Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Es hilft mir sehr, auch einmal die weniger schönen Seiten einer Reha zu hören und nicht nur die positiven.
Bei mir wurde die MS nach mehreren Jahren endlich diagnostiziert. Ich leide vor allem unter starker Fatigue, ausgeprägter Kraftlosigkeit in den Beinen sowie Schmerzen in der Hals- und Lendenwirbelsäule. Besonders schwierig ist für mich das Aufstehen vom Boden oder aus dem Schneidersitz. Meine Beine fühlen sich dann oft wie gelähmt an und ich brauche viel Zeit und Hilfe, um wieder hochzukommen. Auch längeres Gehen fällt mir zunehmend schwer.
Ich habe außerdem mehrere Sehnenansatzentzündungen sowie ein leichtes Knochenmarködem an den Iliosakralgelenken. Deshalb hoffe ich sehr, dass die Reha mir zeigt, woher welche Beschwerden kommen und vor allem, was ich selbst langfristig dagegen tun kann.
Was mich zusätzlich sehr belastet, ist, dass ich überhaupt nicht mehr stressresistent bin. Früher konnte ich mit Druck und vielen Aufgaben gut umgehen. Heute reichen oft schon mehrere Termine oder etwas Hektik, und ich merke, wie meine Konzentration nachlässt, ich schneller erschöpft bin und mich alles überfordert. Ich hoffe, dass ich auch dafür in der Reha Strategien lernen kann.
Dass die Fatigue während der Reha zunächst schlimmer werden kann, macht mir ehrlich gesagt etwas Sorgen. Gleichzeitig hoffe ich aber, dass ich dort lerne, besser mit meinen Kräften zu haushalten und die richtigen Übungen für zu Hause zu bekommen.
Dein Hinweis, dass die Muskulatur nach einigen Wochen ohne Training wieder abbauen kann, hat mich nachdenklich gemacht. Gerade deshalb möchte ich die Reha als Startpunkt sehen und anschließend konsequent weitermachen.
Eine Frage hätte ich noch:
Gab es bei dir Übungen oder Therapien, die dir speziell beim Aufstehen vom Boden oder zur Verbesserung der Beinkraft geholfen haben? Und hast du Tipps, wie man trotz Fatigue dauerhaft am Training dranbleiben kann?
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, so offen von deinen Erfahrungen zu berichten.
LG Kay