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Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung beendet

Aktuelle Tipps aus der AMSEL-Rechtsberatung: Immer wieder taucht in der täglichen Arbeit des Beratungsteams die Frage auf, wie sich Ansteckungen bei Arztbesuchen vermeiden lassen. Eine Verlängerung der telefonischen Krankschreibung für Risikopatienten wurde abgelehnt. Das bedeutet, dass auch Multiple-Sklerose-Patienten ihren Arzt wieder persönlich aufsuchen müssen, wenn sie krank sind. Doch es gibt Möglichkeiten, das Infektionsrisiko auch bei Arztbesuchen zu reduzieren.

Zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus gab es bis zum 31. Mai die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. So konnten Patienten vermeiden, mit Fremden in einem Raum zu sein, etwa im Wartezimmer. Aus den Anfragen beim AMSEL-Beratungsteam wurde ersichtlich, dass diese Möglichkeit von MS-Betroffenen genutzt und als sehr hilfreich empfunden wurde. Seit dem 1. Juni müssen Patienten jedoch wieder ihren Arzt aufsuchen, um sich krankschreiben zu lassen, unabhängig davon, ob sie zu den Risikopatienten zählen. Die Sonderregelung war befristet.

Auch eine Verlängerung der telefonischen Krankschreibung/ Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum 30.06. für Risikopatienten, wozu auch einige MS-Betroffene zählen, wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) abgelehnt, obwohl viele andere Maßnahmen zum Infektionsschutz bis Ende Juni verlängert wurden. Seit dem 01.06. können sich Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen somit nicht mehr nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt krankschreiben lassen. Dies gilt auch für Risikopatienten und Hochrisikopatienten.

(Längeren) Aufenthalt in Wartezimmern vermeiden?

Auch wenn sich an der Situation grundsätzlich nichts ändern lässt: Fragen Sie bei Ihrem Arzt, ob er Ihnen einen Termin außerhalb von Stoßzeiten geben kann. In vielen Arztpraxen ist die Termindichte derzeit noch nicht so hoch wie vor Corona-Zeiten. Bei gutem Wetter gibt es eventuell auch die Möglichkeit, draußen zu warten, um so Kontakte in den Praxisräumen zu meiden. Sprechen Sie mit ihrem Arzt, ob und welche individuellen Möglichkeiten es sonst noch gibt, wenn Sie Bedenken wegen einer Ansteckung haben. Beispielsweise, ob es eine Möglichkeit gibt, die Krankschreibung über einen längeren Zeitraum auszustellen, um so einen zweiten Arztbesuch zu vermeiden.

Quelle: Pressemitteilung der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss, 28.05.2020.

Redaktion: AMSEL e.V., 05.06.2020