Hallo liebe MS-Gemeinde,
ich bin bisher immer sporadisch stille Mitleserin gewesen, muss mich aber nun an Euch und Euer Schwarmwissen wenden.
Vorab möchte ich mich schon mal entschuldigen - ich weiss, dass es bereits viele Themen über die Blase gibt, ich schaffe es jedoch einfach nicht mich durch die Threats durchzulesen weil mich das Thema psychisch so belastet und ich Panik bekomme, wenn ich noch mehr über die teils langen und quälenden Leidenswege lese… Deswegen suche ich hier ausdrücklich nach positiven Erfahrungsberichten und Wegen raus aus diesem ätzenden Thema!
Kurz zu mir: ich bin 33 Jahre alt, habe mit 21 meine Diagnose bekommen und lebe seither zwar mit einem hochaktiven Verlauf, aber dennoch eigentlich gut mit der MS. Nach Plegridy, Gilenya und Lemtrada bin ich seit 2022 auf Kesimpta eingestellt und war darunter bisher stabil. Ich bin voll berufstätig und meine einzigen bleibenden Symptome waren bisher Gefühlsminderungen (komplette linke Seite, Kribbelparästhesien mal hier mal da an den Beinen).
Anfang August habe ich recht plötzlich starke Schmerzen im unteren Rücken bekommen. Damit einher gingen auch Schmerzen/Brennen im Bereich der Harnröhre im Wechsel mit Blasenschmerzen. Ich habe keine Dranginkontineenz o.ä. und auch eine große Fassungskapazität der Blase, es fühlt sich einfach unangenehm an wenn Urin in der Blase ist, als würde permanent jemand darauf drücken… Schwer zu beschreiben.
Ich hatte ähnliche Beschwerden schon Mal vor 4 Jahren nach 5 Blasenentzündungen am Stück (mit darauf folgendem Schub, dicker Herd BWK 9). Damals habe ich es jedoch mit Pohltherapie (Renate Bruckmann, „Unter der Gürtellinie“, dieses Buch ist eine Herzensempfehlung!) und Neuraltherapie (Procaininjektionen in die Sectionarbe und hinter das Schambein) in den Griff bekommen und bis auf zwischenzeitliches Aufflackern hatte ich bis jetzt echt Ruhe.
Leider bleibt der durchschlagende Erfolg diesmal mit den bewährten Maßnahmen aus… Ich habe das Amitryptiiln am Abend wieder aufdosiert, nehme zusätzlich Opipramol morgens ein gegen die unglaubliche Panik die diese Beschwerden bei mir verursachen und habe diverse Besuche bei Osteopathen und Fachärzten hinter mir.
Es ist etwas besser und es gibt auch beschwerdearme/-freie Tage, aber gerade heute ist es wieder sehr bescheiden und ich bin einfach verzweifelt, weil ich gar nicht einschätzen kann, ob die MS die Ursache ist oder etwas anderes. Blasenspiegelung habe ich mich bislang nicht getraut, weil ich psychisch wirklich überhaupt keine Kapazitäten für diesen Schmerz habe und ich habe riesige Angst davor. Zudem denke ich, dass es nicht an der Blase organisch liegen kann, wenn die Beschwerden teilweise von jetzt auf gleich zu- oder wieder abnehmen?!
Ach ja, Kortisonstoß 3x1g gab es Ende August weil ich dann doch die MS im Verdacht hatte, Effekt außer den üblichen ätzenden NW hatte es irgendwie nicht.
Bitte teilt Eure Mutmach-Geschichten mit mir 
Liebe Grüße aus RLP
dann wirds aber auch wieder besser!
alles Gute.