AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)
MS behandeln

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Sprechstörungen

Sprechstörungen bei MS

MS-bedingte Sprechstörungen beruhen auf der gestörten Koordination der verschiedenen zum Sprechen benötigten Muskeln und Organe. Sie reichen von „kaum wahrnehmbar“ bis zur kompletten Unverständlichkeit. Gekennzeichnet sind sie durch gestörte Regelung der Lautstärke, Tonhöhe und Sprechgeschwindigkeit, eine raue Stimme oder Artikulations- und Betonungsschwierigkeiten. Ist nur die Artikulation – also die Bildung von Sprechlauten – gestört, spricht man von Dysarthrie, sind auch Stimme und Atmung betroffen, von Dysarthrophonie.
Sprechstörungen treten in den frühen Phasen der MS selten auf, werden aber im späteren Verlauf häufiger. Sie sind öfter kombiniert mit Schluckstörungen und Ataxie.

Therapieziele

Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit und gegebenenfalls der Atmungskoordination. Vermeidung einer möglichen sozialen Isolation.

Nicht-medikamentöse Therapie

Sprechstörungen werden logopädisch behandelt, indem Verhaltensänderungen trainiert werden. Dazu zählen Übungen zur Steuerung der Sprechgeschwindigkeit und Stimmlage, zur Verwendung kurzer Sätze, zur Sprechgeschwindigkeit und zur Körperhaltung. Dies kann unterstützt werden durch instrumentelle Hilfen (Metronom) und Biofeedback-Verfahren.

Da Hektik, Stress und Anspannung Sprechstörungen verstärken, können Entspannungstechniken hilfreich sein.

Bei extremen Sprechstörungen kann die nonverbale Kommunikation durch Mimik und Gesten trainiert werden. Außerdem können Hilfsmittel eingesetzt werden – angefangen von einfachen Buchstaben- und Bildtafeln bis zu hochkomplexen Computern mit Sprachausgabe.

Medikamentöse Therapie

Medikamente sind nicht hilfreich. 

Wissenswertes

Medikamente zur Spastik-Behandlung können eine Dysarthrie verstärken. Unter Umständen tritt eine Besserung ein, wenn diese reduziert werden können.

Wichtig

Im Gegensatz zu einer Sprachstörung sind Wortschatz und Sprachverständnis bei einer Sprechstörung nicht beeinträchtigt.

Letzte Änderung: 02.11.2010

Multiple Sklerose Lexikon

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Wissenschaftliche Betreuung

Prof. Dr. med. Peter Flachenecker
Chefarzt Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof Bad Wildbad.
Vorstandsmitglied des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V.
Vorsitzender des Ärztlichen Beirates AMSEL e.V.

Prof. Dr.med. Ralf Gold
Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef- Hospital.
Vorstandsmitglied des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V.

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