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Welt-MS-Tag 2026 – Diagnose MS: Jetzt erst recht!

Menschen mit MS bewegen was! Das Motto zum 18. Welt-MS-Tag möchte Mut machen und aufklären, über Multiple Sklerose.

Der Welt-MS-Tag 2026 ist erst in 10 Wochen, am 30. Mai 2026. Bei der AMSEL findet er jedoch traditionell immer am letzten Mittwoch im Mai statt – in diesem Jahr am 27. Mai. Doch schon heute möchten die AMSEL und alle DMSG-Landesverbände auf Multiple Sklerose aufmerksam machen. Darauf, was die unheilbare Erkrankung für Menschen mit MS und ihre Familien bedeutet. Das diesjährige Motto lautet: Diagnose Multiple Sklerose: Jetzt erst recht!

 "Jetzt erst recht!" – das klingt auf Anhieb nicht nach einem Motto, das man Menschen mit einer chronischen Erkrankung zuschreiben würde. Und wohl die wenigsten haben kurz nach ihrer Diagnose MS diesen Gedanken. Sehr wohl jedoch führt eine Diagnose Multiple Sklerose im weiteren Verlauf bei vielen Menschen mit MS genau dazu. Sie stellen nach dem ersten Schock fest, dass man doch oft gut leben kann, mit Multipler Sklerose. Dass die MS nicht die Persönlichkeit verändert. Dass Wünsche weiterhin in Erfüllung gehen können, vielleicht ein bisschen “anders” als geplant. Dass man weiter arbeiten kann, eine Familie gründen, Sport machen, Hobbys ausleben. Manches mag mehr Kraft kosten als früher, wird dadurch aber umso wertvoller. Und schafft ein “Jetzt erst recht!”-Erlebnis bei allen Beteiligten.

Menschen mit MS bewegen was

Nicht selten stellen Menschen nach ihrer Diagnose MS fest, dass sie das Leben, kleine wie große Dinge, noch mehr schätzen gelernt haben. Dass sie weiter etwas bewegen können. Manche Träume, die "für irgendwann" gedacht waren, vielleicht sogar vorziehen. Etwa Kinder zu bekommen (im Video spricht Jessi über ihre Entscheidung damals, kurz nach ihrer Diagnose). Sich neu zu bewerben. "Ihren" alten oder neuen Lieblingssport finden, wie z.B. das Sportklettern in der Halle oder draußen (wie Markus, der im Video von seiner Leidenschaft, mit Rollstuhl zu klettern, berichtet). Oder überhaupt mal von der Couch runterzukommen, wie bei Micha, die vom Sportmuffel zur Sportskanone mutierte. Eine Fortbildung absolvieren. Lange geplante Reisen jetzt umsetzen (wie etwa Margarete im AMSEL-Porträt: „Wenn andere den Koffer mittragen, ist es leichter“). Die Diagnose zeigt vielen deutlicher als zuvor: Mein Leben ist kostbar.

Die Welt-MS-Tags-Kampagne "Diagnose MS: Jetzt erst recht" möchte allen Menschen mit MS und ihren Angehörigen Mut machen, ihre Träume und Ziele weiterzuverfolgen. Und sie möchte der Welt zeigen: Menschen mit MS bewegen was. Sie haben klare Ziele. Viel Mut. Und sind mitunter Meister darin, Hindernissen zu trotzen. 

Längst haben wir mehr Wissen um die MS und starke Therapien gegen sie. Moderne Wirkstoffe sind so potent, dass ein " NEDA" (No Evidence of Disease Activity) möglich ist. Auch für die schleichenden Verläufe – die primär progrediente und die sekundär progrediente MS (PPMS und SPMS) – tun sich immer mehr Behandlungsoptionen auf. Inzwischen weiß man viel mehr als noch vor wenigen Jahren über die immer noch unheilbare Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose. Hat viel mehr Hilfsmittel als noch vor Jahrzehnten. Gerade die digitale Welt erleichtert das Bedienen von Computern zum Beispiel viel mehr, kann vorlesen, für einen schreiben … Selbst eine Bedienung digitaler Geräte nur mit der Mimik ist heute möglich (das zeigt zum Beispiel Designer Andreas, der quasi “freihändig” Produkte entwirft). MS heißt heute in den wenigsten Fällen noch "Rollstuhl". Oder arbeitsunfähig zu werden. 

Keine MS ist gleich

Jede MS verläuft anders. Keine MS ist gleich. Wenn es zu Behinderungen kommt, dann gilt es, diesen so gut als möglich zu begegnen. So viel Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten, wie machbar ist. Was alle Menschen mit MS, ob sie in ihren Funktionen eingeschränkt sind oder nicht, benötigen, das ist: Zeit und Verständnis. Und Menschen an ihrer Seite, die sie unterstützen.

Genau dafür ist AMSEL da: Menschen mit MS und ihre Angehörigen zu informieren, zu beraten, zu unterstützen und zu stärken. Und die Welt darüber aufzuklären, was Multiple Sklerose ist, wie unterschiedlich sie verlaufen kann und wie nicht Erkrankte andere Menschen mit MS unterstützen können.

Redaktion: AMSEL e.V., 18.03.2026