Ernährungsformen und Diäten

Low Carb, Paleo, Clean Eating oder Mittelmeer-Diät – Ernährungstrends gibt es heute viele. Oft versprechen sie "wahre Wunder". Doch manche Trends bergen auch Risiken. Hier ein Überblick über die gängigsten Ernährungsformen und Diäten.

Low-Carb- und Low-Fat-Diäten

Unter Low Carb (engl. „low carbohydrates“) versteht man eine Ernährungsform, die kaum oder nur wenige Kohlenhydrate enthält. Dadurch werden zu wenige Ballaststoffe aus Getreide zugeführt und zu viel Archidonsäure durch den erhöhten Verzehr tierischer Produkte wie Fleisch und Quark. Auf die Fettzufuhr muss nicht geachtet werden.

Bei Low Fat dagegen wird der Anteil des Nahrungsfettes reduziert, während Kohlenhydrate weiterhin gegessen werden dürfen. Es kann ein Mangel an ungesättigten Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen entstehen, die gerade bei MS positiv wirken können.

Beide Diäten sind unausgewogen und können zu Mangelerscheinungen führen.

Paleo-Diät

Paleo wird auch Steinzeit- oder Urzeiternährung genannt. Auf den Teller kommen nur solche Lebensmittel, die unsere Vorfahren im Paläolithikum verzehrt haben, also alles, was man jagen, fischen, pflücken oder sammeln kann. Dazu zählen mageres Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Nüsse, Samen und Früchte.

Nicht erlaubt sind Zucker, Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und verarbeitete Lebensmittel (z. B. fettige Wurst).

  • Durch den Verzicht auf Getreide und Hülsenfrüchte fehlen wichtige Nährstoff- und Ballaststoffquellen.
  • Hinsichtlich des oft hohen Fleischanteils ist Folgendes zu beachten: Nur sehr mageres Fleisch und Fisch sind empfehlenswert. Fettige Fleischsorten, wie beispielsweise Schweinefleisch, sind bei MS aufgrund des hohen Anteils an Arachidonsäure unerwünscht.

Mittelmeer-Diät (mediterrane Ernährung)

Die Mittelmeer-Diät besteht zum großen Teil aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Fisch und Getreideprodukten. Der Fleischanteil ist relativ gering. Bei der Zubereitung der Speisen werden fast ausschließlich pflanzliche Öle (v. a. Olivenöl) verwendet.

Gut geeignet für MS-Erkrankte, da die Ernährung sehr ausgewogen ist und wenig Salz sowie wenig gesättigte Fettsäuren, dafür aber viel Fisch und pflanzliche Öle verwendet werden.

Clean Eating

Bei Clean Eating kommt es auf die Qualität der Nahrungsmittel an. Im Mittelpunkt stehen möglichst frische, naturbelassene und unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Obst, mageres Fleisch, Fisch und Vollkornprodukte. Vermieden werden Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Transfette und andere Stoffe, die in verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind.

Im Hinblick auf eine gesunde Ernährung mit frischen und vitaminreichen Lebensmitteln, wenig tierischen und keinen industriell gefertigten Produkten auch für MS-Erkrankte interessant.

Superfoods

Superfoods werden besondere gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Meist handelt es sich um exotische Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen oder Mineralstoffen. Sehr beliebt sind Acai-Beeren, Chiasamen, Goji-Beeren, Quinoa oder Moringa. Heimische Alternativen sind Heidelbeeren, Sanddorn und Leinsamen. Geschmacklich gesehen können Superfoods den Speiseplan bereichern, allerdings ersetzen sie keine ausgewogene Ernährung.

Superfoods könnten als Ergänzung zu unseren Empfehlungen zur antientzündlichen Ernährung hilfreich sein.

Eine erwiesenermaßen wirksame Diät gegen MS gibt es nicht. Wer seine Ernährung umstellen möchte, sollte einen Arzt oder Ernährungsberater einbeziehen, denn gerade bei sehr einseitigen Ernährungsformen können Mangelerscheinungen drohen, zum Beispiel Vitamin-B12-Mangel (bei streng veganer Ernährung) oder Eisenmangel, was zu einer Verstärkung der Fatigue führen kann.

Letzte Änderung: 17.01.2020