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Renate S.

15.08.2019, 16:27

was ist die meinung dieses forums zur stresshypothese?
Hallo Lindi,

ich bin schon seit Jahren der Überzeugung, dass es "die" MS nicht gibt, sondern verschiedene MSen oder MS-Subtypen mit unterschiedlichen Ursachen (von denen viele noch nicht bekannt sind), unterschiedlichen Verläufen und unterschiedlicher Beeinflussbarkeit durch Behandlungsoptionen. Ich habe mich schon vor Jahren immer mal wieder zum Thema Subtypisierung geäußert.

Quellen siehe z.B. auch hier:
https://www.aerztezeitung.de/...s-immunsystem.html

Es gibt ja auch ganz verschiedene "Krebse". Magenkrebs hat andere Ursachen als Gebärmutterhalskrebs. - Die in Ehren ergrauten Betonköpfe der Neurobranche haben sich früher noch mit Zähnen und Klauen gegen die Subtypisierung gewehrt, denn sie wollten die Produkte ihrer Sponsoren (von Avonex bis Wobenzym) möglichst allen PatientInnen andrehen.

Siehe auch hier: https://d-nb.info/960599231/34 - die Dissertation von Orhan Aktaş (geb. 1972) aus dem Jahr 1999. Auf S. 76 schreibt er:

"In Anbetracht der histopathologischen und klinischen Varianten der MS, die es eigentlich verbieten, von „der” Multiplen Sklerose als klar definierter pathologischer Entität zu sprechen (Lucchinetti et al., 1996), wäre der Einsatz eines heterogenen, mit zahlreichen Enzephalitogenen kreuzreaktiven Substanzgemisches wie Copolymer-1 als vielversprechende therapeutische Option zu verstehen.

Letztlich muß über die ausstehende immunologische Subtypisierung der Multiplen Sklerose versucht werden, sich dem Fernziel einer antigenspezifischen, die individuelle Immunität des Patienten berücksichtigenden Therapie zu nähern."

Wie wahrscheinlich die meisten Menschen, habe ich in meinem Leben viele Erschütterungen aushalten müssen, vom Krebstod meiner Mutter, als ich 20 war, bis zur Demenz meines Vaters, usw., ... die aber bei mir keinen Schub ausgelöst haben. Was uns nicht umbringt, macht uns stärker.

Meine Mutter (1920-1975) hat viel mehr aushalten müssen: Tod ihres Vaters und Ernährers, als sie 2 war, Tod ihrer Mutter, als sie 18 war, Verlust des Elternhauses durch den Krieg ... usw., usf.

Ich glaube, die Generation, die die Hitlerdiktatur und den Krieg mitgemacht hat, mit Angst und Schrecken seit 1933, Krieg ab 1939, Leben im Luftschutzbunker, jede Nacht Fliegeralarm ... danach Hunger und Unterernährung bis zur Währungsreform ... das waren Belastungen, dagegen sind meine "Belastungen" Lappalien, oder normales menschliches Schicksal.

Meine Mutter erzählte mir, dass man in den letzten Kriegsmonaten Angst davor hatte, dass die Ratten, die nachts durch den Bunker huschten, den Toten die Gesichter wegfraßen, vor allem den kleinen Kindern, die über Nacht gestorben waren.

Wenn die MS nach der Weiheschen Hypothese durch "Be- oder Überlastungen" ausgelöst würde, wäre sie zwischen 1933 und 1945 (oder bis 1949 - die Nachkriegshungerjahre mitgerechnet) ein Massenleiden gewesen. War sie aber nicht.

Der Vater meiner besten Freundin erzählte, dass sie im zertrümmerten Stuttgart auch schon mal Katzenbraten gegessen hätten. Wenn man Pfoten und Schwanz abschnitt, ging der Rest als "Hasenbraten" durch. Sogenannter "Dachhase". Krass.

Aber immer noch besser als perniziöse Anämie durch Unterernährung, wegen der mein Vater 1947 sogar ins KH musste. B12-Mangelsymptome sehen MS-Symptomen ähnlich.

W.W.s "Überlastungshypothese" passt auf mich gar nicht. Ich hatte mit 48, als meine MS manifest wurde, längst keine Eltern mehr, keinen Mann, Schwiegermonster, Kinder, Chef, Schulden ... alles nicht gehabt oder längst abgehakt. Ich machte nur noch, worauf ich Lust hatte, ohne Stress und Ärger.

Was bei mir aber sehr schädlich gewirkt hat, war die Hitze im Höllensommer 2003. Da hatte ich einen sehr deutlichen Behinderungsfortschritt. Der bildete sich auch nicht mehr zurück, als es wieder kühler wurde, war also mehr als nur Uhthoff.

Liebe Grüße
Renate
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