Ich schreibe zum 1.Mal einen Beitrag.
Ich bin 49 Jahre alt, von Beruf Tagesmutter und seit ca. 15 Jahren habe ich MS, seit 2 Jahren offiziell.
Seit Anfang 2008 spritze ich mir Rebif44, habe keinerlei Nebenwirkung und keine Schübe.
An meiner Seite habe ich einen sehr liebevollen Ehemann, meine erwachsenen Söhne sind gut gelungen, eigentlich alles perfekt.
Seit etwa 2 Monaten habe ich Versagensängste, Existenzsorgen und bin nur noch ein heulendes Elend. Die Diagnose meines Neurologe, ich habe eine Depression, er riet mir zu einer Kur, um zur Ruhe zu kommen.
Ich weis genau, dass mir das nichts helfen würde, wenn ich danach wieder arbeiten müsste.

Wahnsinnig gerne würde ich die Tätigkeit als Tagesmutter aufgeben , dass ist leider aus
fianziellen Gründen nicht möglich, da mein Mann wahrscheinlich auch bald arbeitslos wird (der Betrieb steht kurz vor der Schließung).
Weiterhin mache ich mir Sorgen, dass meine Söhne auch MS bekommen könnten, dass würde ich mit nie verzeihen.
Leider habe ich keine Berufsunfähigkeitsrente und so muss ich wohl oder Übel noch ein paar Jahre durchhalten.

Ich schäme mich so, hier so rum zu jammern, wenn ich lese, wie schlecht es anderen MS- Patienten geht.

Hoffentlich ist das nur eine Phase, die bald wieder zu Ende geht.
Vielleicht habt ihr einige Tipps oder Erfahrungen für mich.

Gruss
Popeline

Hallo, da meine ich doch fast du erzählst von mir ! Ich bin jetzt 45 Jahre, hab auch nen voll lieben Mann und zwei tolle erwachsene Kinder. Habe seit 2004 Diagnose MS, fing dann Februar 2005 an zu spritzen. Ein halbes Jahr später war ich dann gleich weit wie du momentan. Ich war in so einem Tief daß ich einfach alles hinschmeissen wollte. Mein Halbtagsjob wurde mir zuviel, meine damals voll in der Pupertät stehenden Kinder ! gingen mir ja sowas von den Geist, mit meinem Mann fing ich regelmäßig Streit an, meine Freunde konnten mich auch mal am A…, ich hatte Nachts die schlimmsten Albträume (das artete schon in Horror aus). Ich wurde zu einem richtigen Drachen. Das ganze ging dann soweit bis mir von meiner Familie die Pistole auf die Brust gesetzt wurde: "Entweder du lässt dir jetzt helfen und tust was oder wir sind weg! Und das war dann der Moment wo ich es dann auch kapiert habe, ich bin zu ner Therapeutin gegangen, zu nem Heilpraktiker, hab mit spritzen aufgehört und jetzt gehts mir wieder wunderbar. Ich finde das Leben und vor allem meine Familie wieder richtig toll.
Das war nun meine Erfahrung.
Ich weiß ja nicht wie weit oder schlimm deine MS schon ist aber ich bin voll der Überzeugung daß die Spritzen Auslöser für Depressionen sein können. Mach doch einfach mal den Versuch und bespreche mit deinem Neurologen was er von einer Spritzpause hält. Ich für mich hab das damals auf eigene Faust in Angriff genommen weil mein Neuro nicht so begeistert davon war.
Ich wünsch dir alles Gute
LG Eri

Liebe Popeline,

nimm die Depression nicht auf zu leichte Schulter. Sie kann uns ganz schön verändern. Man merkt oft erst nach der Kur und Behandlung, dass es höchste Zeit war das anzugehen.
Deinem Mann hilfst du im Moment durch deine Anwesenheit auch nicht wirklich. Oder?

Alles Gute, Ina

Hallo Popeline,
eine Massage wirkt auf Körper und Geist, gerade bei Depressionen ist es ein wunderbares Gefühl einfühlsam berührt zu werden, sich fallen lassen und zugeniessen.