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Update: Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung

Aktuelle Tipps aus der AMSEL-Rechtsberatung: Immer wieder taucht in der täglichen Arbeit des Beratungsteams die Frage auf, wie sich Ansteckungen bei Arztbesuchen vermeiden lassen.

Eine Verlängerung der telefonischen Krankschreibung für Risikopatienten wurde zwischenzeitlich abgelehnt. Das bedeutet, dass auch Multiple-Sklerose-Patienten ihren Arzt wieder persönlich aufsuchen müssen, wenn sie krank sind. Doch es gibt Möglichkeiten, das Infektionsrisiko auch bei Arztbesuchen zu reduzieren.

Zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus gab es bis zum 31. Mai die Möglichkeit [und nun wieder vom 19.10.2020 bis mindestens 31.12.2020], sich telefonisch krankschreiben zu lassen. So konnten Patienten vermeiden, mit Fremden in einem Raum zu sein, etwa im Wartezimmer. Aus den Anfragen beim AMSEL-Beratungsteam wurde ersichtlich, dass diese Möglichkeit von MS-Betroffenen genutzt und als sehr hilfreich empfunden wurde. Seit dem 1. Juni müssen Patienten jedoch wieder ihren Arzt aufsuchen, um sich krankschreiben zu lassen, unabhängig davon, ob sie zu den Risikopatienten zählen. Die Sonderregelung war befristet.

Auch eine Verlängerung der telefonischen Krankschreibung/ Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum 30.06. für Risikopatienten, wozu auch einige MS-Betroffene zählen, wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) abgelehnt, obwohl viele andere Maßnahmen zum Infektionsschutz bis Ende Juni verlängert wurden. Seit dem 01.06. können sich Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen somit nicht mehr nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt krankschreiben lassen. Dies gilt auch für Risikopatienten und Hochrisikopatienten.

[Aktualisierung: Stand: 21.10.2020]: Doch auch nun, wo die telefonische Krankschreibung wieder für alle Patienten möglich ist, kommt es vor, dass sich Arztbesuche nicht vermeiden lassen, etwa wegen spezieller Untersuchungen, die übers Telefon nicht möglich sind.

Das AMSEL-Beratungsteam hat einige Tipps, wie sich das Ansteckungsrisiko dennoch vermeiden lässt:

(Längeren) Aufenthalt in Wartezimmern vermeiden?

Auch wenn sich an der Situation grundsätzlich nichts ändern lässt:

  • Fragen Sie bei Ihrem Arzt, ob er Ihnen einen Termin außerhalb von Stoßzeiten geben kann.
  • Bei gutem Wetter gibt es eventuell auch die Möglichkeit, draußen zu warten, um so Kontakte in den Praxisräumen zu meiden.
  • Sprechen Sie mit ihrem Arzt, ob und welche individuellen Möglichkeiten es sonst noch gibt, wenn Sie Bedenken wegen einer Ansteckung haben. Beispielsweise, ob es eine Möglichkeit gibt, die Krankschreibung über einen längeren Zeitraum auszustellen, um so einen zweiten Arztbesuch zu vermeiden.

Quelle: Pressemitteilung der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss, 28.05.2020 und 15.10.2020.

Aktualisierung: Telefonische Krankschreibung bis 31.12.2020 wieder möglich [Stand: 21.10.2020]

Wie der Gemeinsame Bundesausschuss bekanntgab, sind telefonische Krankschreibungen nach einem Gespräch mit dem Arzt wieder möglich. Ärzte können somit ihre Patienten für bis zu 7 Tage und danach ein weiteres Mal für 7 Tage krankschreiben, ohne sie persönlich getroffen und untersucht zu haben.

Dies geschieht, um angesichts steigender Coronainfektionen und beginnender Grippesaison Ansteckungen in Arztpraxen sowie eine Überlastung des Gesundheitssystemes zu vermeiden. Die Möglichkeit ist zunächst vom 19.20.2020 bis zum 31.12.2020 beschränkt. Zu erwarten ist jedoch, dass die Ausnahmeregelung eine Fortstezung auch Anfang 2021 erfahren wird, sofern die Infektionszahlen nicht sinken.

Redaktion: AMSEL e.V., 21.10.2020