https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/aerztin-kritisiert-es-laeuft-zu-viel-schief-bei-der-ms/?fbclid=IwAR3Stm_Brwvpfjm7DSAADcrW-qb-qOrSglK_MQLkSnQNkFDzYo9ZUR1-w8A

Etwas Ungeschicktes tritt zu Anfang bei den ‘Keyfacts’ zu Tage, imho.

» Fast die Hälfte (Anm. MSB: ~ 50%) erteilte dem Arzt die Schulnote 5 oder 6 dafür, wie er die Diagnose übermittelt hatte.

(Es folgen “Prozentzahlen”, die mit den 50% abgedeckt sind oder sein können)

vs.

» Etwa 20 % der Studienteilnehmer vergaben an ihren Arzt die Note gut oder sehr gut. Dies spricht dafür, dass Patienten ihre Ärzte nicht grundsätzlich kritisch beurteilen.

(Anm. MSB: Hier erscheint wie aus dem Nichts ein Kommentar ‘Dies spricht …’. Dieser ist stark manipulierend, in viele Richtungen deutbar, aber immer in der Intention des Artikels und absolut unnötig! Mit dem Satz wird die Glaubwürdigkeit eingerissen, die die Studie besitzt. :frowning: )

siehe Kommentar msb.

Deine Kritik ist für mich an den Haaren herbei gezogen, wenn schon ein Kommentar die Glaubwürdigkeit einer kompletten Studie einreißen soll.

Der Artikel ist Juttas Kritik an der Behandlung von Patienten nicht die Besprechung dieser Studie. Sie hatte leider ziemlich wenige Teilnehmer, vielleicht auch weil sie nicht ein anonymes online Klickwerk wie die heutigen war.

Meine Diagnose wurde mir genauso miserabel wie dort beschrieben übermittelt. Ein völlig überforderter Assistenzarzt, der einem beim Sprechen niemals anguckte, spuckte es in drei Minuten im Vierbettzimmer aus. Lediglich die tollen Pharmaheftchen fehlten, weil ich direkt zu einem Medikament gedrängt wurde.

Der folgende Termin in der Ambulanz war noch genialer, denn das Verhalten der Ärztin änderte sich komplett als ich die Teilnahme an einer Zulassungsstudie ablehnte. Damals hatte ich null Ahnung und bin sehr froh nicht an Temso teilgenommen zu haben, das war nämlich Aubagio. Wie ich finde ein völlig ungeeignetes Medikament für junge Menschen.

Es gibt auf der Seite auch einen Bericht von einem Neurologen, der selber auf der eigenen Station landete. Er erlitt einen Schlaganfall, aber es werden einige Probleme angesprochen die auch wir gut kennen.

https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/wenn-aerzte-ploetzlich-selbst-zum-patienten-werden/

Da hast Du mich falsch verstanden.

Aber damit hast Du recht:
» Der Artikel ist Juttas Kritik an der Behandlung von Patienten nicht die Besprechung dieser Studie.

Das habe ich zu forsch in Bezug auf eine Strategie für Veränderungen gesehen.

Die prominente ‘20% - Kommentierung’ finde trotzdem unfair und nicht souverän. Kommt die nicht von Frau Scheiderbauer?

Ich habe an der Studie Kritik. Die stellt sich in der Sache aber ‘hinten an’. Kritik kann man an allem haben. Konstruktiv darf sie schon sein, und ich wüsste nicht wem und was meine Erzählungen was bringen sollen.

Daraus schließe ich für mich → Es sollte mir egal sein.

Hey Yay,

ich habe das Gefühl, die Scheiderbauer-Kritiker vergessen zu oft, dass Jutta selbst von MS betroffen ist. Die Frau weiß also wirklich wovon sie redet im Gegensatz zu den vermeintlichen MS-Spezialisten. Die DMSG ist keine Organisation von Betroffenen für Betroffene, war sie nie und wird sie nie sein. Genauso wie W.W. und seine unhaltbaren, total subjektiv eingefärbten MS-Ursachen-Behauptungen.

Hallo zusammen,

die Diagnose brauchte man mir nicht zu übermitteln, die hatte ich mir schon selbst gestellt. Da hieß es höchstens noch: “Ihre Selbstdiagnose war zutreffend.” Na, dann, danke für die Blumen.

Diese bekam ich noch ein zweites Mal: als ich mich über mein lebensgefährliches (220/min) Herzrasen beschwerte, das ich als Folge der prednisoloninduzierten Hypokaliämie bekommen hatte.

Was mich aber in den folgenden Monaten immer wieder ärgerte, war, dass man das Thema “Schmerzen durch MS” in den für MS-Frischlinge bestimmten Publikationen mit Schweigen überging.

Die MS-Schmerzen waren es, die mich ins Krankenhaus trieben, und die mir seit ~15 Jahren erhalten geblieben sind. Sie sind rund um die Uhr da; seither habe ich das Gefühl, meine Füße steckten in einem Topf kochenden Wassers und ich säße auf einer heißen Herdplatte.

Allabendlich muss ich 75 mg Amitriptylin schlucken, um die Schmerzen so weit zu dämpfen, dass ich schlafen kann.

(uups - sorry, daneben geklickt!) Übrigens hat auch nicht der Neuro die neuropathischen Schmerzen thematisiert, sondern der Hausarzt. Er musste mir erst mal erklären, was das sollte, wo ich doch gar keine Depressionen habe - aber nachdem ich das Amitriptylin mal zwei, drei Wochen lang genommen hatte, merkte ich, dass es half. Das tut es immer noch!

LG Renate

Was mich aber in den folgenden Monaten immer wieder ärgerte, war, dass man das Thema “Schmerzen durch MS” in den für MS-Frischlinge bestimmten Publikationen mit Schweigen überging.

Hallo Renate, ich finde auch, dass das Thema Schmerzen durch MS von den Neurologen und in der Fachliteratur schändlich vernachlässigt wird. Sie beeinträchtigen meine Lebensqualität am meisten.

Wieviele Jahre “funktioniert” bei dir das Amitriptylin inzwischen schon?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass egal welches symptomatisches Medikament ich anwende, die Wirkung nach Langzeitanwendung immer mehr nachlässt.

Zunächst kann das Nachlassen der Wirkung durch Dosissteigerung kompensiert werden, aber irgendwann nutzt das auch nichts mehr und zudem steigern sich dann in der Folge auch unerwünschte Nebenwirkungen.

Hallo Amy,

das Amitriptylin funktioniert bei mir seit 2007. Davor versuchten mein Neuro und ich es mit den standardmäßigen Mitteln gegen neuropathische Schmerzen: Antiepileptika, nämlich Gabapentin. Mit 300 mg/d fing ich an, und diente mich empor bis 2400 mg/d. Mit Pregabalin wolle ich es dann nicht auch noch versuchen.

Gegen die Schmerzen half das Gabapentin aber nicht, ich bekam nur Puddingbeine davon. Als ich mehrmals am Tag dadurch zu Boden ging, bat ich meinen Hausarzt um was anderes. Mein Hausarzt schlug mir das altmodische trizyklische Antidepressivum Amitriptylin vor.

Ich war zuerst befremdet: was das denn sollte, ich hätte doch keine Depressionen. Ich musste erst darüber nachlesen und googeln. Was ich über Amitriptylin in der Schmerztherapie fand, machte mir den Stoff schmackhaft, vor allem, dass er nicht abhängig macht. Es wirkt ebenso im ZNS wie Gabapentin.

Eine Woche lang nahm ich 25 mg/d, eine Woche lang 50mg, seither 75. Bei mir hat sich das bestätigt, die 75 mg abends wirken immer noch, seit 2007. Ich musste die Dosis nicht erhöhen. Abends genommen, wirkt es bis in den Vormittag hinein. Versuch es doch mal!

Viel Glück und liebe Grüße!
Renate