Allgemeine Einführung zu den aktuellen COVID19 Schutzimpfungen

Da hier und woanders in letzter Zeit einige elementare Diskussionen zu den aktuellen Corona Schutzimpfungen stattfanden, anbei ein Link zu einer Einführung für jedermann/frau zum Thema von der englischen Gesellschaft für Immunologie.

https://www.immunology.org/sites/default/files/BSI_A%20guide%20to%20vaccinations%20for%20COVID19.pdf

Es kann sein, dass das RKI oder sonstwer auch schon was Gleichwertiges in deutscher Sprache herausgebracht hat, ist mir aber nicht bekannt…

Könntest Du vielleicht die Quintessenz zusammen fassen? Lieb bitte, bitte sag.

Vielleicht gibt es hier ja noch mehr Englisch-Honks…

Bei mir hat der Englisch-Unterricht bis zur 12. Klasse überhaupt nichts gebracht. War ich froh, als ich den “Mist” endlich abwählen durfte. Wie ich zu der Note 3 gekommen bin, bleibt mir immer ein Rätsel.
Französisch war auch eine Katastrophe.
Die einzige Fremdsprache die sich mir logisch erschlossen hat war Latein.

Es ging unter Anderen um die Frage, ob ein Vectorimpfstoff ein Lebendimpfstoff wäre.

Dazu auf Seite 24: Wie funktioniert der COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca/Oxford?

Dieser Impfstoff ist ein viraler Vektorimpfstoff. Das Virus selbst wird bei dieser Art von Impfstoff nicht verwendet. Der Impfstoff verwendet ein nicht verwandtes und harmloses Virus, das so modifiziert wurde, dass es als Trägersystem für das genetische Material des SARS-CoV-2-Virus dient. Das genetische Material ist ein Segment der SARS-CoV-2-RNA, das für das spezifische Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus kodiert. Das Transportvirus wird als viraler Vektor bezeichnet. In diesem Impfstoff ist der virale Vektor ein abgeschwächtes Schimpansen-Adenovirus, das normalerweise die Erkältung bei Schimpansen verursacht und so verändert wurde, dass es im Menschen nicht wachsen kann.

Und darauf aufbauend zur Klarstellung: Der Adenovirusimpfstoff besteht idR. aus unattenuierten Viren. Will heißen: Ist kein Lebendimpfstoff.

https://de.wikipedia.org/wiki/Adenovirusimpfstoff?wprov=sfti1

Herzlichen Dank Marc!

Dann war ich komplett auf dem Holzweg.

Mein Neuro hat mir allerdings auch von auch von dem Vektorimpfstoff abgeraten.
Die Info, dass für uns nur die mrna-Impfungen in Frage kommen haben übrigens schon mehrere MSler erhalten.

???

Hey Yay,

Ging mir garnicht um Impfempfehlungen. Das machen alle mit sich selbst aus aufgrund ihrer persönlichen Umstände.
Es ging mir nur um das Beisteuern weiterer Informationen dort wo sich ein (gefährliches) Halbwissen zusammenbrauen könnte.

Wie dem auch sei, bleib gesund.
Grüße

Ich würde halt einfach nur gerne verstehen:

wenn der Vektorvirenimpfstoff den Totimpfstoffen zugeordnet werden kann, warum raten einige Neuros dann zu den mrna-Impfstoffen bzw. sagen, dass der Vektorimpfstoff bei MS nicht Frage kommt (erhöhtes Schubrisiko,…)

Eine Diskussion wollte ich nicht lostreten.

Teilweise (imho) weil beim AZ die Studie 2 Mal pausierte wegen 3 Fällen vom transversen Myelitis.
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/was-ist-eine-transverse-myelitis-120242/

Weil in Italien die Anwendung vom AZ nur bis 55 J.empfohlen wurde.
Weil es gab viele kontroverse beim Studiendesign.

Ok, jetzt verstehe ich worauf du hinaus willst. Da werden aber meines Erachtens zwei unterschiedliche Themen miteinander verwechselt.

Ich hatte schon im vergangenen Herbst bereits hier geschrieben, das bei den AstraZeneca Studien ein paar Teilnehmer eine Transversale Myelitis erlitten und dass ich bei dem Impfstoff vorsichtig wäre. Dieses mögliche Risiko einer TM hat aber eigentlich nichts mit der Eigenschaft eines Vektorimpfstoffes zu tun.

Man geht eher davon aus, dass die TM nicht durch den Schimpansen-Adenovirus-Vektor induziert wurde, der in diesem Impfstoff verwendet wird, sondern durch das eigentliche Coronavirus-Spike-Protein oder Immunogen.

Es gab in der Vergangenheit bereits mehrere Fälle von TM im Zusammenhang mit COVID-19, was nunmal darauf hindeutet, dass möglicherweise das Virus oder das Spike-Protein der Übeltäter ist.

Wenn sich dies als der Fall erweist, dann wäre es ein also eigentlich ein Problem für die gesamte Klasse von den Impfstoffen, die das Spike-Protein als Immunogen verwenden und nicht den Vektorimpfstoffen.

Insofern würde ich vorbehaltlich weiterer Informationen in diesem Fall deinem Neurologen Recht geben, aber aus einem anderen Grund.

"Man geht eher davon aus, dass die TM nicht durch den Schimpansen-Adenovirus-Vektor induziert wurde, der in diesem Impfstoff verwendet wird, sondern durch das eigentliche Coronavirus-Spike-Protein oder Immunogen.

…dann wäre es ein also eigentlich ein Problem für die gesamte Klasse von den Impfstoffen, die das Spike-Protein als Immunogen verwenden und nicht den Vektorimpfstoffen.

aber aus einem anderen Grund."

Und zwar?

Dafür fehlen mir leider die Grundkenntnisse.

Ich kann nur weitergeben das, was ich gelesen habe:

"Den Forschern der Universität Oxford und des Spin-out-Unternehmens Vaccitech ist jedoch ein Design­fehler unterlaufen. Sie wählten (anders als die russischen Impfstoffentwickler) für beide Dosierungen dasselbe Adenovirus. Dies hat vermutlich dazu geführt, dass das Immunsystem vor dem 2. Impftermin eine Immunreaktion gegen das Adenovirus aufgebaut hat. Die Antikörper dürften dann einige Adeno­viren abgefangen haben, bevor diese die Zellen erreichten. Die Entwickler von Sputnik haben dies durch die Wahl eines anderen Virus für die 2. Dosis vermieden, was die bessere Wirkung von Sputnik V erklären könnte.

Die Immunreaktion gegen die 2. Dosis von AZD1222 könnte durch die Halbierung der 1. Dosis vermieden werden. Die Impfstoffwirkung stieg dann nach der Publikation im Lancet auf 90 % – allerdings mit einem wegen der geringen Teilnehmerzahl weiten 95-%-Konfidenzintervall von 67,4 bis 97,0 %. Die sich daraus ergebende Unsicherheit hat vermutlich dazu geführt, dass die EMA die alternative Strategie nicht empfiehlt."

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/120658/EMA-gibt-gruenes-Licht-fuer-SARS-CoV-2-Impfstoff-von-Astrazeneca-Zulassung-auch-fuer-aeltere-Menschen

Imo, es handelte sich gerade um die Adenoviren (Vektor, zwar von Schimpansen).

Welches

Ich meine, falls es eine Immunreaktion gegen das Adenovirus (Schimp) überhaupt ausgelöst werden könnte, bedeutet es nicht, dass es auch eine autoimmune Reaktion (iSv TM) ausgelöst werden könnte? Es gab - soweit gemeldet- keine neurologische SE bei den anderen Entwicklern.
Oder verstehe ich es komplett falsch?

Efficacy ist eine andere Frage.
LG
Lena

Hallo Lena,

eine Immunreaktion gegen ein Adenovirus reduziert zwar die Wirksamkeit des Vectorimpfstoffes, ist aber keine Autoimmunreaktion des Körpers gegen das ZNS. In dem Kontext war die Fragestellung, weshalb zwei volle Dosen des AZ-Impfstoffs eine geringere Immunität gaben als eine falsch dosierte Untergruppe.

Daher laufen mittlerweile auch kombinierte Studien mit dem russischen Sputnik-Impfstoff, bei dem man zunächst eine Dosis von AZ erhält, gefolgt von einer Dosis Sputnik, die ein anderer adenoviraler Vektor ist.

Grüße,
Marc

Die renommierte medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ hat über die Phase III der klinischen Studien des Impfstoffs „Sputnik V“ berichtet und die russische Vakzine als sicher und effizient bezeichnet. „Sputnik V“ biete einen vollen Schutz gegen schwere Fälle von Covid-19.

https://snanews.de/20210202/russland-sputnik-v-impfstoff-lancet-757983.html

The Lancet

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00234-8/fulltext