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Hilfsmittel und ihre Tauglichkeit

Davon können auch Menschen mit Multipler Sklerose ein Lied singen: Nicht alle Hilfsmittel erfüllen ihren Zweck und nicht selten zahlen Patienten drauf für ein adäquates Produkt. Ein Beispiel sind Inkontinenzhilfen wie Windeln.

Immer wieder beklagen sich Patientenverbände, dass die angebotenen "Kassenwindeln" Menschen mit Blasenschwäche nicht genügend helfen. Schnell verlören sie ihre Saugfähigkeit, und es komme zu Entzündungen und Pilzinfektionen.

Karl-Josef Laumann, Patienten-Beauftragter der Bundesregierung hat daher die Krankenkassen aufgefordert, ihr Angebot an Hilfsmitteln dem heutigen technischen Stand anzupassen. Er behalte sich weiter vor, die Tauglichkeit der angebotenen Hilfsmittel für Patienten wie Rollstühle, Rollatoren oder Windeln zu testen, sagte Laumann einer Meldung des Deutschen Ärzteblattes zufolge.

Laumann erläuterte: "Die Krankenkassen haben die Preise bei den einfachen Hilfsmitteln offenbar so gedrückt, dass dafür einfach keine Qualität mehr möglich ist. Wenn ich höre, dass Krankenkassen Patienten für zehn Euro oder weniger mit Inkontinenzhilfen versorgen wollen, dann kann das keine Qualität mehr sein." Viele Patienten hätten die Probleme anscheinend durch Zuzahlungen gelöst, damit sie bessere Produkte bekommen.

Laumann will das Thema Hilfsmittel weiter im Auge behalten. Es sei eine Gesetzesänderung zu prüfen, nach der Leistungserbringer, die die Ausschreibungen der Krankenkassen zum Beispiel bei Inkontinenzmitteln gewinnen, im Rahmen ihrer Versorgungsverträge keine Produkte mit Aufzahlung mehr anbieten dürfen. Auch sei zu überlegen, dass künftig jede Kasse veröffentlichen müsse, wie oft und wie viel Versicherte aus eigener Tasche aufzahlen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 03.01.2016

Redaktion: AMSEL e.V., 01.02.2016