Cortison wirkt hinter der Blut-Hirn-Schranke (BHS), Kesimpta und andere Anti-CD20-Antikörper nicht. Daher kann Cortison Symptomatik bessern, die von Entzündungsaktivität hinter der BHS herrührt. Kesimpta, Ocrevus oder Briumvi können das nicht.
Außerdem depletieren Anti-CD20-Antikörper nur vorhandene und neu nachommende B-Zellen, keine bereits ausdifferenzierten, autoreaktiven Plasmazellen (die besitzen kein CD20-Oberflächenprotein mehr). Solche können bis zu ihrem natürlichen Tod Jahre bis Jahrzehnte überdauern und immer wieder einmal autoreaktive Antikörper produzieren (möglicherweise z. B. in Stresssituationen). Deshalb wirken Anti-CD20-Therapien nicht zu 100 %, sondern “nur” zu 80 %.
Eine Cortisonstoßtherapie ist nur bei einem aktiven Schub angezeigt. Definiert durch akute Beschwerden, die mindestens 24 Stunden ununterbrochen anhalten. Ansonsten soll man i. d. R. nur abwarten, da Symptome immer mal auftreten können. Sprich aber ggf. mit Deiner Neurologin, wir sind hier alle keine Ärzte. 