Er ( um die 30) hat soeben die Diagnose MS erhalten und erzählt seiner Schwester davon.
Die ist bestürzt und fängt an zu weinen.
Er ist sauer und fragt sie: WER hat die Diagnose gekriegt, du oder ich?

Was fällt dir dazu ein?

Ich kann beide verstehen, ihn ein bisschen mehr… Er braucht jemanden, der jetzt für ihn mit stark ist, und niemanden, um den er sich wegen trauerns noch kümmern muss. Sie liebt ihren Bruder und die Diagnose trifft sie wahrscheinlich ähnlich wie ihn.
Doch meiner Meinung nach sollte sie stärker sein als er, damit sie für ihn da sein kann.
Ich glaube, ich hatte ähnlich reagiert

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Ich finde es etwas unempathisch von dem Bruder, so krass zu reagieren, indem er gleich sauer wird. Ist halt so, daß Menschen auf Ereignisse wie Diagnosen unterschiedlich reagieren. Die Reaktion der Schwester ist ja nicht böse gemeint, sondern Ausdruck ihres Mitgefühls.

Mir selbst ist es auch schon passiert, daß andere meine Diagnose und meinen derzeitigen Zustand dramatischer bewerten als ich selbst. Ich reagiere dann in der Regel mit relativierenden und beschwichtigenden Worten wie etwa “das schaffe ich schon”, “ich meistere mein Schicksal”, “man lernt damit umzugehen”, “es ist nicht alles nur negativ” oder so ähnlich, je nach Situation.

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Lieben Dank für eure Antworten.
Ich bin da auch ambivalent wie ich das bewerten könnte. Und hab es einfach schon aufgegeben, es zu versuchen.
(Bewerten soll man ja eh nicht " don’t judge" )

Ich hab es auch nicht mehr mitbekommen, ob die Geschwister das unter sich noch auf die Reihe kriegen konnten.

Was meint ihr: sind MS- Betroffene ( ich nehme mich nicht aus mit meiner cfs) sensibler, / sensitiver/ " empfindlicher" als Nicht- Betroffene?

Die ich persönlich kenne ( ich schließe mich ein🥴) : ja . Und wenn es auch manchmal schwierig ist im Miteinander… es macht so
besonders liebenswert, finde ich.

Es schließt sich meine nächste Frage an unter " was ich immer schon wissen wollte"

Ich hoffe, es fühlt sich niemand “gelöchert” von meinen Fragen. Ich bin Wissensdurstig und möchte verstehen können. Das ist meine "Entschuldigung "

Ich war schon immer sehr empathisch, hat mich viel Zeit gekostet, das zu kontrollieren.
Aber ja, ich bin zusätzlich sehr sensibel gegenüber äußeren Einflüssen geworden, besonders mein Gehör. Geräusche können mir mittlerweile seelisch weh tun…

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Empfindlicher aufgrund von Reizüberlastung ist auf jeden Fall ein Symptom von MS und bei dir ja auch.
Oder meinst du mit sensibler/empfindlicher eher Empathie? Dann glaub ich nicht, dass das grundsätzlich ein MS Symtom ist, aber dass Menschen die schon einiges an Scheiße hinter sich haben/durchleben mussten oft eher diese Eigenschaft ausgeprägt haben.

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Genau. In diese Richtung ging meine Frage.
Menschen, die sich mit der Diagnose und der Krankheit konfrontiert sehen /sahen, könnten rein theoretisch ja auch sehr verhärten. Das habe ich bei MS Betroffenen ehrlich gesagt noch nicht erlebt.
Dass Sie sich stattdessen in Mitmenschen mit vergleichsweise ähnlichem Schicksal einfühlen können / mögen, macht sie, zumindest für mich, liebenswert.
Außerdem kann ich von denen lernen, die den Spagat schaffen zwischen Empathie und Selbstfürsorge.

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Ah ok. Ob die “Verhärtungsquote” bei MSlern niedriger ist als bei anderen vom Schicksal gebeutelten kann ich nicht beurteilen. Da ist mein Erfahrungswert noch zu niedrig. Der Großteil hier ist super, soviel weiß ich schon :smile:

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