AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)
MS behandeln

Inhaltsbereich

Fingolimod

Vergleichen mit

Wirkstoff

Fingolimod ist das synthetisch hergestellte Stoffwechselprodukt des Pilzes Isaria sinclairii, der in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt wird. Das Immuntherapeutikum Fingolimod ist der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse, den sogenannten S1P-Rezeptor-Modulatoren.

Handelsname

Gilenya®.

Indikation

Das Medikament ist in Deutschland zur verlaufsmodifizierenden Therapie der schubförmig remittierenden MS (RRMS) zugelassen, wenn trotz einer verlaufsmodifizierenden Therapie noch Krankheitsschübe auftreten und mehr als 9 Herde in der MRT nachweisbar sind. In Ausnahmefällen kann Fingolimod als Ersttherapie für MS eingesetzt werden, wenn die Erkrankung sehr aktiv verläuft.

Verabreichungsform

Fingolimod wird einmal täglich als Kapsel mit 0,5 mg Wirkstoff eingenommen.

Wirkweise

Fingolimod hindert Immunzellen (Lymphozyten) daran, aus den Lymphknoten und Immunorganen in die Blutbahn und ins Zentrale Nervensystem zu wandern, wo sie an der Zerstörung der Myelinscheiden entscheidend beteiligt sind. Dies geschieht, indem Fingolimod an die sogenannten Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptoren auf Lymphozyten bindet und diese somit am Verlassen des Lymphknotens hindert.

Nicht geeignet bei/für

Überempfindlichkeit/Allergie gegen den Wirkstoff, schwerer Lebererkrankung, schweren aktiven oder chronischen Infekten, Tumorerkrankungen, immungeschwächten Personen, Schwangerschaft und Stillzeit, schweren Atemwegserkrankungen. Darüber hinaus bestehen Risiken bei Diabetes, Uveitis (eine entzündliche Augenerkrankung) und Herzerkrankungen.
Wenn MS-Erkrankte, die für die Therapie mit Fingolimod infrage kommen, vorher bereits mit einem anderen Medikament behandelt wurden, müssen Auswaschphasen/Karenzzeiten abhängig von der Vormedikation eingehalten werden.

Nebenwirkungen

Verlangsamung der Herzfrequenz und unregelmäßiger Herzschlag, insbesondere in den ersten 6 Stunden nach der ersten Einnahme. Die erste Einnahme sollte daher nur unter ärztlicher Aufsicht und sechsstündiger Überwachung erfolgen.
Weitere mögliche Nebenwirkungen: schwere Infektionen, Makulaödem (Augenerkrankung), Atmungs- und Leberprobleme, Kopf- und Rückenschmerzen, Durchfall, grippeähnliche Symptome. Vor der Ersteinnahme sollte durch einen Bluttest die Immunität gegen Windpocken (VZV) überprüft und ggf. geimpft werden.

Wissenswertes

Mit einem über sieben Jahre laufenden klinischen Studienprogramm, an dem rund 4.000 MS-Patienten teilnahmen, ist Fingolimod einer der bestuntersuchten MS-Wirkstoffe vor Zulassung. Allerdings bleibt abzuwarten ob sich in der breiten Anwendung doch neue Nebenwirkungen zeigen, wie sie auch bei anderen Wirkstoffen gesehen wurden.



Letzte Aktualisierung: 30.08.2019

Multiple Sklerose Lexikon

Suchbegriff

Wissenschaftliche Betreuung

Prof. Dr. med. Peter Flachenecker
Chefarzt Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof Bad Wildbad.
Vorstandsmitglied des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V.
Vorsitzender des Ärztlichen Beirates AMSEL e.V.

Prof. Dr.med. Ralf Gold
Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef- Hospital.
Vorstandsmitglied des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V.

Online spenden

Logo Online Spenden

Helfen Sie mit Ihrer Spende!
Mehrere Spendenmöglichkeiten stehen zur Auswahl.

MS Kognition

Logo Online eTrain MS

MS Kognition lädt dazu ein, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen zu trainieren.

MS verstehen

Logo MS verstehen

Verstehen Sie die biologischen und neurologischen Vorgänge die sich bei MS abspielen.

MS behandeln

MS behandeln

MS behandeln gibt die Möglichkeit, Therapien und ihre Auswirkungen besser zu verstehen.

© AMSEL e.V. 2020. Alle Rechte vorbehalten Datenschutzerklärung | Impressum