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Hirnnerven bei Multipler Sklerose

Hirnnerven sind Nerven, die direkt aus dem Gehirn austreten. Sie steuern unter anderem das Sehen, die Augenbewegungen, das Empfinden im Gesicht, die Mimik, das Hören und Gleichgewicht sowie Schluck- und Sprechfunktionen.

Bei der Multiplen Sklerose (MS) kann es durch entzündliche Veränderungen im zentralen Nervensystem auch zu Störungen einzelner Hirnnerven kommen.

Klinisch besonders relevant sind:

  • Sehnerv (Nervus opticus):
    Sehstörungen, verschwommenes Sehen oder Schmerzen bei Augenbewegung (Optikusneuritis)
  • Augenbewegungsnerven (Nervi oculomotorius, trochlearis, abducens):
    Doppelbilder, unsicheres Fixieren, Augenzittern
  • Trigeminusnerv (Nervus trigeminus):
    Sensibilitätsstörungen im Gesicht, Kribbeln oder Schmerzen
  • Gesichtsnerv (Nervus facialis):
    Veränderungen der Gesichtsmimik, selten Lähmungserscheinungen
  • Hörnerv und Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibulocochlearis):
    Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, selten Hörminderung
  • Schlucknerven und Stimmbandnerven (Nervi glossopharyngeus und vagus):
    Schluckstörungen oder Stimmveränderungen, meist bei fortgeschrittener Erkrankung

Hinweise

  • Sehnerv und Riechnerv sind Hirnnerven, die zum Zentralen Nervensystem gehören. Nur diese Hirnnerven können von einer Erkrankung des ZNS direkt betroffen sein.
  • Die anderen Hirnnerven gehören zum peripheren Nervensystem und könnten deshalb bei einer MS nicht direkt betroffen sein. Hat ein Mensch z.B. Gefühlsstörungen im Gesicht, ist das nicht Folge einer Schädigung des N. trigeminus. Wenn es zu Doppelbildwahrnehmungen kommt, ist das nicht Folge einer Störung der Okulomotoriknerven, sondern auch Folge einer Störung im Hirnstamm . Ähnliches gilt für die anderen Hirnnerven.
  • Nicht jede MS-erkrankte Person entwickelt Hirnnervenstörungen. Auftretende Symptome sind häufig vorübergehend und lassen sich in vielen Fällen gut behandeln.