 MRT und kann gleich an dem Tag Blut und Urinkontrolle für Ocrevus am 24.11 machen lassen, da ist an dem Tag sogar der Hausarzt entlastet.

So, meinen Ersttermin habe ich jetzt bei der ASV vereinbart. Dieser findet allerdings erst in einem halben Jahr statt. :upside_down_face:
Kann dann auch gerne nochmal von meinen Erfahrungen hier berichten.

Halbes Jahr später und kann ich nun von meinem ersten Termin in der ASV berichten, den ich vor ein paar Tagen hatte.

Zusammenfassend bin ich mit einem postiven Gefühl aus dem Erstgespräch nach Hause gegangen. Besonders gefallen haben mir der empathische Umgang und die Tatsache, dass man sich wirklich Zeit für mich genommen hat. Das bin ich aus meiner ambulanten Behandlung nicht gewohnt. Vor allem wurden mir wichtige Themen angesprochen, die bislang sonst eher vernachlässigt wurden.

Nebenbei konnte ich auch einmal den “interdisziplinären” Ansatz beobachten. Für die Anpassung einer Gehhilfe wurde kurzfristig ein Physio aus einer anderen Station (ASV befindet sich in einem Gemeinschaftskrankenhaus) eingebunden.

Allgemein fand ich auch die Aussage der Leitung zu Beginn des Gespächs wirklich gut: “…wir sind hier eine bodenständige Einrichtung…erwarten sie bitte von uns keine Wunder”. Fand ich jetzt für mich persönlich nicht unwichtig, da die Außendarstellung der ASV auf mich manchmal etwas zu hohe Erwartungen weckt. Daher habe ich den zurückhaltenden Ton als angenehm empfunden.

Ansonsten ist die Leitung auch einverstanden bzgl. Fortführung der aktuellen Therapie und dem engmaschigen Monitoring.

Sollte sich der positive Ersteindruck im Folgetermin bestätigen, werde ich wohl meine Behandlung dort fortsetzen. In meiner Situation spricht derzeit wenig dagegen.

Von daher abschließendes Fazit von mir: falls jemand die Möglichkeit oder Interesse hat an der ASV teilzunehmen: halte ich es (zumindest in meinem Fall) für einen Versuch wert. :slight_smile:

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Ui… ich hab die Diagnose ja erst seit August, und hatte im September den ersten Neurologen-Termin… die hatten mir direkt den ASV-Wisch zum unterschreiben angeboten.
Ich dachte, das kriegen alle MS-Patienten, weil unsere Erkrankung uns quasi Premium-Dringend macht :see_no_evil: :see_no_evil: :joy:
Entsprechend kann ich auch keine Erfahrung mit/ohne teilen… brauchte seitdem auch noch kein MRT oder änliches.
Ich fand nur komisch, dass ich Physio/Ergo auf Hausbesuch innerhalb von 2 Wochen einen Termin hatte, obwohl die Praxis hoch bewertet ist… aber ob das Zufall war oder an ASV lag… :woman_shrugging:

Frag mal nach ob dir die KK ne PlatinCard ausstellt mit Vielpraxisbonus oder so ähnlich :shamrock:

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