Hi Leute,
normalerweise arbeite ich als Laborantin im chemischen Labor, bin aber aktuell leider unverschuldet schon etwas länger arbeitslos. Zuletzt wurde mir das Arbeiten im Labor zunehmend durch einen essentiellen Tremor in der rechten Hand (bin Rechtshänderin) erschwert, der sich leider im letzten Jahr deutlich verschlimmert hat. Aufgrund meiner Einschränkungen im Alltag, zum Beispiel beim Essen oder beim Bezahlen, habe ich den starken Verdacht, dass ich leider nicht mehr im Labor arbeiten kann. Bisher hat eine medikamentöse Theraphie keine Erfolge gebracht.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit einem Tremor und Laborarbeit? Wie kommt ihr zurecht?
Oder musstet ihr das Labor aufgeben und stattdessen etwas anderes machen? Was arbeitet ihr stattdessen?
Was kann man überhaupt mit einem Tremor noch arbeiten?

Außerdem habe ich natürlich direkt nachdem ich die Entscheidung gegen die Laborarbeit aufgrund der Einschränkung der Hand getroffen habe, einen Jobangebot fürs Labor bekommen. Was haltet ihr davon? Direkt ablehnen oder versuchen (und dann alles bei Agentur für Arbeit neu anleiern)?

Danke für euren Input. Ich bin gerade etwas hin- und hergerissen und ratlos.
Liebe Grüße
Stephies

Wie schätzt du denn deine Situation ein? Denkst du, du kannst weiter im Labor arbeiten?

Du kannst dich an die Reha-Abteilung der Arbeitsagentur wenden und mit denen durch Gespräche, Tests, Arbeitserprobungen in Reha-Maßnahmen rausfinden, was geht und ggf. neue berufliche Perspektiven entwickeln.

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Ich hab zwar nicht im Labor gearbeitet, aber in der Patientenaufnahme im Krankenhaus.

Da hat mich der Tremor vor allem bei der Blutentnahme behindert, sodass ich die Blutentnahme meinen lieben Kolleginnen überlassen musste. War echt blöd, da ich immer jemanden holen musste.
Dafür hab ich versucht, andere Aufgaben meinen Kolleginnen abzunehmen. Letztendlich wurden die neurologischen Beschwerden aber zu stark und ich musste meine Arbeit leider aufgeben. Bin in EMR.

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Hi tournesol,
danke erstmal für deine schnelle Rückmeldung.

Das macht es leider so schwierig. Vom Alltag her würde ich sagen, dass es nur noch schwer machbar ist. Aus diesem Grund hatte ich für mich schweren Herzens entschieden, dass es keinen Sinn mehr macht im Labor zu stehen und hab auch alles bei der Arbeitsagentur für das Prüfverfahren in die Wege geleitet. Aber bevor das nicht geklärt ist, bekomme ich auch keine Beratung.
Weil ich mittlerweile schon den Verdacht habe, dass entweder ich sage, dass es nicht mehr geht oder aber der Arbeitgeber mich innerhalb der Probezeit wieder kündigen würde.

Nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte und alles angeleiert war, kam natürlich die Zusage für eine Stelle im Labor und das hat mich doch wieder schwanken lassen.
Sicher auch, weil wieder mehr Geld reinkommen würde und ich nicht weiß wie lange sich das Verfahren der Reha-Abteilung hinziehen wird und ob ich nicht am Ende doch im Bürgergeld lande.
Aber andererseits hab ich eigentlich auch keine Lust alles wieder von vorne zu starten bei der Arbeitsagentur (Arbeitslos melden, alles ausfüllen,…), wenn der neue Arbeitgeber mich wieder vor die Tür setzt wegen der Hand.
LG

Das tut mir leid zu hören Miky.
Im Labor ist halt häufig das Problem, dass es ziemlich um Feinmotorik geht, ähnlich wie beim Legen der Kanüle beim Blutabnehmen. Wobei du durch den Tremor natürlich deutlich mehr Schaden anrichten könntest.
Und da die Feinmotorik bei allem zu wichtig ist, kann man wenig abgeben und anderes übernehmen. Das ist auch der Grund warum ich denke, dass es schwer wird mit dem Labor und mir mögliche Alternativen überlege. Wer weiß wie lange das Verfahren der Arbeitsagentur dauert und wann dann die Beratung stattfinden kann.

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Ich kann gut verstehen, dass du hin- und hergerissen bist. Einerseits möchtest du die Stelle gern haben, andererseits hast du Zweifel, ob du die Arbeit schaffst.
Hast du schon eine feste Zusage für die Stelle im Labor?
Vielleicht kannst du noch mit dem Arbeitgeber reden, deine Probleme schildern und vor einer endgültigen Zusage einen oder mehrere Probetage vereinbaren?

Deine Probleme durch den Tremor lassen sich wahrscheinlich nicht verheimlichen und du setzt dich unter Druck und gerätst in Stress, was auch nicht gut ist mit MS. Wenn du dann die Probezeit nicht überstehst, nützt es ja auch beiden nichts.

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Hallo Stephies,
wenn die Stelle im Labor vom Arbeitsamt angeboten wurde solltest Du diese erstmal antreten, da Du sonst Deine Anspruch auf Alg verlierst. Du bist dann nicht vermittelbar.
Du musst beweisen das die Arbeit für Dich nicht mehr machbar ist. Das ist ohne Arbeitsplatz kompliziert.

Wenn Dich der Arbeitgeber in der Probezeit entlässt, wg. Deiner gesundheitlichen Probleme, kannst Du wieder Alg beantragen.
Du bist dann berufsunfähig und hast das Recht auf eine Umschulung. Der Kostenträger für die Umschulung wird dann die Rentenversicherung oder berufsunfähigkeits Versicherung, wenn Du eine besitzt.

Vielleicht findet der neue Arbeitgeber eine Lösung für Dich, z.B. innerbetriebliche Umschulung etc.

Ich wünsche Dir alles Gute,

Grüsse aus Ulm

Wenn du dir die Arbeit im Labor aber nicht zutraust, kannst du auch zum Arzt. Wenn ärztlich bescheinigt wird, dass du eine Arbeit im Labor wegen neurologischer Einschränkungen (va Tremor) nicht ausüben kannst, musst dir das Arbeitsamt andere passende Stellen vorschlagen :+1:

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Hast du einen Schwerbehindertenausweis? Dann hättest du Anspruch auf eine speziellen Sachbearbeiter, bei der Agentur für Arbeit. Du hast doch bestimmt medizinische Nachweise die deine Einschränkungen belegen. Alles Gute :four_leaf_clover:

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Auf jeden Fall Danke an alle für eure Hinweise und Tipps.

@tournesol Ja, du hast es ziemlich gut auf den Punkt gebracht, denn genau so ist es. Wegen Probearbeiten hatte ich schon gefragt, aber machen sie nicht. Wäre schön gewesen, weil dann hätte ich auch Gewissheit, ob es noch funktioniert. Ansonsten wäre es ein feste Zusage. Nein, verheimlichen ist nicht drin

@slowboysimon Die Stelle habe ich mir vor einigen Monaten selbst gesucht, da alle Stellen der Arbeitsagentur einfach sehr sinnlos waren. Aber ist auch schon mehrere Monate her und dachte ich, dass es mit der Hand noch gehen wird. Also hätte ich zumindest nicht das Problem, dass ich Sanktionen vom Arbeitsamt erwarten muss. Das ganze Neubeantragen ist auch nervig.

@Miky Ich wollte es sowieso nochmal genauer mit meinem Arzt besprechen, wie er die Lage einschätzt und da ich demnächst sowieso wieder zur Infusion muss, passt sich das ganz gut.

@Sonnenschein1 Ja, denn habe ich direkt nach der Diagnose beantragt und ist auch bewilligt worden. Ich bin daher schon in der Reha-Abteilung. Aber richtige Nachweise habe ich tatsächlich nicht. Wo ich so darüber nachdenke, habe ich nicht mal ein Zettel mit der Diagnose :thinking: Außer auch dem GdB-Bescheid. Hast du denn ein Zettel mit Diagnose und solche NAchweise? Hat die dir der Arzt ausgestellt?