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Klinikum Süd Musterstadt
Klinik für Neurologie
Chefarzt Prof. Dr. med. Wilfried Muster
Musterstraße, Musterort
 


Herrn
Dr. med. Christoph Mustermann
Musterstraße 
Musterort

Musterort, 29. Januar 2026

Sehr geehrter Herr Kollege Mustermann,

besten Dank für die freundliche Überweisung Ihrer Patientin Eva Muster, geb. am 11.11.1996, wohnhaft Musterstraße 16 in Musterstadt. Sie wurde vom 03. bis 07. Mai zur stationären Diagnoseabklärung aufgenommen. 

Diagnose

Encephalomyelitis disseminata von schubförmigem Verlauf ( ICD G 35.10 G )

Diagnose - Einfach erklärt

Multiple Sklerose, schubförmiger Verlauf (zum ersten Mal festgestellt, gesicherte Diagnose)

Anamnese

Die elektive Aufnahme der 29-jährigen Patientin erfolgte zur weiteren Abklärung einer seit sieben Tagen bestehenden Sehstörung auf dem rechten Auge.
Die Patientin berichtete, seit etwa einer Woche auf dem rechten Auge schlechter sehen zu können. Sie sehe wie durch ein Milchglas. Die Bewegung des rechten Auges sei schmerzhaft. Vor etwa einem Jahr habe sie eine vorübergehende Gefühlsstörung im linken Bein beklagt. Die Störung habe sich nach zwei Wochen spontan zurückgebildet. Andere neurologische Störungen habe sie noch nie gehabt. Die Gehstrecke sei unbegrenzt, die Blasen– und Mastdarmfunktion ungestört.

Sie sei verheiratet und habe keine Kinder. Es bestünde ein Kinderwunsch. Sie arbeite als Bürokauffrau. Medikamente nehme sie nicht.

Befunde

Neurologischer Befund:

Patientin wach, allseits orientiert. Kein Meningismus , kein Zeichen nach Lhermitte .

Neurologischer Befund - Einfach erklärt

Patientin wach, allseits orientiert. Keine Schmerzen beim Vornüberbeugen des Kopfes, kein stromschlagartiges Gefühl im Nacken oder Rücken beim Vorbeugen des Kopfes.

  • Ohne Sehhilfe rechts leicht eingeschränktes Sehen, links überdurchschnittlich gutes Sehen. Augen können einem sich langsam bewegenden Objekt ruhig und gleichmäßig folgen, Reflex der sich automatisch entgegengesetzt zur Kopfbewegung bewegenden Augen intakt, gleichmäßige Mitbewegung der Augen beim Betrachten bewegter Bilder problemlos auslösbar. Steuerung der Augenbewegung sonst unauffällig. Keine Empfindungsstörungen im Gesicht. Keine Lähmung oder Schwächung der Gesichtsmuskulatur. Hören beidseitig unauffällig. Schlucken, Stimme, Zungenbeweglichkeit und Nackenfunktion ungestört.

Motorik:

  • Keine versteckten oder offensichtlichen Lähmungen. Keine Störungen der Muskelgrundspannung. Koordination und Teil des Nervensystems, der Bewegungen automatisch steuert und feinreguliert, intakt. Sicherer Gang ohne Hilfsmittel. Muskeleigenreflexe seitengleich normal bis durchschnittlich stark auslösbar, kein Anzeichen für Schädigung der motorischen Nervenbahn vom Gehirn zum Rückenmark.

Sensibiltät - Einfach erklärt

Fähigkeit, Reize über die Haut und aus dem Körper wahrzunehmen.

EDSS :

3,0

Grad der Behinderung gemäß der Expanded Disability Status Scale ( EDSS ):

3,0

  • Messung der Nervenleitfähigkeit nach elektrischer Reizung des Schienbeinnervs:

    Der Schienbeinnerv wurde an beiden Beinen gemessen. Die Zeit, die der Reiz brauchte, um in das Gehirn zu gelangen, war mit 42,8 Millisekunden links und 43,5 Millisekunden rechts im normalen Bereich, die Stärke des gemessenen Signals im Hirn nach Auslösen des Reizes war mit 1,7 Mikrovolt links, und 1,3 Mikrovolt rechts ausreichend stark.
    Beurteilung: Unauffälliger Befund.

  • Vermessung der Sehbahn (VEP): Verzögerte Leitfähigkeit des Sehnervs, 120 Millisenkungen rechts, 108 Millisekungen links, die Stärke des Signals 2,4 Mikrovolt rechts, 8,9 Mikrovolt links.
    Beurteilung: Verzögerte Reizleitung und verringerte Signalstärke rechts.

  • aktuell keine Entzündung oder Infekt.
    Zellzahl, Eiweiß, Glukose, Laktat liegen im Normbereich.
    Im Nervenwasser wurden überwiegend Abwehrzellen gefunden, ein Anzeichen für eine leichte entzündliche Reaktion.
    Das Reiber-Auswertungsdiagramm zeigt keine Störung der Blut-Hirn-Schranke, aber das Immunsystem in Gehirn und Nervenwasser bildet Antikörper (sowohl Antikörper, der chronische Entzündungsaktivität anzeigt wie auch Antikörper, der bei einer akuten Immunreaktion gebildet wird).
    Im Liquor bei MS typische Eiweißstreifen.

Bildmorphologisches Muster vereinbar mit einer Multiplen Sklerose. Nachweis sowohl chronischer Läsionen als auch einer KM-aufnehmenden, aktiven Läsion als Hinweis für Krankheitsaktivität.
Kein Hinweis auf andere Differentialdiagnosen .

  • Kernspintomographie (MRT) des Kopfes:

    Die im MRT sichtbaren Veränderungen passen zum typischen Erscheinungsbild einer Multiplen Sklerose. Es gibt sowohl dauerhafte Entzündungsanzeichen als auch eine kontrastmittelaufnehmende, aktive Entzündung als Hinweis für Krankheitsaktivität.
    Kein Hinweis auf andere mögliche Erkrankungen.

Zusammenfassung und Beurteilung

Die stationäre Aufnahme der Patientin erfolgte zur Abklärung einer seit einer Woche bestehenden Sehstörung rechts.

Im neurologischen Befund fand sich die Visusminderung rechts, der übrige neurologische Befund war unauffällig. Die kraniale Kernspintomographie dokumentierte mehrere alte und ein einzelner aktiver Entmarkungsherd. In den visuell evozierten Potentialen zeigte sich eine Verlängerung der Latenz P 100 rechts. Die somato-sensorisch evozierten Potentiale nach Stimulation des N. tibialis waren unauffällig. Im Liquor zeigten sich schließlich oligoklonale Banden als Hinweis für eine Entzündung im zentralen Nervensystem.

  • Im neurologischen Befund fand sich die Verminderung der Sehschärfe rechts, der übrige neurologische Befund war unauffällig. Die Kernspintomographie des Kopfes dokumentierte mehrere alte und eine einzelne aktive geschädigte Stelle im Nervensystem, an der die schützende Isolierschicht von Nervenzellen angegriffen oder zerstört ist. Die Untersuchung der Sehbahn zeigte eine Verzögerung des Signals des Sehnervs rechts. Die Messung der Nervenfasern nach Anregung des Schienbeinnervs links und rechts war unauffällig. Im Nervenwasser zeigten sich schließlich Eiweißbanden als Hinweis für eine Entzündung im zentralen Nervensystem.

Zusammenfassend sind damit die Kriterien zur Diagnose einer Multiplen Sklerose erfüllt.

Zur Behandlung wurde eine hochdosierte, intravenöse Therapie mit 5 x 1000 mg Methylprednisolon durchgeführt. Die Behandlung wurde gut vertragen, der Visus des rechten Auges besserte sich im Verlauf deutlich.

  • Zur Behandlung wurde eine hochdosierte Therapie durchgeführt: an fünf aufeinanderfolgenden Tag wurden je 1000 Milligram Kortison direkt ins Blut gegeben. Die Behandlung wurde gut vertragen, die Sehschärfe des rechten Auges besserte sich im Verlauf deutlich.

Es besteht die eindeutige Indikation zur Einleitung einer immunmodulatorischen Therapie . Die Patientin wurde ausführlich über die zur Verfügung stehenden Substanzen informiert. Die Behandlung wird durch den ambulant betreuenden Neurologen eingeleitet.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Wilfried Muster
Chefarzt

Dr. med. Werner Mustertag
Oberarzt

Dr. med. Stefan Musterhaus
Assistenzarzt