Hallo Forum,
hier ist der Bericht einer an MS ERKRANKTEN!
Also nix theretisches.Alle bisher behandelten berichten positiv.
Zufall? Oder alle bestochen?
Für mich haben diese Berichte von anderen MS Patienten einen sehr hohen Stellenwert!
Grüsse
Vilan
Am 24. Januar bin ich abends mit meiner Begleitung in Katowice bei kalten -21°C im Hotel angekommen.
An viel Schlaf war vor etwas Aufregung nicht zu denken.
Schön, dass Barbara auch kam; so hatte ich eine „Leidens“genossin. Zwar war 3 Uhr früh eine etwas ungewöhnliche Uhrzeit, aber ich finde sie passt zu ihr: sehr speziell, im positiven Sinne.
Ihr Flieger war in Frankfurt/Hahn leider defekt und musste erst repariert werden, so hatten wir uns zusammentelefoniert und organisiert, dass ich ihr die Hoteltür öffne und den Zimmerschlüssel gebe, da das Hotel keinen Nachtportier hatte und um 22 Uhr alles dicht machte.
Treffpunkt an der Hotellobby war dann um 7:45 Uhr und dann fuhren wir auch schon in die Klinik.
Wir gingen durch den Hintereingang, da es von dort aus schneller geht. Die automatische Schiebetür war zwar geschlossen, aber Barbara kannte sich aus, da sie bereits zum zweiten Mal da war. Also nahm sie beide Hände zwischen die Türen und schob sie einfach auf.
Schwupps, sind wir rein.
Das brachte uns einen etwas irritierten Blick einer Krankenschwester, den Barbara gekonnt mit westfälischem Charme und ein paar deutschen und englischen Sätzen wieder glatt bügelte, obwohl keine der Krankenschwestern weder das eine noch das andere beherrschten, noch verstanden.
Nun ging es erst mal zur Blutabnahme (ca. fünf Röhrchen).
Dzekuje (polnisch für danke) war das am meisten von mir gebrauchte Wort.
Danach erledigten wir die Formalitäten.
Zu guter Letzt wurde uns das Zimmer zugewiesen, in dem wir den restlichen Tag bis zur OP verbrachten. Eine polnische Patientin war seit dem Vortag schon da.
Sie konnte englisch und half uns.
Wir drei verstanden uns ziemlich gut. Barbara lockerte die Atmosphäre sehr auf, so dass die Anspannung etwas abfiel.
Im Laufe des Tages kam die Anästhesistin und klärte uns über die OP-Risiken auf und was vorher mit uns passieren würde: Infusionen, örtliche Betäubung in die Leiste und ein Beruhigungsmittel.
Dann kam eine Neurologin, die uns untersuchte (üblicher neurologischer Status) und uns etliche Fragen zum Gesundheitszustand stellte.
Von 10 Uhr bis zwei Stunden nach der OP gab es weder Trinken noch Essen.
Gegen 15:30 kam Dr. Simka um noch mal Hallo zu sagen. Dann holte er noch seinen mobilen Doppler-Sonographen und untersuchte noch einmal unsere Venen. Er lokalisierte sofort die Stenosen. (Sie waren immer noch da, also keine funktionellen Stenosen). Man sah und hörte sie deutlich.
Um 17:40 wurde ich abgeholt. Ich ging in den OP-Saal, legte mich auf den OP-Tisch, bekam das Beruhigungsmittel in die Infusion und merkte, dass ich leicht dizzy wurde, aber doch klar da war. Links von mir waren die Monitore. Am linken Zeigefinger wurde der Pulsmesser angelegt und am Oberkörper wurden drei Elektroden für die Vitalparameterüberwachung angeklebt.
Dr. Kazibudzki und noch ein weiterer Arzt, ich glaube Dr. Tochowicz, begannen dann mit der örtlichen Betäubung.
Dann wurde mittels Kathetersonde ein Ballon in meine rechte Jugularvene eingeführt. Ich spürte einen leichten Druck im Ohr und merkte es „ploppen“.
Das war es schon.
Das Ganze dauerte eine Stunde und man schob mich im Bett zurück ins Zimmer.
Ich war zwar hellwach, aber noch immer leicht dizzy.
Bereits wenige Stunden nach der OP bekam ich warme Hände und Füsse. Ein Phänomen, das ich so gar nicht kannte.
Auch wurde meine Haut an den Händen geschmeidiger. Das tägliche ständige Eincremen ist unnötig geworden. Vorher war die Haut leicht bläulich (sagte meine Begleitung jedenfalls), jetzt habe ich eine eher rosigere Hautfarbe.
Mein Visus ist klarer, ich habe keinen Bedarf an meiner Lesebrille.
Die Lichtempfindlichkeit ist nicht mehr so schlimm. Ich war heute auch mal ohne Sonnenbrille draussen.
Bis jetzt hatte ich noch keine Kopfschmerzen, die ich sonst kenne. Allerdings hatte ich die ersten drei Tage einen leichten unbekannten Kopfdruck. Den habe ich meist am Vormittag, bevor ich aufstehe. Nachdem Aufstehen verschwindet er irgendwann wieder.
Mein spätes Berichten liegt u. a. auch daran, dass ich meinen Alltagsrhythmus abwarten wollte, denn so ganz konnte ich es ja nicht glauben, aber es scheint zu stimmen: meine Fatigue ist WEG!!! Einfach nicht da!!
Ich weiss jetzt auch was eine normale Müdigkeit ist. Müde sein, dass man schlafen möchte und auch schlafen kann.
Ich komme morgens ausgeruhter aus dem Bett.
Es ist als wäre diese dunkle Wolke über dem Kopf weg, diese bleierne Müdigkeit, die sich immer über meine Augenlider legte und sie runterdrückte ist einfach seit der OP nicht da.
Eigentlich warte ich immer auf sie… aber…. NIX!!!
Ich bin energiereicher und fühle mich einfach viel wohler!
Alles in allem habe ich das Gefühl, ich bin wieder mehr ich… und das mag ich.
Liebe Grüsse