Hi,

ich lese hier immer wieder: “Benutzen Sie doch dieses oder jenes Medikament. Das verschreibe ich meinen Patienten auch.”

Wie wäre es denn, wenn sich die Damen und Herren Doktoren mal an den von ihnen geleisteten “Eid des Hippokrates” (http://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates) erinnern und danach handeln! Stattdessen sind die “Weißkittel” nur noch an den Zahlungen der Pharmaindustrie interessiert und vergessen die Patienten dabei völlig! Die Pharmaindustrie verdient Milliarden von Euro. Auch an den MS-Patienten. Bei der Menge an verschriebenen und verabreichten Interferonen sollte man doch annehmen, dass der Preis zB. für Betaferon fällt. Stattdessen steigt er von Jahr zu Jahr.

Das es Ausnahmen unter den Ärzten gibt, die NICHT der Pharmaindustrie in die Hände spielen, kann man auch noch erleben. Allerdings sind diese Ärzte sehr sehr selten geworden.

An die MS-Patienten noch ein kleiner Tipp:
Geht, soweit möglich, raus in die Natur. Erfreut euch an einer schönen Blume oder am wundervollen Gezwitscher der Vögel. Und nehmt auch eure Familien mit an die frische Luft. Das hilft besser als jedes Medikament gegen Depressionen.

Viele Grüße
kiwi-bird

Hallo Kiwi - Bird ,

du hast vollkommen Recht mit deinen Argumenten , aber du hast nur die eine Seite der Medaille beleuchtet . Die andere besteht aus Patientenverbänden , die auch meist von der Pharma gesponsert werden und auf die Patienten massgeblich einwirken und nicht zuletzt aus den Patienten selber , die bekanntermassen meinen , dass es ihnen nur besser gehen kann , wenn sie was verschrieben bekommen . Wer nichts verschrieben bekommt , fühlt sich nicht so schnell wieder gut , als einer , der ein Medikament nimmt , weil dieser meint , dass das Medikament seine Krankheit heilt , auch wenn das Medikament unwirksam ist . Das nennt man den Placebo - Effekt .

Nun steigt die Anzahl der MS - Patienten jährlich und die Interferone werden mehr und mehr nachgefragt , da die Nachfrage den Preis regelt , ist es klar , dass er steigt , auch wenn billiger produziert werden kann , man verkauft so teuer , wie man kann. Da müsste es viel mehr Konkurrenz geben , um die Sache billiger zu machen , da aber nur wenige und sehr grosse UNternehmen es sich überhaupt leisten können , eine so teure Interferonsynthese zu bezahlen , wird es kaum jemals ein mittelständiges Unternehmen geben , das Interferone produzieren kann . Es gäbe nur eine einzige , radikale Lösung - die Krankenkassen bezahlen es nicht mehr und die ganze Diskussion wäre vom Tisch . Natürlich auf Kosten der Patienten !

Die Pharmaindustrie aber wird immer neue Krankheiten erfinden , bei denen sie ihre angestaubten Medikamente flächendeckend einsetzen kann , deren Motto ist schon immer gewesen : Jeder ist krank , wer gesund ist , ist nur noch nicht gründlich genug untersucht worden . Das ist eine Industrie , deren einziges Ziel es ist , so viel wie möglich zu verkaufen , Patientenwohl gibt es nicht !

Als Patient sollte man mehr Eigenverantwortung übernehmen , erstens nicht wegen jedem Wehwehchen zum Arzt gehen und wie du richtig erwähnst , regelmässig raus gehen , sich auch mal ein paar Vitamine zur Abwechslung gönnen und sich etwas gesünder ernähren und ab undzu eine Mütze Schaf nehmen , vielen Zivilisationskrankheiten kann man damit aus dem Wege gehen . Und auch im Berufsleben auf sich achten , sonst rennt man erst mit seiner Gesundheit dem Geld hinterher und später mit seinem Geld der Gesundheit .

Was jetzt nicht die Wirkung der Interferone in Frage stellen soll , die werden nicht nur bei MS , sondern auch erfolgreich bei einer bestimmten Form der hepatitis als einzige Heilungsmöglichkeit eingesetzt . Und auch kein Angriff auf alle MS - Patienten , sondern ein Stein des Anstosses für viele , sich mal Gedanken zu machen , wie man lebenswerter und gesünder leben kann .

Einen schönen Sonntagabend noch wünscht euch

Jane

An die MS-Patienten noch ein kleiner Tipp:
Geht, soweit möglich, raus in die Natur. Erfreut euch an einer schönen Blume oder am wundervollen Gezwitscher der Vögel. Und nehmt auch eure Familien mit an die frische Luft. Das hilft besser als jedes Medikament gegen Depressionen.

Ein schöner Tipp, aber bei richtigen Depressionen leider der falsche. Wenn Depressionen immer so einfach zu behandeln wären gäbe es keine Selbstmorde im Affekt. Manische Depression ist eine Stoffwchselkrankheit, die genauso chronisch ist wie MS. Also wäre ich mit solchen Verallgemeinerungen auf andere Krankheitsbilder etw. vorsichtig. Ich spreche aus Erfahrung, weil ich selbst zwei schwere depressive Episoden hatte…
Also ganz so einfach ist der Umgang mit Depression nicht Johaniskraut kann in machen Fällen helfen aber manchmal ist es auch zu schwach, hinzukommen die unklaren Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Das ist ungefähr so wie der Auspruch einer früheren Mitpatientin “Ihr seid alle gaga”. Komisch ich habe in der Zeit in der ich dort war viele tiefgründige Menschen kennengelernt, die sich in einer Ausnahmesituation befanden und nicht jeder hat eine happy family, aber selbst solche Menschen können derpressiv werden, weil sie genau darüber verzweifeln, weil sie nicht begreifen können warum sie depressiv sind obwohl es Ihnen so gut geht…
Auch bei MS-Patienten kann die Geschichte mit der Depression unterschiedlich sein. Es hängt von vielen Faktoren ab. Grds ist der Tip natürl gut aber nicht nur für MSler…
Idefix