Guten Morgen.
Meine Diagnose kam während einer schweren Schubphase, welche mich für 1 Monat in die Uniklinik brachte.
Da benötigte ich zeitnah Hilfe, um an täglichen Bedarfsmittel zu kommen, und so erzählte ich es meiner Mutter vor Ort.

Wie andere Mitstreiter hier schon aus ihrer Perspektive sagten, bin ich auch ein sehr offener und positiver Mensch.

Mir ist es wichtig, das ich es erzähle, damit mein Umfeld meine Bedürfnisse versteht, z.B. wenn ich Pausen benötige oder ich zu einem Zeitpunkt X nicht einfach einmal Dies oder Das machen kann.

Das es Personen gibt, die einen Ratschläge geben empfinde ich als gut. Es ist nicht immer hilfeführend, dafür zeigt es mir, das sich die Personen versuchen eine Lösung für mich zu finden, das ich ihnen wichtig bin. Sie zeigen Interesse an mir und der MS. Und was man davon brauchen kann, entscheidet eh das Ärzteteam & ich zusammen.

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Ich habe wohl das Glück, bisher keine schlechte Erfahrung gemacht zu haben. Für mich ist beim Erzählen auch das Wichtige, nicht mit der MS allein zu sein. Deswegen tut es mir meist gut, darüber zu sprechen und freue mich, wenn Freunde nachfragen. Und in den Phasen, in denen ich das nicht will, blocke ich ab und das passt auch. Aber ich könnte das alles wohl schwerer tragen, wenn ich es nur bei mir behielte.

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Bin zu Beginn sehr offen damit umgegangen.
Denke, dass ich rückblickend einfach ziemlich schockiert über die Diagnose war und dies war meine Coping-Strategie. Hat mich arg beschäftigt und musste raus.
So habe ich auch hin und wieder negative Erfahrungen gemacht. Das hielt sich aber in Grenzen und zum Glück haben die positiven Dinge, die ich aus einigen Gesprächen ziehen konnte, überwogen.

So sehr ein verständnisvolles und rücksichtsvolles Umfeld wünschenswert ist, müssen wir realistisch betrachtet anerkennen, dass die Erwartung, wie Menschen reagieren sollten, nicht immer erfüllt werden kann.
Die Vielfalt der Menschen macht dies unmöglich.

Daher würde ich es mir zumindest vorab gut überlegen, wem ich es sage/anvertrauen würde. Dann kann man zwischen der Chance auf Verständnis + Solidarität vs. dem Risiko von Missverständnissen + Vorurteilen abwägen.

Und allgemein denke ich, dass essentiell für unser Wohlbefinden ist, jemanden zu haben, mit dem wir offen sprechen können und der uns zuhört. :slight_smile:

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Oha, dann weißt du jetzt also, wers war. :+1:

Wie traurig es immer wieder zu lesen oder zu hören ist, das sich manche Leute nur noch dadurch definieren können, in dem sie auf Kosten andere ihr Leben gestalten.

Und das ist ja nicht nur in deinem Fall so zu finden. Wenn man die Beispiele lesen muss, das Spielplätzen wegen Mittagsruhe von 13-15 Uhr gesperrt werden.

Und das sich die Führerscheinstelle bzw. das Straßenverkehramt einschaltet ist fast lächerlich, wenn man bedenkt, wieviele 80+ Jahre alte Personen mit ihren Autos durch den Straßenverkehr flippern, als ob es Autoscouter wäre.

Oder die durchgeknallten Fahrer mit Autorennen an Menschenleben gefährdeten Straßen.
Es gäbe viele Baustellen, wo sie sinnvoller tätig werden könnten!

Und wer immer Euch angezeigt hat, ist in meinen Augen der wahre Verlierer im Leben. Nur schade, das es Euch jetzt soviele Umstände und finanziellen Schaden bereitet.

Gut wenigstens, das ihr im Rechtsschutz seit und dort abgesichert agieren könnt.

Wünsche Euch bald wieder inneren Frieden und die Kraft, sinnvoller die Zeit im Leben “zu verschwenden”.

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Es ist eine Grauzone. Wenn man es selber nicht gut einschätzen kann, ob man noch am Straßenverkehr teilnehmen darf oder nicht, aber dann einen Unfall baut - wird es brenzlig. Gründe dafür speziell bei MS: Sehprobleme, Unaufmerksamkeit/Fatique, motorischen Probleme. Wenn du einen LKW Führerschein hattest - muss man da auch nicht eine regelmäßige Gesundheitsprüfung machen? Wie dem auch sei, siehe es eher positiv.

Danke - sehr nett von Dir.
Aber durch die Blume gesagt zu bekommen- MSler sind gefährliche Straßenverkehrsteilnehmer - nein - bin ich nicht mit einverstanden.
Da mir heute mit 60 Jahren noch keiner ansieht das ich MS habe und bei mir Altersgerecht alles funktioniert- ist es nicht in Ordnung. Natürlich weiß jeder MSler das er Ausfallerscheinungen plötzlich haben könnte - aber wer regelmäßig zum Arzt geht - ist kontrolliert- sicherlich können plötzliche Ausfälle nicht vorausgesagt werden.
Aber die meisten Unfälle verursachen die ach so gesunden Bürger - menschliches Versagen heißt es dann - und auf uns wird rumgehackt.
Zum Beispiel würde keiner den berühmten Sänger Howard Carpendale oder die Schauspielerin Maria Furtwängler anzeigen weil sie auch MS haben - nö ich harmlose Omi werde angezeigt - seit 1979 hab ich den Führerschein- 3x bissel zu schnell gefahren und 2 x die Parkuhr vergessen aufzustellen- das sind alle Verkehrsdelikte die ich hatte - keinen Unfall verursacht - na das soll mir erstmal ein ach so gesunder Bürger nachmachen.
Positiv bin ich trotzdem- weil ich weiter Auto fahren darf - und ein guter Straßenverkehrsteilnehmer bin. :clap:

Hallo, du hast es sehr persönlich entgegen genommen, war nicht so gemeint. Ich bin ja auch MS Betroffene und ich fahre auch Auto. Also ich fahre schon vorsichtig, aber die Gesetzeslage ist dazu so, wie ich geschrieben habe. Wenn dann was passiert - dann wird einem die eigene Diagnose wohl nicht helfen. Wie gesagt, sind jetzt meine Überlegungen. Und genau aus dem Grund hüte ich mich davor es den Leuten um mich herum zu erzählen. Auch tut es mir leid, dass du so viel Stress hattest.
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass man es lieber dem großen Bekanntenkreis nicht erzählen sollte. Bei mir ist das leider so, dass z.B. die Frau meines Bruders es einfach herumerzählt. Mir ist das unangenehm. Das kann ich leider nicht ändern.

Nein Victoria ich hab es Dir nicht übel oder persönlich genommen - hab verstanden wie Du es meintest. Da Du zu den sehr lieben Menschen gehörst - weiß man automatisch das Du es nie BÖSE meinst​:+1::pray::smiling_face_with_three_hearts:
Mich ärgert es das Otti Normalverbraucher z.b. beim Autofahren einen Herzinfarkt bekommen kann - er wird bedauert - und bekäme jetzt ein MSler einen Herzinfarkt beim Autofahren würde dieser bestraft werden. Das sind meine Überlegungen.
Den LKW Führerschein hatte die Führerscheinstelle jeden DDR Bürger einfach eingetragen - nach der Wende - als ich den EU-Führerschein im Jahr 2000 bekam verwies ich auf diesen Fehler - ah ich solle mich nicht so haben. Hab in meinem Leben nie einen LKW gefahren und dieser zählte Lebenslang. Berufskraftfahrer müssen ab 50 Jahre alle 5 Jahre zur Untersuchung- siehste das ist auch ein Unding.

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So ein Schmarrn!

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Das sollte nur ein Beispiel sein - zugegeben nicht das beste Beispiel aber so ungefähr wird es gehandhabt

Ich hatte auch schon mal nen Unfall. Da hat keine alte Sau nach Krankheiten oder Einnahme von Medikamenten gefragt. Nicht einmal meine Cannabismedikation war Thema.
Man hat den Sachverhalt aufgenommen, eine schöne Zeichnung gemacht und das wars.

Nachtrag:
Ich hatte auch mal Bedenken vor schlagartig einsetzenden MS-Schüben. Das war in dem Jahr, als ein Kunde von mir auf der Autobahn einen Herzinfarkt erlitt und seine Lebensgefährtin vom Beifahrersitz das Auto schadenfrei zum Stehen brachte.
Mein Arzt hat mir damals Entwarnung gegeben.

Meine Schübe traten tatsächlich nie so plötzlich auf.

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Vielen lieben Dank liebe Woody​:smiling_face_with_three_hearts: toll Du hast das verstanden wie ich es meinte :clap:
LG🌻64

Dann hattest Du Glück an die richtigen Menschen ( Polizisten) geraten zu sein und so sollte es sein - einfach gerecht behandelt zu werden - passiert zum Glück auch oft

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Das man seine Krankheit so ausgelegt bekommen kann, das ist ja nicht nur bei MS so.

Personen mit Epilepsie können da auch ein Lied zu einstimmen. Egal wie gut eine Person eingestellt ist, der letzte Anfall gar Jahrzehnte zurück liegen mag. Erst einmal zeigen die Leute auf Dich, Mitschuld, Selbstschuld, Hauptsache → SCHULD.

Das vielleicht ein anderer Verkehrsteilnehmer die Situation verursacht hat, fällt schnell in den Hintergrund. Es scheint leichter zu sein, bei den anderen Personen zu suchen und wo möglich eine Schwäche zu finden.

Während ich so meine Worte im Kopf formuliere, merke ich, das man das schon fast als Mobbing bezeichnen kann.

Aber die Verantwortlichen sollten sich ab und zu auch einmal den Begiff ‘Unfall’ verinnerlichen und was er bedeutet. Ist doch nicht so, das sich die Personen wissentlich in den Straßenverkehr gegeben, um dort dein und anderer Leuts Leben zu beschädigen oder zu beenden.

Uffz, da kann ich mich rein steigern mit viel Unverständnis für dererlei Attacken.

LG Woody

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Hallo Woody,
einen ehemaligen Arbeitskollegen von meinem Mann ist genau das passiert - in einer Besprechung bekam er einen Epileptischen Anfall- alle Kollegen waren erschrocken aber halfen ihm und riefen die Rettung- alle sind täglich im Außendienst mit ihren Dienstfahrzeugen unterwegs- aber kein Kollege wäre auf die Idee gekommen ihm Ärger zu bereiten oder so. Er ist medikamentös gut eingestellt worden.
Darüber bin ich heute immer noch begeistert- es gibt doch viele tolle Leute - ja weiß auch unangenehme Typen.
Aber stelle immer wieder fest - hier im Forum gibt viele liebe tolle Menschen- Du auch :+1::smiling_face_with_three_hearts: Danke :pray:
LG :sunflower:64

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Und trotzdem Außendienst??

“Bei einer bestehenden Epilepsie ist die Fahrtauglichkeit dauer- haft ausgeschlossen. Wird nach langjähriger Anfallsfreiheit die medikamentöse Therapie beendet, ist die Fahrtauglichkeit erst fünf Jahre nach Absetzen des letzten Medikaments wieder gegeben”

Ja im Außendienst- er wurde von den Ärzten als fahrtüchtig eingestuft und ist ohne einen Unfall oder sonstiges bis zum Vorruhestand als Straßenverkehrsteilnehmer unterwegs gewesen. Ich kenne noch zwei Frauen die auch mit Epilepsie Auto fahren - früher war das gar nicht möglich - heute unter bestimmten Voraussetzungen- welche alle weiß ich nicht - ist es möglich.
Wenn sie gut eingestellt wurden - finde ich okay - sicherlich teilen nicht alle meine Meinung - aber das müssen sie auch nicht.
LG🌻64

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Hey, wenn’s ok ist wollte ich noch was zur ursprünglichen Frage sagen:

Bei mir waren die Beeinträchtigungen gleich nach dem ersten Schub mehr oder weniger oft sichtbar, also deutliche Probleme beim gehen und ich wurde super oft angesprochen, ob icu mich verletzt habe und was los ist usw… das war mir immer so unangenehm, dass ich irgendwann dazu übergegangen bin, einfach zu sagen, nee ich hab MS, weil dann sind die Leute nämlich sofort still. :smile:

Muss aber auch sagen, ich bin selbstständig und muss nicht fürchten dass es meinen Arbeitsplatz beeinflusst oder so.

Und: ich hab tatsächlich über die Diagnose Freundinnen verloren. Eine sehr enge sogar. Das höre ich oft. Die will ich auch gar nicht mehr in meinem Leben haben, und ich bin froh, dass ich das jetzt weiß. Deshalb gehe ich offen damit um, also ich binde es jetzt nicht fremden Leuten auf die Nase, aber ich verheimliche es auch nicht. Damit alle, die in irgendeiner Form ein Problem haben, auch wegbleiben und ich hoffentlich nicht nochmal so verletzt werde.

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Ich war letzte Woche kurz davor es meinen engsten Freunden zu sagen. Da hatten wir über einen Bekannten gesprochen der mittlerweile im Rollstuhl sitzt. Doch die Antworten darüber waren eher negativ das ich sofort das Thema wechseln musste. Somit konnte ich es wieder keinem erzählen.

Dabei geht es mir momentan echt nicht gut. Mein Zustand hat sich deutlich verschlechtert, von außen nicht sichtbar. Daher denke ich, würde es keiner verstehen, weil man es ja nicht sieht.

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