Hallo in die Runde,
ich habe meine Diagnose ganz frisch und bin neu hier. Habe nach meinem ersten Schub 5x 1.000mg Prednisolon bekommen. Die Wirkung hat etwas auf sich Warten lassen aber mittlerweile ist meine Symptomatik (zum Glück nur sensibel an den Beinen aber trotzdem natürlich nervig) deutlich besser.
Nächste Woche sind 14 Tage seit Therapieende vergangen und mir wurde da die Symptome noch da sind eine 2. Prednisolon-Gabe (3x 500mg, ambulant) angeboten.
Jetzt bin ich unentschlossen: Abwarten und hoffen, dass es von alleine weg geht? Akzeptieren, dass die sensible Symptomatik bleibt? Eine 2. Schubtherapie machen? Die erste Therapie habe ich soweit gut vertragen.
Laut meiner Erfahrung ist die Rückbildung der Symptome nicht besser durch Cortison, und nach 2-3 Wochen hilft meiner Meinung nach ein 2. Cortisonstoß verschwindend wenig.
Die endgültige Entscheidung liegt eh bei jedem selbst.
Es gibt sicher auch Menschen die lieber die 2. Stoßtherapie machen würden.
Viel Glück
so oder so 
Ja ich bin total hin- und hergerissen. Natürlich kann man sich nie sicher sein, ob’s was bringen wird / gebracht hat / gebracht hätte…
Frage mich, ob ich mir wenn ich es denn nicht mache hinterher ärgere. Aber das kann ich nur mit mir selbst ausmachen 
Danke!
Hi Mmschlpf,
Kortison ist KEIN Schubheilmittel, sondern kann max. die akute Entzündung stoppen und evtl. die Bluthirnschranke wieder abdichten, mehr nicht.
Für die Rückbildung ist nur dein Körper verantwortlich.
Zudem sollte besser Methylprednisoln gegeben werden, den 1000mg Prednisolon entsprechen 800mg Methylprednisolon.
Grüße
LucyS
Gern 
verstehe die Unsicherheit gut, gerade nach einer frischen Diagnose ist man komplett überfordert und möchte Alles richtig machen.
Ich hab nach den ersten beiden Schüben Cortison genommen, und es auch halbwegs gut vertragen, geschockt war ich mit 38 als mir das Cortison über die Jahre meinen Hüftknochen kaputt gemacht hat - was ich damit sagen will, kann immer Alles Sonnen- und Schattenseiten haben.
Ich mache meine Schübe komplett ohne Cortison durch, aber im Endeffekt kann und muss man die Entscheidungen immer irgendwann vor sich Allein verantworten können.
Ich höre viel auf mein Bauchgefühl. Habe auch seit über 30 Jahren nie ein MS-Medikament angefasst z.B. - aber das ist meine Entscheidung, die ich mit mir ausmachen muss - die auch nicht in Stein gemeißelt steht.
Letztendlich wird Cortison gegeben, damit die Entzündung eventuell schneller weg geht. Aber auch das dauert. Es heilt nicht die Symptome. Sie können mit wie auch ohne Cortison verschwinden und es braucht in beiden Fällen seine Zeit. Cortison kann dies eventuell beschleunigen, was aber auch Wochen bis Monate dauern kann.
Viele nehmen bei Schüben kein Cortison, viele schwören drauf.
Habe schon so ein bisschen hier im Forum gelesen die letzen Tage. Beim Thema Cortison scheinen sich sowieso so ein bisschen die Geister zu scheiden… Gibt ja auch mittlerweile Metaanalysen die schon auch längerfristig einen Vorteil zeigen von Glucocorticoid-Schubtherapie im Vergleich zu keiner Schubtherapie was den EDSS-Score betrifft.
Aber ob da eine zweite Runde sinnvoll ist… Man weiß es halt leider einfach nicht. Und das ist soooo unbefriedigend
Deine Beschwerden sind bereits rückläufig. 5 x 1000 wurden dir bereits gegeben. Es gibt auch Ärzte (wie damals meine bei einem schweren Schub), die sagen, das Kortison wirke nach, und zwar noch viele Wochen nach. Unabhängig vom Kortison braucht Schubheilung ihre Zeit. Zwei Wochen ist keine lange Zeit. Bei Schubheilung spricht man von Monaten.
Bei deiner Symptomatik (Sensibilitätsstörungen) und der Rückläufigkeit deiner Symptome brauchst du meiner Erfahrung nach keinen weiteren Stoß. Du musst auch die Nebenwirkungen ins Kalkül ziehen, und die sind nicht immer harmlos, vor allem bei großen Mengen.
Du würfelst hier 2 Dinge durcheinander - das eine ist eine Stoßtherapie beim aktuellen Schub, und dann gibt es noch das “etwas veraltete” Cortison gegen Schübe meist intrathekal (also ins Rückenmark) was heute selten(er) zur Anwendung kommt…
Hi damncrazydude, @Mmschlpf hat Recht. Es gibt so eine Metastudie, die relativ neu ist. Muss ich erst heraussuchen, eventuell später. Laut Studie gibt es einen geringen Vorteil der Hochdosistherapie im Schub. Der Vorteil ist mMn aber wirklich nur gering und muss mit den Nebenwirkungen des Stoßes verrechnet werden.
nee, den Unterschied kenne ich schon. Ich meine eine zweite intravenöse Therapie. Intrathekal kommt bei mir vorerst gar nix 
https://doi.org/10.1136/jnnp-2025-336343
das ist die aktuelle Studie. Geringer Effekt aber er ist statistisch signifikant
Ok mich hat nur die Aussage “Schubtherapie” etwas auf’s Glatteis geführt 
Wenn deine Symptome ‘nur’ Sensibilitätsstörungen und schon deutlich besser sind, würde ich auf eine 2. Runde Kortison verzichten.
Sie können sich im Laufe der Zeit von selbst weiter zurückbilden oder es bleibt so, das weiß man nicht im voraus, egal ob mit oder ohne nochmal Kortison. Man gewöhnt sich auch ein Stück weit daran, so dass man sie oft nicht mehr so stark bemerkt wie am Anfang, wo man ständig darauf achtet.
Könntest du denn damit leben?
Wenn es Symptome sind, die mich sehr einschränken, würde ich es mit noch einmal Kortison versuchen, da ich es auch gut vertragen habe.
Wie lange ist es denn her seit Beginn der Symptome? Kortison wirkt meistens am besten möglichst früh nach Symptombeginn.
Wenn du dich für eine 2. Runde Kortison entscheidest, wird dir das wahrscheinlich auch nicht schaden, nachdem du beim 1. Mal keine starken Nebenwirkungen hattest.
Für frisch diagnostiziert bist du gut informiert, Respekt

In der Studie geht es aber nur um Kortison ja oder nein.
Zudem kann man die Statistik dahinter auch leicht auseinander nehmen, gerade bei MS ist Statisik ein sehr schönes Spielfeld um das Ergebnis zu bekommen, was man will.
z.B. ist die Erkrankungsdauer, bei mir hat es von den ersten Symptomen, die wahrscheinlich schon MS waren bis zur entgültigen Diagnose über 6 Jahre gedauert, bei anderen über 20 Jahren oder noch länger…
Und je weiter die MS fortgeschritten ist, desto schlecht ist die Rückbildung und mit zunehmenden alter nimmt die Rückbildungsgeschwindigkeit noch mehr ab.
Es sind zu viele Faktoren die diese “schöne” Studie leider nur bedingt abbildet.
Grüße
LucyS
habe auch schon festgestellt, dass ich mich daran gewöhne. Und so gebessert wie es aktuell ist wäre es zwar doof aber ich kann damit leben. Bleibt einem ja auch nix anderes übrig…
Symptombeginn ist Übermorgen 3 Wochen her, 5 Tage später Diagnose und Glucocorticoide bis vor 10 Tagen
Habe medizinischen Background und viel Zeit gehabt zum Lesen 
Und bei so einer doofen Krankheit die mit so viel Unvorhersehbarkeiten einhergeht will ich zumindest Wissen haben
ja klar, die vergleicht nicht 2. Stoß ja/nein, das stimmt. Und es ist eine Metaanalysen von retrospektiven Studien. Kausalität ist schwer herzustellen, schreiben die Autoren ja selbst. klar, MS ist total heterogen in vielerlei Hinsicht.
Aber trotzdem: so ist das Ergebnis erstmal statistisch signifikant.
Von allem, was ich hier bisher so gelesen habe scheint sowieso jeder im Laufe der Jahre seinen / ihren eigenen Weg zu finden. Und davon, meinen persönlichen Weg zu finden, bin ich noch sehr weit entfernt. Aber es ist total toll, mit euch zu schreiben, sich auszutauschen, eure Erfahrungen und Meinungen zu lesen und sich nicht alleine zu fühlen.
So beschreiben und bewerten übrigens die aktuellen Leitlinien diese Studie:
(Leitlinien DGN 2026, S. 35)
“Kürzlich erfolgte im MSBase Register eine Analyse von multizentrischen Daten, die auf einen schwachen positiven Effekt einer hochdosierten Steroidtherapie gegenüber keiner Therapie auf die langfristige residuelle Beeinträchtigung hindeutet (Roberts et al. 2025).”