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Update: Weiter Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung

Aktuelle Tipps aus der AMSEL-Rechtsberatung: Immer wieder taucht in der täglichen Arbeit des Beratungsteams die Frage auf, wie sich Ansteckungen bei Arztbesuchen vermeiden lassen. - Die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung besteht nun weiter bis Ende März 2023.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat seine Corona-Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung bis 31. März 2023 verlängert. Ohne diesen Beschluss wäre die Sonderregelung zum 30. November 2022 ausgelaufen.

Gerade in Arztpraxen verbringt man eine gewisse Zeit mit anderen, möglicherweise infizierten Patienten auf engem Raum. Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, können Patienten mit leichten Ateminfekten ihre Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit auf telefonischen Weg erhalten.

Sie kann telefonisch für sieben Kalendertage ausgestellt werden. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen.  Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung für weitere 7 Kalendertage ist möglich.

Weiterhin gilt die Regel-Nutzung einer Videosprechstunde, sofern keine körperliche Untersuchung nötig ist (abhängig vom Krankheitsbild). Sie ist allerdings nicht überall vorhanden.

Telefonische Krankschreibung hilft Menschen mit MS

Wie es in diesem Winter weitergehen wird, ist momentan noch nicht abzusehen. Neben Corona ist auch mit ansteckenden Erkältungs- und Grippeinfekten zu rechnen. Speziell chronisch Kranke, die ohnehin häufig Ärzte aufsuchen müssen, wie zum Beispiel Menschen mit Multipler Sklerose, können so ihr Ansteckungsrisiko minimieren. Die telefonische Kranschreibung reduziert nicht nur das Risiko einer Ansteckung, sondern reduziert auch den Arbeitsaufwand in den Arztpraxen.

Nicht immer lässt sich aber gerade ein Facharzt-Besuch in Pandemiezeiten vermeiden – und er sollte auch nicht vermieden werden. Das AMSEL-Beratungsteam hat einige Tipps, wie sich das Ansteckungsrisiko dennoch gering halten lässt:

(Längeren) Aufenthalt in Wartezimmern vermeiden?

  • Fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, ob er Ihnen einen Termin außerhalb von Stoßzeiten geben kann.
  • Bei gutem Wetter gibt es eventuell auch die Möglichkeit, draußen zu warten, um so Kontakte in den Praxisräumen zu meiden.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und welche individuellen Möglichkeiten es sonst noch gibt, wenn Sie Bedenken wegen einer Ansteckung haben. Beispielsweise, ob es eine Möglichkeit gibt, die Krankschreibung über einen längeren Zeitraum auszustellen, um so einen zweiten Arztbesuch zu vermeiden.

Quelle: Pressemitteilung der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss, 17.11.2022.

Redaktion: AMSEL e.V., 28.11.2022