AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)
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Mitoxantron

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Wirkstoff

Mitoxantron ist ein starkes Zytostatikum – es hemmt das Zellwachstum und unterdrückt bestimmte Zellen des Immunsystems.

Handelsname

Novantron®, Ralenova®.

Indikation

Mitoxantron kann als Medikament zur verlaufsmodifizierenden Therapie bei schubförmig remittierender MS (RRMS) mit (hoch-) aktivem Verlauf und bei Patienten mit sekundär chronisch progredienter MS (SPMS) eingesetzt werden, wenn die Wirkstoffe der 1. Wahl versagt haben oder eine Unverträglichkeit vorliegt. Zur Auswahl der Therapie mit Mitoxantron sind EDSS-Werte zu berücksichtigen.

Verabreichungsform

Mitoxantron wird als Infusion in eine Vene verabreicht, und zwar in Abständen von in der Regel drei Monaten. Eine wesentliche Einschränkung ist die Gesamtdosis, die ein Mensch während seines Lebens bekommen darf: Für die MS-Therapie ist sie auf maximal 140 mg/m2 Körperoberfläche und damit durchschnittlich auf zwei bis drei Jahre begrenzt. In manchen Fällen wird versucht, durch individuelle Dosisentscheidungen die Dauer der Mitoxantron-Gabe zu verlängern.

Wirkweise

Mitoxantron hemmt und tötet Immunzellen. Die Substanz kann Schübe um bis zu 60% reduzieren.

Nicht geeignet bei/für

Überempfindlichkeit gegenüber Mitoxantron, Schwangerschaft und Stillzeit, schwerer Schädigung des Knochenmarks, Infektionen, schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz. Vorsicht bei Herzinsuffizienz ist geboten.

Nebenwirkungen

Herzschädigung, Knochenmarksschädigung, Menstruationsstörungen, Infertilität (Unfruchtbarkeit), erhöhtes Infektionsrisiko, Kopfschmerzen, Übelkeit, Magen-Darm-Störungen.

Wissenswertes

Die Mitoxantron-Therapie erfordert engmaschige Kontrollen der Blutwerte und der Herzfunktion. Aus der Krebstherapie, in der Mitoxantron seit Jahrzehnten eingesetzt wird, weiß man, dass es das Herz schädigen kann. Aus diesem Grund sollten mit Mitoxantron behandelte Patienten vor, während und nach der Therapie bezüglich ihrer Herzfunktion überwacht werden, was in erster Linie mittels Ultraschalluntersuchung geschieht. Nicht nur in der Krebstherapie, sondern auch bei Behandlung der MS sind Einzelfälle von akuter Leukämie aufgetreten. Obwohl das Risiko gering eingeschätzt wird (1 Fall bei 500 behandelten Patienten), sollen Patienten sollen deshalb vor, unter und nach Therapie engmaschig bezüglich einiger Blutwerte, vor allem der Zahl der weißen Blutkörperchen, untersucht werden. Bei Frauen kann die Regelblutung ausbleiben und Unfruchtbarkeit auftreten, bei Männern können die Samenzellen geschädigt werden.



Letzte Aktualisierung: 30.08.2019

Multiple Sklerose Lexikon

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Wissenschaftliche Betreuung

Prof. Dr. med. Peter Flachenecker
Chefarzt Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof Bad Wildbad.
Vorstandsmitglied des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V.
Vorsitzender des Ärztlichen Beirates AMSEL e.V.

Prof. Dr.med. Ralf Gold
Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef- Hospital.
Vorstandsmitglied des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V.

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