AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)
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Interferon-beta-1b

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Wirkstoff

Beta-Interferone sind Botenstoffe, die natürlich im Körper vorkommen und auf verschiedene Weise regulierend ins Immunsystem eingreifen. Für therapeutische Zwecke wird IFN-beta-1b gentechnisch hergestellt. IFN-beta-1b besitzt im Gegensatz zu IFN-beta-1a keine anhaftenden Zuckerreste.

Handelsname

Betaferon®, Extavia®.

Indikation

Beide Präparate sind vom Wirkstoff her identisch. IFN-beta-1b ist sowohl für Patienten mit schubförmiger MS als auch für solche mit einem sog. klinisch isolierten Syndrom (CIS) und einem hohen Risiko, eine klinisch gesicherte MS zu entwickeln, zugelassen. Bei der RR-MS wird es für die milde/moderate Verlaufsform empfohlen. IFN-beta-1b ist auch bei dem sekundär progredientem Krankheitsverlauf (SPMS) zugelassen, wenn die Patienten noch klinische Schübe erfahren.

Verabreichungsform

Beide Präparate werden jeden zweiten Tag unter die Haut injiziert (subkutan, s.c.). Das verschriebene Präparat kann sich der Patient nach entsprechender Schulung selbst verabreichen.

Wirkweise

Beta-Interferone greifen modulierend ins (fehlgesteuerte) Immunsystem ein. Sie tragen zum Schließen der Blut-Hirn-Schranke bei und hemmen Entzündungsprozesse.

Nicht geeignet bei/für

Kinder unter 12 Jahren, Schwangerschaft, Stillzeit, Überempfindlichkeit gegenüber rekombinanten Beta-Interferonen. Vorsicht ist geboten bei schwerer Depression, nicht kontrollierter Epilepsie, schweren Leber-, Nieren- und Herzerkrankungen.

Nebenwirkungen

Zu Beginn der Therapie können grippeartige Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwäche, Appetitlosigkeit auftreten (80%). Sie schwächen sich im Verlauf der Therapie oft ab. Diese Nebenwirkungen lassen sich häufig zum Besseren managen, zum Beispiel durch abendliche Injektionstermine und Einnahme von Ibuprofen.

Depressive Verstimmungen können verstärkt werden.

Bei subkutaner Injektion sind Hautreaktionen und Entzündungen an der Einstichstelle häufig. Durch Injektomaten und eine gute Injektionstechnik lassen sich diese Nebenwirkungen deutlich verringern.

Wissenswertes

Beta-Interferone können bereits bei hohem Verdacht auf MS und nach dem ersten Schub eingesetzt werden. Studienergebnisse legen nahe, sie möglichst früh im Krankheitsverlauf einzusetzen.



Letzte Aktualisierung: 30.08.2019

Multiple Sklerose Lexikon

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Wissenschaftliche Betreuung

Prof. Dr. med. Peter Flachenecker
Chefarzt Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof Bad Wildbad.
Vorstandsmitglied des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V.
Vorsitzender des Ärztlichen Beirates AMSEL e.V.

Prof. Dr.med. Ralf Gold
Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef- Hospital.
Vorstandsmitglied des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V.

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