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| Leben mit MS

Reha mit Hund - Jessica

Mann und Tochter arbeiten Vollzeit. Darum hat Jessica ihre Hündin Kiwi mitgenommen, in die Reha.

Und das war „schöner, als erwartet“, wie Jessica im Videointerview betont. Wegen ihrer Multiplen Sklerose brauchte Jessica eine neurologische Rehabilitationsmaßnahme. Die andern Familienmitglieder, Mann und Tochter, sind berufstätig, wohin also mit Hündin Kiwi?

Die Antwort, vor ein paar Jahren, lautete: Kiwi mitnehmen! Umgesetzt war das recht einfach. Zuerst suchte Jessica nach geeigneten Kliniken, die eine neurologische Reha gemeinsam mit Vierbeinern anbieten, dann fragte sie bei der Kasse nach, ob sie das übernimmt. Und ab ging es, mit Jessica und Kiwi, in die Reha.

Extra Hundehaus für Zweibeiner und Vierbeiner

Kiwi, ihres Zeichens „Straßenmischlingshündin“ und in all ihrem Nicht-ganz-perfekt-Sein einfach zum Verlieben, hat natürlich keine Anwendungen bekommen. War also weder bei Fango noch bei Wassergymnastik mit dabei. Stattdessen blieb sie, während Jessica ihre Anwendungen absolvierte – „Reha ist Trainingslager“ und keine „Kur“, wie Prof. Peter Flachenecker in einem anderen AMSEL-Video betont –, auf dem Zimmer, teils im Kennel, wegen der Reinigungskräfte.

Nicht nur Jessica, auch Kiwi hat der gemeinsame Aufenthalt sehr gut gefallen. Beide waren in einem extra Hundehaus (für Herrchen bzw. Frauchen und die jeweils zugehörigen Vierbeiner) untergebracht. Und die charismatische Hündin hat bei Spaziergängen in Frauchens therapiefreier Zeit die Gemeinschaft mit anderen Hunden genossen, Hundefreundschaften geschlossen.

Ganze Bandbreite an Reha-Anbietern

Eine Besonderheit gab es noch, bei diesem Rehaaufenthalt: Fünf Tage lang durften Frauchen und Hündin wegen Corona das Klinikgebäude nicht verlassen, bekamen das Essen vor die Türe gestellt. Spaziergänge mit Abstand waren zum Glück erlaubt, und das war die Hauptsache, für Kiwi.

Anderen Hundebesitzern mit MS rät Jessica, die sich unter anderem ehrenamtlich als Mitglied im AMSEL-Vorstand engagiert: Selber gucken, im Internet, nach einer Klinik, die eine passende Reha auch mit Hund anbietet. Es gibt eine ziemliche Bandbreite an Angeboten. Erst dann beim Kostenträger beantragen. Für Jessica jedenfalls steht fest: „Das würde ich in jedem Fall wieder so machen.“