Hallo zusammen,

ich (M37) habe 2021 meine MS Diagnose bekommen. Die Krankheit habe ich aber schon deutlich länger meinen ersten Schub hatte ich vor 15 Jahren, blieb aber unbehandelt.
2025 hatte ich in kurzen Abständen zwei Schübe, weshalb ich seit Mai 2025 krank geschrieben bin. Mein Hauptproblem ist eine stark ausgeprägte Fatigue.
Von Beruf bin ich Data Analyst, arbeite also hauptsächlich am Computer und habe hohe Konzentrationsanforderungen und Termindruck.

Ich habe nun von meiner KK Post bekommen, darin steht:
“Sie sind seit dem 01.Mai 2025 arbeitsunfähig. In dieser Situation möchten wir Sie unterstützen. Deshalb haben wir den Medizinischen Dienst um eine Stellungnahme gebeten. DIe Ärzte des MD beraten uns mit ihrem medizinischen Fachwissen. Sie können Präventions- und Rehamaßnahmen vorschlagen oder eine fachärztlichte Behandlung empfehlen. All das ist dazu da, um Ihre Behandlung zu optimieren, damit es Ihnen bal dwieder besser geht.”

Zusätzlich haben Sie mir einen Fragebogen zu meinem Arbeitsplatz mitgeschickt.

Eine Reha habe ich bereits absolviert, entlassen wurde ich Anfang November. Darin wurde ich zum entlasszeitpunkt als “nicht Arbeitsfähig” eingeschätzt. “Mittelfristig gehen wir davon aus, dass er seine berufliche TÄtigkeit wieder ausüben können wird”. Nach “Weiterer Stabilisierung ist eine Wiedereingliederung empfohlen”

Hat jemand hier Erfahrung mit sowas?
Was kann bei der Einschätzung durch den MD passieren?

Ich habe echt etwas bammel, dass sie mich als arbeitsfähig einschätzen

Durch die Fatigue ist meine Konzentrationsfähigkeit stark eingeschränkt. Wenn ich mich auf etwas anstrengendes konzentrieren muss für eine gewisse Zeit wird mein Kopf dick, mir wird schwindelig, meine Hände zittern etc.
Allein nach dem Verfassen dieses Beitrags muss ich mich kurz hinlegen. An Arbeit ist echt nicht zu denken.

Liebe Grüße

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Hallo Stefan.

ich war in einer ähnlichen Situation.

Für den eigentlichen Arbeitsplatz arbeitsunfähig. Nach Anpassung des Arbeitsplatz, stufenweise Wiedereingliederung laut der Reha-Klinik.

Die Krankenkasse hat mich dann unter Fristsetzung aufgefordert einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) zu stellen. Der MDK hatte festgestellt, dass meine Erwerbsfähigkeit gefährdet sei.

Der Antrag wurde von der DRV dem Grunde nach bewilligt. Die Leistungen sollen die Wiedereingliederung unterstützen.

Als arbeitsfähig wurde ich vom MDK nicht eingestuft.

VG
cran

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Hallo Cran,

darf ich Fragen was genau deine Anpassung des Arbeitsplatzes war,
bzw was die DRV konkret gemacht hat?

LG
Stefan

Zur Anpassung des Arbeitsplatzes ist es bei mir nicht gekommen. Das hatte gesundheitliche und betriebliche Gründe.

Mein Arbeitsgeber hat nur ein Präventionsverfahren beim Integrationsamt eingeleitet.

Am Ende wurde der Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben in einen Rentenantrag umgedeutet.

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Wurde das in einen Rentenantrag umgedeutet, weil du trotz allem nicht wieder arbeitsfähig geworden bist?

Aber tatsächlich habe ich davor auch Angst, dass Verrentung droht. Würde schon gerne noch etwas arbeiten

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Genau, der Antrag auf LTA wurde rückwirkend in ein Rentenantrag umgedeutet.

Ich hätte damals laut Reha noch 3-6 Stunden arbeiten können. Da sich die Firma von mir getrennt hat, konnte ich kein entsprechenden Arbeitsplatz antreten.

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Du kannst dann doch dazuverdienen, auch freiberuflich. Aber du musst dann nicht mehr. :muscle:

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Ich hab damals auch sehr positive Erfahrungen mit dem MDK gemacht. Ich hab ganz ehrlich berichtet, was geht und was nicht. War ein ganz nettes Gespräch, aber natürlich psychisch sehr anstrengend.

Die Reha hatte mich vorher auch arbeitsunfähig entlassen.
Der MDK kam ebenfalls zu der Einschätzung, dass ich in meinem Beruf und zu diesem Zeitpunkt so nicht mehr arbeiten kann.

Eine Arbeitsplatzanpassung durch meinen damaligen Arbeitgeber konnte ohnehin seitens des Betriebes nicht erfolgen.

Also habe ich dann an einem beruflichen Training 9 Monate teilgenommen: am Ende kam raus, dass es zahlreiche Einschränkungen für eine mögliche Arbeitsstelle gibt und 3-6 Stunden täglich als Arbeitszeit möglich sind.
Habe aber die volle Erwerbsminderungsrente (Arbeitsmarktrente) erhalten und von 2020-2024 (mit Schwangerschaftunterbrechung/Elternzeit) geringfügig gearbeitet. 2024 kam dann die MS-Diagnose hinzu :woman_shrugging: letzten Monat wurde die EMR bis 2029 verlängert, aber ich hoffe immer noch zukünftig wieder etwas arbeiten zu können :pray:

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Hallo Stefan, ich kann dir zum Thema Fatigue etwas sagen, die wird mittlerweile sehr ernst genommen. Für mich ist sie auch das Schlimmste an der MS, mit allen anderen Einschränkungen komme ich klar.

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