Umgang Mobilität

Hallo zusammen,

an diejenigen, die sich mehr und mehr für den Rolli entschieden haben. Wie seid ihr mit dieser Veränderung klar gekommen. Und wie sieht ihr euch selbst damit? Ich tue mir gerade sehr schwer damit, für längere Strecken tatsächlich den Rollstuhl zu nutzen. Bin gerade auch in einer Klinik (nicht wegen MS) und nutze ihn somit täglich und fühle mich alles andere als gut damit. Bin ständig am vergleichen, wie es früher war, als ich auf nichts beim Gehen angewiesen war. Ich habe das Gefühl, ich müsste mein Selbstbild ändern.

Darum die Frage an euch, wie ihr damit umgeht.

LG Bay

Das wird Dich nicht wirklich weiter bringen.

Du frägst 10 Leute und bekommst 11 verschiedene Sichtweisen.

Bei der Einstellung zu diesem Thema musst Du Deinen ganz eigenen Weg finden, imho.

LG
Uwe

Hallo Uwe,

Ich nehme auch die 11 verschiedenen Antworten, überhaupt einen Austausch zu haben. Vielleicht gibt es ja dabei gute Sichtweisen.

LG
Bay

Hallo Bay,

für mich war die Umstellung im Rolli schwierig.
Aber ohne ging es absolut nicht mehr!

Ich hatte die Wahl:
Entweder zuhause bleiben oder rauskommen / mit Rolli.

Des öfteren entschied ich mich für den Rolli, der damals noch mit
eigener oder fremder Muskelkraft betrieben werden musste.
Der Umstieg auf ein E-gefährt war notwendig, um die
eigene Mobilität zu stabilisieren.
Oft bin ich mit dem E-Rolli gerne unterwegs, die Betonung
liegt auf “oft”.
Manchmal gehts halt auch nicht, weil die Barrieren im Hirn
zu groß sind!
Fühle mich dann auch nicht so gut!

Aber Fakt ist für mich, dass ich mir neue Ziele im Umkreis erst
erschließen muss,will heißen, dass es schon eine geraume Zeit
dauert, bis ich alleine rauskomme!

Wünsch Dir viel Mut,
denn der tut uns immer gut!

Kabar

Hallo Kabar,

Was hast du denn für ein Gefühl, was dein soziales Umfeld angeht? Ich habe das Gefühl, dass der Stuhl eine Barriere zwischen mir und neuen Bekanntschaften verursacht. Würde meinen Freundeskreis gerne erweitern. Das geht auch, aber wenn ex um Freizeitgestaltung geht, dann ist der Drang, mich mitzunehmen nicht sehr hoch. Fühle mich dann “sitzengelassen” …

Neue Freundschaften such ich nicht explizit, aber
es ergeben sich oft nette Gespräche, da empfind ich den
Rolli nicht als störend.

Wenn der Rolli zwischen Dir und neuen Bekanntschaften
eine Barriere darstellt, dann ist die Barriere evtl. in deinem Kopf
oder es sind dann halt nicht die richtigen Bekanntschaften.

Kabar

Ich suche schon. Gespräche ergeben sich auch immer schnell. Nur wenn es dann um gemeinsamem Aktivitäten geht, dann scheint eine Rolliphobie einzutreten. Ich muss überwiegend fragen, ob wir z.B. zusammen Essen gehen odgl.

Puh ich gebe zu ich habe nicht wirklich Ahnung vom Thema Rolli.
Ich habe mir im KH mit ner Freundin ne Rallye geliefert die ich gnadenlos verlor…. Meine Arme waren zu schwach, deshalb hab ich Horror Vor einem Rolli.

In der TKL- konnte ich Rollifahrer beim Training beobachten, das war irre was die alle konnten….

Ok da waren viele Querschitte aber was ich irre fand war ein junger Mann, den ich im Rolli kennenlernte, mittels Krafttraining und dem Teil mit dem Spyke trainiert hab ich ihn wieder laufen sehn. Allerdings hatte er eine andere neurologische Erkrankung als MS.

Ich kann mir gut vorstellen, daß ein Rolli einen Gedankentausch bedeutet.
Einerseits veränderst Du Dich als Mensch nicht, Du hekommst etwas dazu. Eine Rollifahrerin meinte mal zu mir, sieh die Möglichkeiten, die Dir der Rolli eröffnet….

So jetzt muß ich enden, der kleine Bobby zwickt….
Training für die Milchzähne…. Die sehr spitz sind…

Idefix

Ich verstehe dich sehr gut, denn mir ging es ganz genauso. Ich konnte einen Rollstuhl mit meinem Selbstbild zunächst überhaupt nicht vereinbaren, war ich doch früher sportlich, Wandern, Radfahren, Ski…

Aber seit ich nach einem schweren Schub nicht mehr Fahrrad (Zweirad) fahren kann, brauche ich einen Rollstuhl für außerhäusliche Aktivitäten. Ich musste mich dran gewöhnen, denn die Alternative wäre gewesen, nur zu Hause zu bleiben (oder Auto zu fahren). Ich mag aber das draußen an der Luft sein, also dann halt mit Rollstuhl. Für mich hieß es Augen zu und durch, wat mut dat mut…

Im Vergleich zu vorher habe ich dadurch sogar neue Freiheiten. Zum Beispiel Stadtbummel oder Einkaufszentrum (wenn nicht gelockdownt :-/) ist wieder möglich, ohne ständig an die nächste Sitzbank zu denken. Genauso Ausstellungen, Märkte, Feste und dergleichen. Sich ausgiebig in Geschäften umsehen. Durch Loslassen (von alten Denkmustern) neue Freiheit gewinnen.

Geholfen hat mir, dass ich viele tolle, coole und positive Menschen (real und virtuell) kennenlernen durfte, die ebenfalls einen Rollstuhl nutzen, um mobil zu bleiben. Unter anderem durch diese Menschen lernte ich, dass sich Lebensfreude und Rollstuhl nicht gegenseitig ausschließen.

Ein Roli ist für mich schon sehr wichtig.
Bis heute wird mir aber ein E-Rolli verweigert bzw. immer weiter hinaus geschoben.
Bei mir geht es nur mit dem Schieberolli. Ich habe schon schöne Wege damit zurückgelegt und immer nette Menschen dabei gehabt.
Aber ich vermisse das eigenständige Fortbewegen. Für jede kleine Positionsänderung muss ich Anweisung geben, das nervt !
Lange zeit habe ich alles mit dem Fahrrad erledigt, aber das geht jetzt nicht mehr.
Ich freue mich auf den E-Rolli in bälde
Rainer

Und schon ist es wieder passiert:

Ich schreibe auf eine Forenanfrage eine Antwort, investiere gewisse Zeit und Mühe, in der Hoffnung auf einen angenehmen und erfolgreichen Forumsaustausch.

Und was passiert? Der oder die Fragende säckelt die Antwort ein und taucht dann ab. Keine Reaktion, nicht mal ein kurzes Danke :frowning: Das finde ich unhöflich und unempathisch.

So macht mir “Forum” keinen Spaß. Ich muss wohl wirklich daraus lernen.

Hallo Nalini,
so läufts wohl in Foren, säße man sich gegenüber würden diese unhöflichen Oberflächlichkeiten nicht passieren, allerdings ist auch nicht jeder ständig im Forum und eine Antwort, oder Dank kommt eben später. Es ist nun mal kein Dialog von Angesicht zu Angesicht.
Schönen Abend Uralob

Hallo Uralob,

läuft es wirklich immer so in Foren? Ich bin ja schon lange im Foren-“Geschäft” und stelle fest, dass es unter den usern solche und solche gibt. In der Regel antworte ich usern mit unhöflichem Verhalten nicht mehr. Was aber, wenn es sich um Personen handelt, die ich noch nicht kenne? Es ist immer ein Risiko, und meine Lust sinkt, dieses Risiko in Zukunft einzugehen.

Und ob eine Antwort oder ein Dank noch später kommt? Mag sein… Meine Art ist es jedenfalls nicht, einen thread zu eröffnen und mich dann lange nicht zu melden. Wenn ich einen thread eröffne, schaue ich mindestens zwei- bis dreimal pro Tag rein, um die Antworten zu checken. Und gebe zwischendrin wenigstens mal eine kurze Rückmeldung.

Hallo Nalini,

Natürlich möchte ich Dir gerne für deinen Beitrag danken. Ich habe meine Frage am 19. Juni gestellt. Und auch an diesem Tag den Antwortern geantwortet. Leider ist es momentan sehr turbulent bei mir. Ich habe zwar mitgelesen, aber bisher noch keine Kraft gefunden, zu antworten. Ich habe deine Antwort auf mich wirken lassen und für mich mit meiner Sichtweise abgeglichen, um diese positiv zu korrigieren.

Was die MS angeht, geht mir der Arsch gerade auf Grundeis und ich habe eine mächtige Angst, die ich gerade versuche, in Schach zu halten.

Dass ich dir noch nicht geantwortet hatte hat also nichts mit Ignoranz oder einsäckeln zu tun. Natürlich bin ich froh, deine Antwort gelesen zu haben.

Herzliche Grüße
Bay

Hallo Bay, danke für deine Rückmeldung. Ich will kein Unmensch sein, und so eine Entschuldigung nehme ich natürlich an.

Vielleicht war ich zu ungeduldig. Ich höre vielleicht manchmal die Flöhe husten, wahrscheinlich, weil ich entsprechende Erfahrungen in Foren gemacht habe und ich mich auch geärgert habe. Bin also gewissermaßen ein “gebranntes Kind”…

Aber wenn du gerade in einer schwierigen Phase bist, kann es für mich verständlich sein, wenn du nicht sofort und auf alle Beiträge antwortest.

Du hast folgendes geschrieben: Ich habe deine Antwort auf mich wirken lassen und für mich mit meiner Sichtweise abgeglichen, um diese positiv zu korrigieren.

Wenn du irgendwann den Kopf frei hast und Lust hast zu schreiben, würde mich interessieren, zu welchem Resultat du kommst, wenn du “positiv korrigiert” hast.

Ansonsten wünsche ich dir baldige Besserung deiner schwierigen Phase. Ich kann mir das gut vorstellen, denn ich hatte solche Phasen auch schon, in denen mir ‘der Arsch auf Grundeis’ ging. Das hat mich immer existenziell herausgefordert und kostet wirklich viel Kraft.

Mit Gruß von Nalini.

Ich verstehe nicht, warum Du nicht wenigstens einen Rolli mit E-fix (Joystick) bekommst.

Meine Schwiegermütter ist bewegungstechnisch noch deutlich besser beieinander als Du (Rheuma, Arthritis auch in den Händen) und hatte das Teil von der AOK sofort.

… Rezeptiert einfach vom HAUSARZT, kein Neurologe …

– Ich glaube Dein Doc ist schon eine kleine Pfeife, sorry…

So long
Uwe

Mein Doc ist das MZEB. Die machen einen vertrauenswürdigen Eindruck, aber du hast Recht ich frage mich auch ob das nur Pfeifen sind.
Ich habe sonst gute Unterstützung, aber wenn sich nciht schnell was tut, dann …
Der angedachte Rolli ist schon sehr gut, da weiß ich was ich habe, ins besondere verstellbare Rückenlehne und höhenverstellbar auch.
Naja, ich hoffe es wird bald oder schnell werden.
Rainer

Hallo Nalini,

Ich habe den positiven Gedanken bekommen, dass mit dem Rollstuhl nicht alles vorbei ist.

Wie kompensierst du die Dinge… die du früher gern gemacht hast. Wandern. Ski -fahrenn.
Wie machst du Urlaub und verbringst deine Freizeit mit Rolli?

Dank dir für deine Antwort.

LG bay

*** Wie kompensierst du die Dinge… die du früher gern gemacht hast. Wandern. Ski -fahrenn.
Wie machst du Urlaub und verbringst deine Freizeit mit Rolli? ***

Hallo Bay,

ein paar Dinge habe ich schon in meinem ersten Posting erwähnt: Stadtbummel, Einkaufszentrum, Märkte, Feste, Ausstellungen…

Ich mag nicht mein gesamtes Privatleben hier im öffentlichen Forum ausbreiten, ich bitte um Verständnis.

Aber soweit:

Von meiner damaligen Sportlichkeit ist übrig geblieben, dass ich immer noch gerne trainiere, aber nun natürlich auf wesentlich niedrigerem Niveau. Da ich etwas Laufen kann, ist mir Lauftraining wichtig. Aber ich trainiere auch gerne in der Physiopraxis oder im Fitnessstudio oder mache sonst Übungen, die ich noch schaffe wie zum Beispiel Yoga- oder Tanzübungen.

Ein Trainingsgebiet ist für mich auch der Haushalt, in dem ich viel selbst mache. Bei meiner starken Gehbehinderung ist das körperlich oft anstrengend, ächz. Auf der anderen Seite freue ich mich auch, dass ich es selbstständig schaffe.

Ich fahre Auto, und regelmäßig packe ich den Rollstuhl ins Auto und fahre an einen anderen Ort, um mich umzusehen, Bummeln, Einkaufen usw. Ich habe einen Rollstuhl, den ich gut von der Seite schieben kann. So kann ich ab und zu zwischendurch aufstehen und schieben und habe dadurch Lauftraining.

In der langen Lockdownzeit der vergangenen Monate waren einige meiner sonst üblichen Tätigkeiten nicht möglich. Ich war viel zu Hause. Ich habe den Eindruck, dass ich dadurch etwas ‘abgelascht’ bin. Ich hoffe, dass diese Lockdownerei bald mal endet und ich dann wieder aktiver werde.

Es grüßt dich Nalini

Guten Morgen Nalini,

Ich danke dir für deine Antwort.
Natürlich ist es für mich klar, dass hier nicht der Ort ist, um sein privatleben im Detail darzulegen. Wie ging es einfach mehr um eine Idee, wie es mit dem Rollstuhl auf langen Strecken gehen kann.

Auch bei mir hat Corona einiges an Mobilität genommen. War sehr lange im Homeoffice und so fehlte mir schon der tägliche Gang zu Fuß und UAG’s ins Büro als Training.

Deshalb mache ich mir gerade mehr Sorgen um mein bisheriges leben mit Mobilität und MS. Bin jetzt also etwas mehr getriggert als sonst. Ich hoffe, dass es sich weiterhin gut umsetzen lässt, meine geliebten Urlaube am Meer zu machen. Oder in den Bergen. Dann natürlich leider angepasst an Rolli geeignete Wanderwege und so weiter. Da deine genannten Interessen bis auf das Skifahren meinen gleichen, und du dich wie du ja schon gesagt hast, scheinbar gut mit der zeit unddem Stuhl arrangieren konntest, ist mir dein positiver Input wichtig. Vielen Dank dafür.

Viele Grüße,
Bay