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Begleiterscheinungen der Multiplen Sklerose

Wie behindert kann ich werden?

Leider gibt es auf diesem Gebiet keine Garantie. Der Patient neigt dazu, sich das Schlimmste vorzustellen, aber die Statistiken stehen auf seiner Seite. In der oben genannten Studie waren nach 25 Jahren 2/3 der MS-Patienten mobil, d. h. sie konnten mit oder ohne Hilfsmittel gehen.
Das Bild der MS in der Öffentlichkeit ist allzu negativ. MS wird allgemein mit Rollstühlen in Verbindung gebracht, weil diese die leicht erkennbaren Fälle sind. Die Tatsachen aber zeigen, dass die meisten MS-Betroffenen Rollstühle nicht benötigen. Viele sind nur geringfügig behindert, und andere haben überhaupt keine Symptome, die sie körperlich beeinträchtigen. Diese Personen werden oft in den Statistiken nicht erfaßt. Sie werden bestimmt die Geschichten von den schlimmsten Fällen hören.
Versuchen Sie, sich nicht mit anderen MS-Betroffenen zu vergleichen! Jeder Fall ist einzigartig und nicht voraussagbar.

Ist Müdigkeit ein häufiges Problem?

Schwäche und Müdigkeit sind häufig Symptome der MS, und selten sind sie sogar die einzigen. Wenn dies zutrifft, können Mißverständnisse in der Familie vorkommen, da der Patient so gesund wie eh und je aussieht und, so meint man, er müsse genauso aktiv sein. Ihm wird zu Unrecht vorgeworfen, er sei faul, während seine Kräfte tatsächlich herabgesetzt sind. Überanstrengung kann zu einer vorübergehenden Verschlechterung von Symptomen führen, und man sollte sich davor in acht nehmen.

Was kann ich tun, um die Wirkung der Ermüdung zu vermeiden?

Sie brauchen nicht alle körperliche Aktivität einzuschränken. Folgende Vorschläge können helfen, Ihre Kräfte am besten zu nutzen und Überanstrengung zu vermeiden.

  • Sorgen Sie für ausreichenden, regelmäßigen Schlaf!
  • Bleiben Sie körperlich so aktiv wie möglich, aber nie bis zur Erschöpfung!
  • Lernen Sie, Ihre eigenen Grenzen zu erkennen, obwohl und gerade weil sie sich von Tag zu Tag ändern!
  • Müssen Sie eine lange, ermüdende Aufgabe übernehmen, dann arbeiten Sie am besten schrittweise!
  • Legen Sie vor dem nächsten Schritt eine Ruhepause ein! Planen Sie die anstrengendsten Stunden vormittags ein, wenn Sie die meiste Energie haben!
  • Wenn notwendig, machen Sie ein Schläfchen, oder ruhen Sie ein wenig, bis Sie sich wieder gestärkt fühlen.

Haben Gedächtnisstörungen manchmal mit der MS zu tun? Wie kann man diesem Problem abhelfen?

Manche MS-Patienten haben gelegentlich Schwierigkeiten, sich etwas ins Gedächtnis zurückzurufen, aber solche Probleme haben viele Ursachen. Deshalb wäre es ratsam, die Schwierigkeiten mit Ihrem Arzt zu besprechen, der vielleicht die Ursache finden und Ihnen helfen kann, Schritte einzuleiten, um sie zu beheben.
Egal, was die Ursache ist, viele finden es hilfreich, ein Notizbuch mitzuführen, worin man wichtige Sachen niederschreiben kann.

Kann die MS schmerzhaft sein?

Normalerweise verursacht die MS keine Schmerzen, obwohl sie gelegentlich vorkommen. Wenn Sie Schmerzen spüren, sprechen Sie mit Ihrem Arzt! Möglicherweise werden diese durch etwas anderes als die MS verursacht und können dann gelindert werden.

Da ich Gleichgewichtsstörungen habe, ist es oft vorgekommen, daß jemand mich für betrunken hielt. Wie kann ich das vermeiden?

Gebrauchen Sie ein Hilfsmittel beim Gehen (z.B. Stock oder Krücke)! Wenn Ihre Gleichgewichtsprobleme so schlimm sind, dass Sie schwanken, können solche Hilfen einen gefährlichen Sturz verhindern (Ihr Arzt wird das richtige Hilfsmittel für Sie verschreiben).

Wegen Blasenstörungen wage ich mich nicht aus dem Haus! Kann man dagegen etwas tun?

Viele MS-Betroffene bekommen nie Blasenstörungen, andere werden nur bei Schüben damit belästigt. Wenn Sie aber vorkommen, können sogar kleine Störungen, wie Dringlichkeit und Häufigkeit des Urinierens das gesellschaftliche Leben stören. Wenn Blasenstörungen oder sexuelle Probleme vorhanden sind, sollten Sie zuerst einen Urologen aufsuchen. Dieser kann möglicherweise ein Medikament empfehlen. In Fällen, bei denen man die Dysfunktion nicht beheben kann, können einige praktische Schritte unternommen werden. Fangen Sie mit einem Blasentrainingsprogramm an! Einige Tage lang schreiben Sie auf, wieviel Sie trinken und wann. Dann stellen Sie fest, wie lange nach dem Trinken Sie urinieren müssen. Versuchen Sie, regelmäßig zur Toilette zu gehen, wo Sie dann ungezwungen die Blase entleeren. Steigern Sie allmählich die Zeitspanne zwischen den Blasenentleerungen, bis Sie eine Maximalzeit erreicht haben, wobei keine "Unfälle" passieren.
Um Harninfekte zu vermeiden, ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sie können dieses Trinken für die Zeit einplanen, in der Sie zu Hause sind oder mit größerem Abstand vor dem Ausgehen. Männer finden vielleicht einen Kondomkatheter (ein Kondom an einer Tube und einem Urinbeutel befestigt) hilfreich, besonders wenn eine Toilette nicht so schnell erreichbar ist. Eine ähnliche Erfindung gibt es für Frauen nicht. Dafür können Frauen aber Binden, Wegwerfwindeln oder
Gummischlüpfer mit Einlagen verwenden.

Letzte Änderung: 02.02.2018