Ich habe eine interessante Stellungnahme zur Änderung der US-Ernährungsrichtlinien in Form eines Videos auf YouTube gefunden. Der als “Kult-Physio” gefeierte Ralf Blume kommentiert die neuen Richtlinien und bezieht sich dabei auf Ausführungen eines amerikanischen Arztes.
Beide, Herr Blume und der Arzt, äußern sich sehr positiv über die erfolgte Neuschreibung. Sie heben vor allem drei Punkte hervor.
Zum einen kritisieren sie die ihrer Meinung nach zu große Dominanz von Kohlenhydraten in der alten Fassung. Dort werden sechs bis elf Portionen Getreideprodukte pro Tag empfohlen. Das sei ihrer Meinung nach viel zu viel und fördere die Insulinresistenz und Diabetes. In der neuen Fassung haben Getreideprodukte einen geringeren Stellenwert und außerdem heißt es dort explizit “whole grain”, also Vollkorn, was vorher nicht der Fall war. Vorher hieß es nur “Bread, cereal, rice and pasta”.
Zum zweiten kritisieren beide in den alten Richtlinien eine zu geringe Zufuhr an Proteinen, was zu Mangelzuständen in der Bevölkerung führen würde. Die Proteinzufuhr dürfe deutlich gesteigert werden. Physio Ralf Blume ergänzt zu Recht, daß es dafür nicht immer tierische Proteine sein müssen. Es gibt auch verschiedene pflanzliche Möglichkeiten wie Hülsenfrüchte und Samen.
Und zum dritten ein für mich mega wichtiger Punkt: Hoch- bzw. ultraverarbeitete Lebensmittel werden in den neuen Ernährungsrichtlinien explizit und klar als Feind der Gesundheit genannt. Das hat schwerwiegende Bedeutung, wenn man bedenkt, daß sowohl in den USA als auch hier in Deutschland hochverarbeitete Lebensmittel weit verbreitet sind. Ein Blick in die Supermärkte, in die Krankenhäuser und Pflegeheime, teils auch Schulen, Kindergärten und -horte zeigt das. Würde die neue Richtlinie in diesem Punkt konsequent umgesetzt, wäre das eine enorme Umwälzung in den Ernährungsgewohnheiten in beiden Ländern.
Für mich hört sich die Stellungnahme von Ralf Blume gut und nachvollziehbar an.
Genauere Ausführungen hier: (19 Minuten, die sich lohnen)