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Symptombeschreibung:

Die “MS-Umarmung” (MS Hug) ist eine Form der Dysästhesie, also einer veränderten Sinneswahrnehmung. Typisch ist ein Druck- oder Engegefühl im Bereich des Brustkorbs oder Oberbauchs, das sich wie ein enger Gürtel oder eine fest angelegte Manschette anfühlen kann. Manche Betroffene berichten zusätzlich über Brennen, Kribbeln, Stechen oder elektrisierende Schmerzen. Die Beschwerden können wenige Sekunden, aber auch Stunde oder Tage anhalten. Je nach Ausprägung können sie das tiefe Einatmen erschweren und den Alltag deutlich beeinträchtigen.

Ziel der Therapie:

Druck- und Schmerzempfinden lindern und die dadurch bedingten Einschränkungen im Alltag verringern.

Nicht-medikamentöse Therapie:

Entspannungsverfahren, leichte körperliche Aktivität, lockere Kleidung, warme Kompressen, Akupunktur oder eine kognitive Verhaltenstherapie mit einem Schmerzspezialisten können die Beschwerden lindern. Viele Betroffene profitieren außerdem davon, Hitze, Stress, Müdigkeit oder Überanstrengung möglichst zu vermeiden.

Medikamentöse Therapie:

Bei stärkeren Beschwerden können Medikamente zur Behandlung neuropathischer Schmerzen eingesetzt werden (Muskelrelaxantien, Antidepressiva, topisches Lidocain oder Antikonvulsiva zur Stabilisierung gereizter Nerven).

Wichtig:

Die “MS-Umarmung” kann bereits zu Beginn der Erkrankung auftreten, häufiger entwickelt sie sich jedoch im weiteren Verlauf der MS oder während eines Schubs. Die Beschwerden können zwar sehr belastend sein, beruhen jedoch auf einer gestörten Reizverarbeitung im Nervensystem und nicht auf einer Erkrankung von Herz oder Lunge. 

Da Engegefühle im Brustkorb jedoch auch andere Ursachen haben können, sollten erstmals auftretende oder ungewöhnliche Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.